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Bericht aus dem Gericht

Prügelattacke mit vielen Fragezeichen

In der Nacht sollen drei Flüchtlinge einen 41-jährigen Pakistaner in seiner Unterkunft im Landkreis verprügelt haben. Der Asylbewerber habe die Angreifer zuvor der Schwarzarbeit beschuldigt, hieß es. Der Fall konnte nicht ganz entwirrt werden: Es gab einen Freispruch.

Landkreis – Die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten bestritten den Übergriff und hielten dem Pakistaner im Gegenzug vor, einen der ihren vergewaltigt zu haben. Vor dem Amtsgericht Freising mussten sich die jungen Männer wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Der Prozessverlauf gestaltete sich schwierig: Unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Religionen trafen aufeinander. Zwei Dolmetscher waren nötig. Selbst der Bildungsstand spielte im Prozessverlauf eine Rolle. Der Pakistaner bezeichnete den Wortführer unter den Angeklagten als „einen von den Gebildeten.“ Der habe ihm am meisten Probleme gemacht.“

In der Nacht auf den 16. Februar vergangenen Jahres sollen die drei Flüchtlinge in das Zimmer des 41-Jährigen eingedrungen sein und ihn aus dem Bett gezerrt haben. Der Wortführer habe ihn geschlagen und getreten. Ein Begleiter, ein Praktikant aus Syrien, soll ihn mit einem Stock bearbeitet haben. „Die haben mit mir gespielt, als ob ich ein Fußball wäre“, sagte der Pakistaner. Der Tatbeitrag des dritten Angeklagten bleibt ungeklärt. Der Betroffene berichtete, teilweise das Bewusstsein verloren zu haben. Diese Aussage wurde von einem Landsmann (26) bestätigt. Der hatte den Ermittlern mitgeteilt, die Attacken im Zimmer des 41-Jährigen beobachtet zu haben. Erst als er sich als Zeuge zu erkennen gab, hätten die drei Araber von ihm abgelassen.

Nach Informationen des Pakistaners hätten sich die Angreifer mit ihrem Übergriff für eine Aussage in einem vorausgehenden Prozess wegen Schwarzarbeit gerächt. Seit diesem Prozesstag hätten sienämlich immer wieder versucht, seiner habhaft zu werden. Die Angeklagten bestritten nicht nur jede Schuld, sodnern bezcuihet auch nioch den Kläger: Der habe vier Tage vor dem „angeblichen Übergriff“ einen jungen Syrer in der Dusche der Flüchtlingsunterkunft „sexuell belästigt“. Der Pakistaner indes wies die Anschuldigungen als haltlos zurück.

Warum sich der 41-Jährige allerdings erst über einen Monat nach der brutalen Attacke bei der Polizei meldete, dafür gab er zwei Gründe an. Zu einen habe ihm mit dem Tode gedroht, zum anderen fürchte er die „Allmacht von Ordnungshütern“. Er sei eben ein einfacher Mann, führte der Zeuge aus. „Ich bin in einem Dorf aufgewachsen.“

Differenzen in den Aussagen des 41-Jährigen und seines Landsmanns, der die Tat beobachtet haben will, im Prozesses aber dann doch einräumte, gar nicht am Tatort gewesen zu sein, sowie andere Ungereimtheiten machten es dem Gericht unmöglich, den Fall völlig zu durcheuchten. Richter Michael Geltl sprach die Angeklagten frei. Das mutmaßliche Opfer habe sich in wesentlichen Teilen in Widersprüche verwickelt. Außerdem waren auch einige Aussagen des 41-Jährigen und des 26-jährigen „Augenzeugen“ Landsmanns nicht in Einklang zu bringen.                                                                                                                                                                                                                 Andreas Sachse

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