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Bericht aus dem Gericht

„Amokähnlicher Gewaltexzess“

Für Richter Manfred Kastlmeier war es ein „Gewaltexzess, der seinesgleichen sucht“. Im Zuge eines Streits war ein vorbestrafter 35-Jähriger im Frühling 2016 zum wiederholten Male komplett ausgerastet: Er schlug zwei Frauen und drohte einem 31-Jährigen drastisch, ihn hinzurichten. Dafür wandert er jetzt sieben Monate hinter Gitter.

Der momentan arbeitslose Angeklagte, der bereits sieben Mal vorbestraft ist (unter anderem wegen Raubs und Betrugs) hat seine damalige Frau auch schon 2012 geschlagen. Das ging in der Verhandlung vor dem Amtsgericht Freising hervor Dem Opfer brach er dabei zwei Rippen. Doch im April 2016 verlor er komplett die Kontrolle über sich: In der Wohnung seiner Ex, mit der er eine Tochter und einen Sohn hat, traf er zufällig auf deren Bruder (31) und dessen Frau. Und beide waren für ihn ein rotes Tuch: Denn der 35-Jährige hatte dem Bruder seiner Ex seit Jahren vorgeworfen, er habe seine Tochter missbraucht. So kippte auch an jenem Apriltag die Stimmung schnell: Es kam wieder zu den üblichen Vorwürfen und zum Streit, in dessen Verlauf der Angeklagte auch beide Frauen schlug. Dann nahm er sich seinen Ex-Schwager vor: Mit einem etwa 20 Zentimeter langen Küchenmesser, das er drohend über dem Kopf schwang, forderte er den 31-Jährigen auf, sich hinzuknieen, damit er ihn auf der Stelle hinrichten könne. Die Frauen warfen sich dazwischen und alarmierten die Polizei.

Der Verurteilte bereute zwar vor dem Richter sein Verhalten von damals, rückte aber vom Missbrauchsvorwurf gegen seinen Ex-Schwager nicht ab. Seine Vorwürfe bestätigten sich jedoch im Laufe der Verhandlung auch nach mehrfachen Zeugenaussagen nicht.

Die Verteidigerin des Angeklagten riet, Milde walten zu lassen. Die Reaktion sei aus Sicht ihres Mandanten und dessen gespannten Verhältnisses zum Schwager nachvollziehbar. Dem widersprach Richter Manfred Kastlmeier vehement: Vor allem die Tatsache, dass der bereits mehrfach Vorbestrafte seinem Ex-Schwager „amokähnlich“ mit Hinrichtung gedroht habe, sei Grund genug für eine siebenmonatige Gefängnisstrafe. Der Angeklagte nahm den Urteilsspruch emotionslos entgegen.    Lucas Sauter Orengo

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