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Spielen weiterhin getrennt auf dem Feld der Sparkassen Bayerns: die Vorstandsvorsitzenden Fritz Hecht (Moosburg, l.) und Johann Kirsch (Freising). 

Keine Fusion zwischen den Sparkassen Freising und Moosburg 

Bankenhochzeit doch abgesagt

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    Margit Conrad
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Gestern wurden die Mitarbeiter informiert: Die Sparkasse Freising und Moosburg bleiben weiterhin eigenständig. Die Umsetzung des Regularienpakets aus Brüssel, das die Fusionsidee erneut in Gang gebracht hat, kann jetzt doch jeder allein stemmen.

Freising/Moosburg – „Die Gespräche zu einem möglichen Zusammenschluss zwischen der Stadt- und Kreissparkasse Moosburg und der Sparkasse Freising werden in beiderseitigem Einvernehmen nicht weitergeführt.“ 

Freisinger Sparkasse: „Wir wären bereitgestanden. Aber wie bei einer Hochzeit gehören immer zwei dazu.“

Das vermeldete gestern Rudolf Gebhardt aus der Vorstandsetage der Freisinger Sparkasse. „Es waren Gespräche auf Augenhöhe, erläuterte Johann Kirsch. „Er betont: „Wir wären bereitgestanden. Aber wie bei einer Hochzeit gehören immer zwei dazu.“

Warum ist die Fusion gescheitert?

Aus betriebswirtschaftlichen Gründen und mit der höchsten Eigenkapitalquote Bayerns ausgestattet, hätte die Sparkasse Moosburg laut deren Vorstandsvorsitzenden Fritz Hecht keine Fusionsgespräche führen müssen.

Es waren vielmehr die Regularien, die aus Brüssel gekommen seien, sagt er, und man nicht gewusst habe, ob man den Umsetzungsauftrag allein stemmen könne. Deshalb sei man auf die Sparkasse Freising zugegangen. Die Gespräche hätten jedoch ergeben, dass man das Ganze in einer großen Sparkasse nur entschärfe, aber die Probleme nicht löse. 

Die Nachricht aus Brüssel Ende Juli, dass künftig kleinere Banken von der Bürokratie entlastet würden, hätten die Entscheidung reifen lassen, doch als Sparkasse Moosburg selbstständig zu bleiben. „Mit unserer Eigenkapitalausstattung, unserer Substanz und den guten Mitarbeitern, werden wir das schaffen“, ist Fritz Hecht überzeugt.

Seit acht Monaten fanden Fusionsgespräche statt

Im Dezember 2017 hatten die beiden Sparkassen auf Initiative der Stadt- und Kreissparkasse Moosburg Isar Gespräche aufgenommen mit dem gemeinsamen Ziel, „eine neue selbstständige Sparkasse im Landkreis Freising zu schaffen.“

Hintergrund für die Fusionsgespräche waren seinerzeit insbesondere die ständig zunehmenden regulatorischen Anforderungen, verbunden mit einer erheblichen Bindung von Mitarbeiterkapazitäten und steigenden Kosten. 

Fusionsabsage wegen stabilem betriebswirtschaftlichen Fundament

Aber zuletzt habe sich der Wirtschafts- und Währungsausschuss des europäischen Parlaments für mehr Proportionalität in der Bankenregulierung stark gemacht. So sollen kleinere, wenig komplexe Banken, in Zukunft von bürokratischem Aufwand entlastet werden.

Vor diesem Hintergrund gab es dann in den vergangenen Monaten umfangreiche Analysen und intensiven Gespräche, die gestern in der Fusions-Absage mündeten. Beide Sparkassen verfügten über ein stabiles betriebswirtschaftliches Fundament hieß es gestern zudem. 

So weist die Freisinger Sparkasse eine Bilanzsumme von rund 1,6 Milliarden und die Moosburger von etwa 706 Millionen Euro auf.

Nun werden in beiden Sparkassen die vorhandenen Potenziale und Möglichkeiten analysiert und weitere Maßnahmen umgesetzt. Und das mit dem Ziel, „trotz steigender Anforderungen, die Selbstständigkeit weiterhin erfolgreich zu meistern. Johann Kirsch: „Auch wenn die Gespräche nicht erfolgreich beendet werden konnten, werden die beiden Sparkassen auch zukünftig eine kollegiale Zusammenarbeit pflegen.

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