Hatte das Orchester mit großer Musikalität im Griff: Hauptmann Martin Jankovsky dirigierte nicht nur das Luftwaffenmusikkorps 1 aus Neubiberg, sondern wusste auch viel Interessantes zu den einzelnen Musikstücken zu erzählen. Foto: Gleixner

Benefizkonzert des Luftwaffenmusikkorps: Perfektes Ständchen für die neue Garnison

Freising - Es ist Stammgast in Freising: das Luftwaffenmusikkorps 1, das am Donnerstag bei einem Benefizkonzert in der Luitpoldhalle ein „Heimspiel“ hatte, wie OB Dieter Thalhammer sagte. Konzertante Blasmusik zwischen Marsch und „Abba“, zwischen Klassik und „My Fair Lady“ - Thalhammer hatte seine zahlreichen Vorschusslorbeeren zu recht verteilt.

Am Anfang war der Kontrast - der Kontrast zwischen dem schrecklich pfeifenden Mikro auf der einen Seite, mit dem der OB einen „perfekt arrangierten Reigen großer, konzertanter Musik“ versprach, und dem perfekten Wohlklang des Blasorchester aus Neubiberg auf der anderen Seite, das von Hauptmann Martin Jankovsky mit fester Hand dirigiert wurde. Jankovsky war es auch, der zwischen den Stücken jeweils etwas über die Komposition und den Komponisten zu erzählen hatte. Und so versicherte er einer zu zwei Drittel gefüllten Luitpoldhalle, dass man nächstes Mal gerne eine „Festmusik der Stadt Freising“ spielen würden, wenn sie denn nur komponiert würde. Eine „Festmusik der Stadt Wien“ gibt es - und zwar von Richard Strauss -, die den Auftakt des Benefizkonzertes zu Gunsten der Bürgerstiftung Freising und des Sozialwerks der Bundeswehr bildete. Und schon da bewies das Orchester in seinen blauen Ausgeh-Uniformen, dass man die gesamte Palette vom Bombast bis zu leisen Melodien perfekt beherrscht.

Diese Bandbreite wies auch das zweite Stück des Abends auf: Franz von Suppés Ouvertüre zu „Pique Dame“ - ein Potpourri von ruhigen Partien über galoppierendes Staccato bis zu einem Feuerwerk, bei dem man sich laut Janovsky „an den Stühlen festkrallen“ musste. Die musikalische Vielfalt kam dann mit dem „Peronne Marsch“ von Hans Felix Husadel und einem Medley von „Abba“-Welthits so richtig zum Tragen - zackige Militärmusik auf der einen, für Blasorchester arrangierte, mit viel Schwung interpretierte Pop-Songs auf der anderen Seite.

Freilich: Der humorigen Aufforderung des Dirigenten, entweder bei Dimitri Schostakowitschs berühmten „Second Waltz“ aus der Jazz Suite No. 2 im Dreivierteltrakt oder bei Alfred Reeds „Second Suite for Band“ zu lateinamerikanischen Rhythmen das Tanzbein zu schwingen, kam am Donnerstag in der Luitpoldhalle niemand nach. Dafür zuckte es bei „Die deutsche Kaisergarde“ von Friedrich Wilhelm Voigt oder auch bei „Graf Zeppelin“ von Carl Teike doch ziemlich in den Beinen.

OB Thalhammer hatte also nicht zu viel versprochen. Und Thalhammer hatte auch eine gute Nachricht dabei: Freising ist wieder Garnisonsstadt! Denn seit der jüngsten Bundeswehrreform sei die Radaranlage bei Haindlfing wieder ein eigener, selbstständiger Bundeswehr-Standort.

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