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Bei der Neufahrner Kurve, das berichtete DB-Pressesprecher Franz Lindemair gestern an der Baustelle, liege man im Zeitplan. In einem halben Jahr ist das Projekt fertig.

Bahn-Pressekonferenz zur Strecken-Sperrung bei Freising im Sommer

„Lieber Augen zu und durch“

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„Neue Wege, neue Gleise“ – fast schon poetisch gab sich die Deutsche Bahn gestern, als man zu einer rollenden Pressekonferenz geladen hatte. Eine Baustellentour zwischen Unterschleißheim und Flughafen sollte für die sechswöchige Sperrung der Gleise im Sommer werben.

Landkreis – Allein die Zahlen, die die DB-Vertreter mitgebracht hatten, waren beeindruckend: Rund 62 Millionen Euro wird es kosten, die 37 Kilometer lange Strecke zwischen Feldmoching und Neufahrn zu ertüchtigen. Mit Großmaschinen wird der Schotter gereinigt, werden Schienen neu verlegt, werden die Bahnhöfe in Unterschleißheim und Lohhof barrierefrei umgebaut und modernisiert. Und weil man zwischen dem 28. Juli und dem 10. September dafür die Strecke komplett sperren muss, nutzt man die Zeit, um gleich auch noch die Neufahrner Kurve an das bestehende Schienennetz anzubinden.

Bei der Neufahrner Kurve, so berichtete DB-Pressesprecher Franz Lindemair, liege man im Zeitplan. In einem halben Jahr könne man demnach den Weg so frei machen, dass die Gäste aus Ost- und Niederbayern umsteigefrei zum Airport gelangen. Gerade habe man begonnen die notwendigen sechs Weichen zum Aus- und Einschleifen einzubauen, Ende Mai starte man mit der Verlegung der Gleise auf der Brücke. 91 Millionen Euro kostet allein dieses mit 2,3 Kilometer relativ kurze Teilstück des künftigen Erdinger Ringschlusses.

Am Besucherpark am Airport wurde dann erklärt, wie die Nutzer – rund 50 000 Fahrgäste benutzen die ganze oder nur eine Teilstrecke zwischen Freising und Feldmoching – während der Sperrung nach München gelangen können: Da sei zum einen die Möglichkeit mit dem Shuttlebus vom Freisinger Bahnhof zum Flughafen zu fahren und von dort mit der S-Bahn nach München; dann gebe es noch die Möglichkeit, mit der S-Bahn von Freising aus über Neufahrn zum Airport und dann weiter nach München zu düsen; und dann könne man noch von Freising mit dem eingerichteten Schienenersatzverkehr nach Feldmoching fahren, was allerdings 70 Minuten dauere und nur für die Fahrgäste zu empfehlen sei, die auch zwischen Freising und Feldmoching wohnen. Über die Änderungen und die Verbindungen in dieser Phase werde man in den kommenden Wochen mit Flyern informieren. Und vor allem, so die Verantwortlichen, gebe es da noch die spezielle Website www.bahn.de/sommerbaustelle, auf der alles, aber auch wirklich alles zum und rund um das Projekt zu finden sei.

Also auch das, was an den beiden durchaus nicht mehr ganz taufrischen Bahnhöfen in Unterschleißheim und Lohhof neu wird: In Unterschleißheim werden auf beiden Seiten des Bahnsteigs Langrampen errichtet, die Bahnsteige werden erhöht, um zur aktuellen Zug- und S-Bahn-Generation zupassen, der Bahnsteig erhält eine neue Überdachung. Von „Luxusausbau“ für Barrierefreiheit war die Rede. Und den soll es auch in Lohhof geben: Der Mittelbahnsteig werde erhöht, bekomme eine Überdachung, drei Aufzüge würden neu gebaut und ebenfalls eine Langrampe errichtet.

Der immer wieder geäußerten Kritik über die sechswöchige Komplettsperrung begegnete man gestern so: Man müsse Synergieeffekte nutzen. Andernfalls hätte es ein halbes Jahr lang die S-Bahn im Ein-Stunden-Takt gegeben. Dann doch lieber „Augen zu und durch“.

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