KATWARN löst für ganz Nürnberg aus - deutliche Warnung - Rauchsäule über Stadt

KATWARN löst für ganz Nürnberg aus - deutliche Warnung - Rauchsäule über Stadt
+
Standen Rede und Antwort: Stadtbaumeisterin Barbara Schelle, Julius Peisl (Landschaftsarchitekt), Barbara Hummel (Stadtplanerin) und Heiko Huppenberger (Stadtplanungsamt, v. l.).

Emotionales Finale beim Finale der  Ortsentwicklung von Hohenbachern

Freisinger  MdL Benno Zierer wettert gegen  Planer: „Sie sind in Ihrem eigenen Kosmos“

Beim Finale des Bürgerdialogs in Hohenbachern riss MdL Benno Zierer der Geduldsfaden. Er  wollte mehr Visionen von den Planern.

Hohenbachern – Relativ wenig Anklang fand der Abschluss-Abend zum Thema Ortsentwicklung von Hohen- und Kleinbachern. Nach einigen vergangenen Bürgerdialogen wurden unter dem Motto „Zusammen geht mehr“ die wichtigsten Zukunftsfragen beider Ortschaften im Schützenheim thematisiert. Zu guter Letzt riss allerdings dem Kleinbacherner Landtagsabgeordneten Benno Zierer der Geduldsfaden.

Unruhe unter den Zuhörern

Bei der Vorstellung der neuen Rahmenpläne von Hohen- und Kleinbachern, die Grundlage für den anstehenden Flächennutzungsplan sind, kam es zu Unruhe unter den Zuhörern. „Papier ist ja recht geduldig“, meinte ein Bürger, ein anderer: „Da wird man viel wieder rausstreichen müssen!“ Relativ rasch meldete sich dann auch MdL Benno Zierer zu Wort. Zierer kritisierte vor allem, dass die Planungen keinerlei Visionen aufzeigen würden. Die Verantwortlichen, so schimpfte Zierer, hätten somit den Bürgerauftrag verweigert und stattdessen sozialistisches Gedankengut an den Tag gelegt. Er mahnte an, dass es mit diesen Rahmenplänen keinerlei Möglichkeit mehr gäbe, vernünftige Baugrundstücke auszuweisen. Das Ansinnen von Julius Peisl (Landschaftsarchitekt bei den Toponauten) und Architektin und Stadtplanerin Barbara Hummel, eine moderierte Diskussion zu führen, scheiterte kläglich, denn Zierer übernahm, immer etwas lauter werdend, die Wortführung.

Aber auch eine Bürgerin schilderte ihre Angst, dass die eigenen Kinder nach dem Abriss des bestehenden Hauses nicht mehr auf dem eigenen Grundstück bauen dürften, da das alte Haus auf den Grundstücksgrenzen stehe.

Hummel zeigte sich nach insgesamt über einem Jahr der Bürgerbeteiligung von den Anliegen einiger Besucher verwirrt. Von ihr sei es immer so verstanden worden, als wolle man am liebsten alles belassen. „Damals wären wir fast gelyncht worden, als wir von Veränderungen gesprochen haben“, blickte Hummel zurück. Benno Zierer stellte abschließend zum Vorhaben der Planenden kopfschüttelnd fest: „Sie sind in Ihrem eigenen Kosmos.“

Harmonischer Beginn

Dabei hatte alles ganz harmonisch angefangen. Julius Peisl stellte ambitioniert sämtliche Nah- und Fernziele vor, die aus den Bürgeranliegen zentriert worden waren. Vorrangig, so Peisl, sei es allen wichtig gewesen, dass der Charakter beider Orte erhalten bleiben sollte. Deshalb auch: Innenentwicklung fördern statt Neubaugebiete forcieren. Um ausgefranste Ansiedlungen zu vermeiden, wäre eine Dorf-Umrandung mit Bäumen durchaus zu bedenken. Historische Gebäude, von denen es vor allem in Hohenbachern zahlreiche gibt, gelte es zu erhalten – alte Höfe könnten zum Beispiel eine Umnutzung erfahren. Wichtig war Peisl auch der unbedingte Erhalt des Südhangs, den man mit der Ausstattung von einigen Parkbänken durchaus attraktiv gestalten könne für Spaziergänger. Auch die Möglichkeit eines Dorfladens wurde angerissen, ebenso wie die Suche nach einem Identifikations-Ort wie den Kirchplatz. Die Bushaltestellen beider Ortschaften könnte man an anderen Standorten prüfen, allerdings müsse das noch mit Anwohnern ausreichend geklärt werden. 2020 soll auch ein neues ÖPNV-Konzept in Abstimmung mit der Stadt Freising für eine bessere Verbindung sorgen. Auch das alte, schon einmal gescheiterte Projekt des Radwegs nach Freising wurde wieder einmal als Herzenswunsch der Bürger aufgenommen. Ein erstmal zurückgestellter Baustein von vielen Problempunkten blieb die Hochwasser-Thematik von Kleinbachern. Eine sofortige Umsetzung sei nicht möglich, da es dringlichere Gemeinden mit ähnlichen Sachlage gäbe.

Gestaltungsfibel-Konzept

Im weiteren Verlauf stellte die Architektin und Stadtplanerin Barbara Hummel die Konzipierung einer Gestaltungsfibel vor. Dieses Handbuch soll dann als Leitfaden für die Entwicklung beider Orte nutzbar sein. So könnten zum Beispiel Umbauten ganz im alten Stil vorgenommen werden, ohne den Charakter eines Dorfes visuell zu schädigen. Für diese Publikation müssten aber zuerst spezielle Fachleute gesucht und gefunden werden.                                                                       Richard Lorenz


Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nach der Ära Ecker: Hans Sailer will für die FWG Bürgermeister von Au werden
Eine Ära geht zu Ende: Karl Ecker gibt nach 24 Jahren sein Bürgermeisteramt ab. Sein Nachfolger für die Freie Wählergemeinschaft Au soll Hans Sailer werden.
Nach der Ära Ecker: Hans Sailer will für die FWG Bürgermeister von Au werden
Bürger für Eching, Echinger Mitte und ÖDP unterstützen Thaler im Wahlkampf
Für die Kommunalwahl 2020 üben drei Echinger Parteien den Schulterschluss und unterstützen Bürgermeister Thaler. Die Bürger für Eching, Echinger Mitte und ÖDP schicken …
Bürger für Eching, Echinger Mitte und ÖDP unterstützen Thaler im Wahlkampf
Unfall auf der A9: Großeinsatz mit Hubschrauber - Fahrer stirbt
Großeinsatz auf der A9: Zwischen Allershausen und Neufahrn in Richtung München gab es einen Unfall, der Rettungshubschrauber war im Einsatz. 
Unfall auf der A9: Großeinsatz mit Hubschrauber - Fahrer stirbt
Freising soll familienfreundlichste Stadt Oberbayerns werden: FDP hat klare Ziele
Freising zur familienfreundlichsten Stadt Oberbayerns machen: Das ist das Ziel der Freisinger FDP. Doch es gibt noch mehr Themen, die die Liberalen anpacken wollen.
Freising soll familienfreundlichste Stadt Oberbayerns werden: FDP hat klare Ziele

Kommentare