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Bericht aus dem Freisinger Amtsgericht

Fünf Jahre Gefängnis für dreisten Kupferdieb

Bei insgesamt über 80 Einbrüchen in metallverarbeitende Betriebe und Elektrofirmen im südbayerischen Raum machte eine rumänische Bande Beute in Höhe von knapp zwei Millionen Euro. Besonders aktiv war ein 29-jähriger Gelegenheitsarbeiter, der auch an Einbrüchen in Freising beteiligt war und sich jetzt eine Gesamtstrafe von fünf Jahren einhandelte.

Freising/Landshut – Seit November 2014 war die Ermittlungsgruppe „Andrada“ der Kripo Oberbayern-Nord hinter der rumänischen Bande her, deren über 40 Mitglieder in den vergangenen Monaten auf der Anklagebank landeten. Federführend in den strafrechtlichen Verfahren war und ist die Landshuter Staatsanwaltschaft, wobei gegen die führenden Köpfe in Verfahren vor dem Landgericht bereits Freiheitsstrafen jenseits der fünf Jahre verhängt wurden.

Die Bande hatte sich Ende 2013 zusammengeschossen und von da an Einbrüche in metallverarbeitende Betriebe und Elektrofirmen im gesamten südbayerischen Raum begangen, wobei meist drei bis vier Bandenmitglieder bei einem Coup, bei denen man es hauptsächlich auf Kupferkabel und Buntmetalle abgesehen hatte, beteiligt waren.

Bei den Einbrüchen wurden jeweils die Eingangstüren und -tore zu Firmengebäuden und -lagerräumen aufgebrochen und manchmal tonnenweise Metall entwendet.

Besonders dreist: Für den Transport wurden nicht nur eigene, sondern häufig zuvor entwendete Lieferwagen oderLkw benutzt und das Metall dann in erster Linie nach Holland gebracht, wo man entsprechende Abnehmer an der Hand hatte.

Auf die Spur der Gang kam die Ermittlungsgruppe „Andrada“ durch eine umfangreiche Funkzellenauswertung. Aber auch sonstige Spuren – wie etwa von Schuhprofilen – hatten die Täter hinterlassen. Zudem gab es auch – unfreiwillig gelieferte – Fotos der Akteure: So beispielsweise, als einer der Kupferdiebe in eine Geschwindigkeitskontrolle geriet und er auf dem Radarbild eindeutig identifiziert werden konnte. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sein Handy an einem der Tatorte zur Tatzeit eingebucht war.

Ein besonders aktives Bandenmitglied war der 29-jährige Gelegenheitsarbeiter, der sich zunächst beim Amtsgericht Landshut für die Beteiligung an einem halben Dutzend Einbrüche eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten einhandelte. Im Verlauf der Prozesse gegen weitere Bandenmitglieder stellte sich heraus, dass er wesentlich öfter im „Einsatz“ war.

Insgesamt weitere zwölf Fälle, bei denen der Beutewert rund 300 000 Euro betrug, warf ihm die Anklage vor der 4. Strafkammer vor. So wurde ihm unter anderemzur Last gelegt, bei einem Einbruch am 8. Dezember 2014 mit weiteren rumänischen Mittätern in die Lagerhalle einer Firma in den Guten Ängern in Freising eingebrochen zu sein. Dort wurden dann Kupferteile mit einem Gesamtgewicht von 2,6 Tonnen und einem Wert von 10 000 Euro entwendet und nach Holland verfrachtet.

Weitere „Einsatzorte“ des 29-Jährigen lagen in Oberbayer. So war er etwa in Garching, Neuötting und Reischach, aber auch in Niederbayern und der Oberpfalz war er aktiv.

Der bereits seit Oktober 2015 in Untersuchungshaft sitzende Gelegenheitsarbeiter entschloss sich auf Anraten seines Verteidigers Christoph Spilger beim Prozessauftakt zu einem weitgehenden Geständnis.

Und das wurde dann auch entsprechend „honoriert“: Die Hälfte der ihm zur Last gelegten Fälle wurde aus „prozessökonomischen Gründen“ eingestellt und deshalb kam er mit einem moderaten „Nachschlag“ davon: Die Gesamtfreiheitsstrafe (inklusive Amtsgerichtsurteil) wurde auf moderate fünf Jahre aufgestockt.

Eher symbolischen Charakter hatte angesichts der finanziellen Verhältnisse des 29-Jährigen die Anordnung eines Wertersatzes in Höhe von 157 000 Euro.                                    Walter Schöttl

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