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Bei den Freien Wählern in Freising ist nach dem Moratoriums-Ärger wieder Ruhe eingekehrt

Nach dem Lärm geht’s jetzt um den Dreck

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Der Ärger über das Startbahn-Moratorium hat die Freien Wähler im Landkreis etwa zehn Mitglieder gekostet – wobei allein beim Ortsverband Freising sieben der etwa 100 Mitglieder ausgetreten sind. Inzwischen sei wieder Ruhe eingekehrt, berichtet der Freisinger Ortsvorsitzende Robert Weller.

Landkreis – „Viele unserer Mitglieder kannten die Details der Koalitionsvereinbarung zunächst gar nicht genau“, sagt Weller. Inzwischen sei „das Verständnis gewachsen“ und die Vereinbarung werde von den meisten FWlern als Erfolg gesehen: „Alle stehen hinter Benno Zierer“, sagt Weller, „und wissen zu schätzen, was er im Vorfeld zusammen mit Manfred Pointner erreicht hat“. Es gebe sogar viele „Glückwünsche“ und Lob „für ihren Einsatz“.

Bekanntlich haben die Freien Wähler mit der CSU ausgehandelt, dass das Projekt dritte Startbahn fünf Jahre lang nicht weiter verfolgt werden darf. Das betrifft weitergehende Planungen ebenso wie weiteren Grunderwerb. Der wiedergewählte Abgeordnete Benno Zierer geht davon aus, dass dies das Ende des Vorhabens bedeutet. „Man kann nicht nach fünf Jahren den Schalter umlegen und anfangen, zu bauen“. Selbst im für den Flughafen günstigsten Fall gebe es innerhalb von zehn Jahren keinen Baubeginn im Moos. Doch selbst dazu wird es nach Ansicht Zierers nicht mehr kommen. „Alle Baupläne sind bis dahin überholt“, sagt Zierer, „ganz zu schweigen davon, dass sich künftig die Umweltschutzauflagen deutlich verschärfen werden.“ Vor allem werde das bis dato kaum berücksichtigte Thema Ultrafeinstaub in den Vordergrund rücken: „Bis jetzt haben wir uns nur über den Lärm unterhalten“, sagt Zierer, „in Zukunft wird es vor allem um den Dreck gehen, der aus den Triebwerken der Flugzeuge kommt – Ultrafeinstaub“.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre werde man bei diesem Thema „enorm Gas geben“, sagt Zierer. Dabei werde man eng mit dem Bürgerverein Freising zusammenarbeiten. Der neue Umweltminister Thorsten Glauber habe ihm bereits zugesichert: „Da machen wir etwas“. Bisher gebe es noch gar keine offiziellen Messungen, „weil sich der Flughafen als dafür nicht zuständig sieht“. Das werde sich bald ändern. Wenn erst einmal systematisch gemessen und Grenzwerte festgelegt würden, „dann wird sich herausstellen, dass eine Erweiterung des Flughafens allein schon wegen der Ultrafeinstaub-Emmissionen nicht mehr machbar ist“. Das werde auch andere Flughäfen treffen, glaubt der FW-Abgeordnete.

Jetzt freilich müsse zunächst einmal das Moratorium mit allen für das Flughafenumland wichtigen Details „festgezurrt“ werden. Zierer: „Wir müssen sicherstellen, dass das der Aufsichtsrat der FMG das auch so umsetzt, dass zu 100 Prozent nichts mehr passiert in Sachen Startbahn. Das muss so eindeutig sein, dass ein Bruch der Koalition unvermeidlich wäre, sollten wir hintergangen werden.“

Er sei aber optimistisch, „dass wir in absehbarer Zeit einen Schlussstrich unter die Startbahn ziehen können“. „Das“, so Zierer, „weiß auch FMG-Chef Michael Kerkloh.“ Seine Reaktion auf das Moratorium sei „dementsprechend“ gewesen. Generell glaube man am Flughafen nicht mehr, dass die Startbahn noch kommt – „das zumindest sagen meine Kontakte zum Flughafen“.

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