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Besondere Einblicke: Auch wenn das die Passanten draußen gar nicht so mitbekommen – drinnen im Asamgebäude wird seit Monaten heftig gearbeitet. Bagger, Container, Schutt und Erdreich wohin das Auge blickt.

Baustellenbegehung Asamgebäude

„Da ist ein ganzer Wald drunter“

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Von außen sieht man nicht so viel. Doch innen geht es rund. Das Asamgebäude ist entkernt, die Putze sind abgeschlagen, Mauern eingerissen. Und dabei hält das „Asam“ für Experten und Planer so manch eine Überraschung bereit. Tief im Boden – aber auch im Gemäuer – hat man Erstaunliches entdeckt.

Freising Festes Schuhwerk und ein Schutzhelm – anders ist das altehrwürdige Asamgebäude derzeit nicht zu begehen. Denn die Sanierungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Derzeit gräbt man sich auch in den Moorboden vor, um archäologische Funde zu sichten und zu sichern. Tilman Eickhoff vom Archäologischen Büro Anzenberger und Leicht kann dabei Einiges vorweisen: Fundamente von Vorgängerbauten hat man entdeckt, alte Brunnen und eine Feuerstelle, Reste eines ehemaligen Mühlrads und vor allem Holzpfähle. Viele Holzpfähle. „Da ist ein ganzer Wald drunter“, sagt Eickhoff über die Stämme verschiedener Dicke und Länge (bis zu 150 Zentimeter), die dafür sorgen, dass die Mauern des Asamkomplexes seit rund 300 Jahren auch auf dem Moorboden sicher ruhen.  Dort hat man altes Steckkieselpflaster gefunden, hier ragen 45 Holzpfähle auf einer Fläche von nur zwei Quadratmetern aus dem Boden.

Fundstücke: Bauleiter Martin Gottschalk misst die Fundstücke aus dem Freisinger Moorboden.

Rund einen Meter tief wird die gesamte Grundfläche des Asamkomplexes abgegraben – zirka 1600 Kubikmeter sind das (oder 200 Lastwagen). Das dauert alles, wie Eickhoff betont. Denn man arbeite innerhalb des Gebäudes mit kleinem Elektro-Gerät. Freilich: Was man an Funden entdeckt hat, wird zwar exakt dokumentiert – beispielsweise schickt man einige der Holzpfähle zu einer dendrochronologischen Untersuchung –, doch dann „fliegt alles raus“, sagt Eickhoff. „Das ist damit unwiederbringlich weg.“

Doch nicht nur im Boden, auch in den Gemäuern hat man nach der Entkernung Dinge entdeckt, mit denen man trotz umfangreicher Voruntersuchungen nicht gerechnet hat, so Hochbauamtsleiter Robert Naujokat. Beispiele: An einer Stelle habe man einen gemauerten Bogen gefunden. An anderer Stelle entdeckten die Arbeiter bei der Entfernung der Ladeneinrichtung und beim Blick hinter die Kulissen, dass da gar keine tragende, ein Meter dicke Wand ist, sondern eine Nische. Und das bedeutete, erläuterte Naujokat, dass man ständig dabei sei, die Planungen an die Befunde und die tatsächlichen Gegebenheiten „anzupassen“. Dort, wo man hinter dem Putz den gemauerten Torbogen entdeckt habe, wird eben jetzt eine Tür gesetzt, die ursprünglich an etwas anderer Stelle vorgesehen war. Und dort, wo die Planer die tragende Wand vermuteten, jetzt aber keine ist, muss man eben mit Lasten und Stützen auch etwas umplanen.

Überlebensnotwendig: Bleche, die in alle Mauern eingebracht werden, verhindern Aufsteigen von Feuchtigkeit.

Und mit noch einer Arbeit hat man gerade begonnen – einer Arbeit, die für das Überleben des barocken Gemäuers zentral ist: Die Horizontalsperren gegen aufsteigende Feuchtigkeit werden eingebracht. Dabei wird das gesamte Gebäude – auch jede einzelne Stütze – nach und nach etwas unterhalb des künftigen Fußbodenniveaus horizontal durchgesägt. In den Zwischenraum werden dann Stück für Stück überlappende Bleche eingeschoben und mit Plastikkeilen fixiert. Damit ruht das Asamgebäude eigentlich auf den Plastikkeilen, wobei die Zwischenräume selbstverständlich wieder mit Zement verpresst werden.

Das alles ist, so betont der für das Projekt zuständige Bauleiter Martin Gottschalk (HZO), Handarbeit. Meter für Meter kämpfen sich die Arbeiter vor. Die müssen, so erzählt er, in der ersten Woche auch erst einmal so eine Baustelle und so ein Objekt kennenlernen.

Mit Großgerät rückt man hinter dem Asamgebäude an: Dort wurde der Gerüstturm mit einem Lastenaufzug errichtet – eine der Hauptachsen für die Be- und Entsorgung von Material auf der Großbaustelle. Deshalb werden dort auch die riesigen Schuttmulden an- und abgeliefert.

Ein Blick hinter die Kulissen lässt also schon erahnen, wo in den kommenden viereinhalb Jahren die 45 Millionen Euro hinfließen werden.

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