Trauer im Camerloher-Gymnasium 

Begnadeter Lehrer und Musiker: Der Freisinger Theo Brand (91) ist gestorben

Freising - Theo Brand prägte wie kaum ein anderer das Fach Musik am Camerloher-Gymnasium. Er wirkte als Musiker und vor allem als Komponist weit über die Landkreis-Grenzen hinaus. Am 22. September ist er im Alter von 91 Jahren gestorben.

Am 6. August 1925 geboren, wuchs Theo Brand in einer Lehrerfamilie auf. Sein Vater Franz war Lehrer am Dom-Gymnasium (Biologie, Chemie und Erdkunde). Franz Brand engagierte sich politisch und weigerte sich beispielsweise, in die NSDAP einzutreten – mit weitreichenden negativen Folgen für ihn. Auch sein Sohn Theo war politisch aktiv. Er musste sich kurz vor der Kapitulation der Nazis in einem Bauernhof verstecken, weil er als Aktivist bei Major Braun war, der die „Freiheitsaktion Bayern“ maßgeblich bestimmt hat. Theo Brand erlebte auch die Bombenangriffe auf München und Freising mit. Im Gefangenenlager in Erding wurde er dann sofort entlassen, da er ein Schreiben von Kardinal Faulhaber über seine Wichtigkeit als Organist in Freising vorweisen konnte.

Brand studierte von 1946 bis 1951 Schulmusik, das Konzertfach Orgel und Komposition bei Joseph Haas und Walter Jacobi. Verheiratet war er mit Elisabeth, eine geborene Glas. Zwei Söhne und zwei Töchter gingen aus der Ehe hervor.

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Brand schon als Chorregent und Organist in St. Peter und Paul in Neustift. Damals wirkten viele bekannte Sänger bei seinen Konzerten mit.

Ein sehr wichtiger Lebensabschnitt von Theo Brand war sein Wirken als Musiklehrer am Deutschen Gymnasium, das später – auch durch sein Zutun – in Camerloher-Gymnasium umbenannte wurde. Er prägte das Fach Musik am Camerloher von 1952 bis 1986 maßgeblich mit.

udem erhielt Brand Lehraufträge am Institut für Lehrerfortbildung in Freising, an der philosophisch-theologischen Hochschule in Freising und an der staatlichen Hochschule für Musik in München. Von 1964 bis 1973 leitete er das Freisinger Kammerorchester. Sein unermüdliches musikalisches Schaffen motivierte viele seiner Schüler, die Laufbahn eines Musikers einzuschlagen: In ganz Bayern wirken oder wirkten ehemalige „Camerloher“ als Chorleiter oder Musiklehrer. Zu seiner Freude besuchten ihn öfters frühere Schüler in seinem Haus in Kranzberg. Dabei entstanden immer wieder Pläne für neue Kompositionen und Uraufführungen.

Außerdem machte sich Theo Brand auch als Komponist einen Namen. Zu seinen Werken zählen Jugendmusik (unter anderem die „Weilheimer Stückl“, Schuloper aus dem Jahr 1967), viele Werke in der geistlichen Musik (zum Beispiel die „Marienlegende“, uraufgeführt 1955 vom Chor des Bayerischen Rundfunks) sowie zahlreiche Chorzyklen und vielfältige Instrumentalmusik. Darüber hinaus bearbeitete Brand auch Werke von Placidus von Camerloher und sorgte für deren Veröffentlichung. Für sein unermüdliches Schaffen als Musiker erhielt Brand 1986 den Kulturpreis und 2012 die Ehrenmedaille der Stadt Freising.

Peter Spanrad

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