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Mit ihrer Anmut faszinierte Barocktänzerin Maria Mühlbacher das Publikum im Landratsamt.

Wie bei Sonnenkönig Ludwig XIV.

Barockfest im Landratsamt: Goldene Klänge einer goldenen Epoche

Freising - An den Hof des französischen Königs Ludwig XIV. fühlten sich die Besucher jüngst im Barocksaal des Landratsamts versetzt. Künstler, Schriftsteller und Musiker boten einen bunten Reigen, der an die großartige Kunst und die rauschenden Feste dieser Epoche erinnerte.

Im Rahmen der Konzertreihe des Landkreises durfte das Freisinger Publikum jetzt an den aristokratischen Vergnügungen des Sonnenkönigs (Divertissements de Versailles) teilhaben. Der Sitzungssaal des Landratsamtes war bis auf den letzten Platz besetzt, was deutlich machte, wie viele Menschen Interesse an dieser Epoche hatten. In allen Facetten ließen die Ausführenden dieses prächtige Zeitalter lebendig werden.

Da war zunächst die wundervolle Musik von Jean-Baptist Lully, Francois Couperin, Marc-Antoine Charpentier und Marin Marais: Sabina Lehrmann (Viola da Gamba), Margit Kovacs (Cembalo), Christoph Eglhuber (Theorbe), Roman Seehon (Perkussion) Ava de Araujo Madureira und Angelika Fichter (Barockvioline) sowie Solistin Roswitha Schmelzl (Sopran) hätten mit ihrem ausgefeilten Spiel wohl auch dem musikbegeisterten absolutistischen Herrscher gefallen. Und weil der König genauso gerne Ballett tanzte, wie er die schöne elegante Musik zu genießen pflegte, kam der Auftritt der Barocktänzerin Maria Mühlbacher gerade recht. Sie schlüpfte in die Rolle des Königs und ließ ihn als „Sonnengott“ lebendig werden.

Wer aber könnte die Verhältnisse am Versailler Hof trefflicher beschreiben, als Prinzessin Elisabeth Charlotte von der Pfalz, die als Lieselotte von der Pfalz in die Geschichtsbücher einging. Rudolf Goerge war es, der in seiner unnachahmlichen Art ihre Briefe verlas, in denen sie sich oft bitter über das „Lotterleben“ am Hof beklagte. Besonders interessant waren jedoch die Stellen aus einem Reisebericht eines syrischen Schriftstellers mit dem Namen Hanna Diyab. „Von Aleppo nach Paris“ heißt das Buch, das Goerge in einem kleinen deutschen Verlag ausgegraben hat. Darin schildert der Schriftsteller, der im 17. Jahrhundert eine Reise von Syrien an den Hof Ludwig XIV. angetreten hatte, unter anderem eine Szene aus einer höfischen Oper. Das Buch hatte lange Zeit in der vatikanischen Bibliothek gelagert, berichtete Goerge und sei erst vor Kurzem neu aufgelegt worden.

Maria Martin

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