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Eine Großrazzia hat am Dienstagmorgen in der Flüchtlingsunterkunft an der Katharina-Mair-Straße in Freising stattgefunden.

Großrazzia

Blühender Drogenhandel in Freisinger Unterkunft - Flüchtlingshelferin sieht Berufsverbot als Teil des Problems

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Fünf Asylbewerber sind im Rahmen einer Großrazzia von der Polizei wegen Drogenhandels verhaftet worden. Der Vorfall trifft vor allem unschuldige Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer schwer. 

Freising – Der Zugriff erfolgte in aller Früh: Um 6 Uhr stellten am Dienstagmorgen rund 80 Polizeikräfte die Asylbewerberunterkunft an der Katharina-Mair-Straße in Freising auf den Kopf. Wie berichtet, waren vier Asylbewerber aus Afrika wegen Drogenhandels ins Visier der Kripo Erding geraten – und im Zuge der Razzia auch festgenommen worden. In der Unterkunft fand die Polizei nach eigenen Angaben mehrere hundert Gramm Marihuana und Bargeld in Höhe von mehreren tausend Euro.

Aber waren für diesen Einsatz tatsächlich so viele Polizeikräfte notwendig? „Ja“, sagte Michaela Grob, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Bei einem Objekt dieser Größe sei das üblich. „Und da machen wir keinen Unterschied, ob es sich um eine Flüchtlingsunterkunft handelt oder um ein Bordell oder eine Spielothek“, betonte die Sprecherin. „Wenn man viele Räumlichkeiten gleichzeitig durchsucht, muss verhindert werden, dass Beweismaterial abhanden kommt oder Personen sich der Festnahme entziehen.“ Neben dem mutmaßlichen Dealer-Quartett wurde im Rahmen der Razzia auch noch ein fünfter Afrikaner festgenommen. „Bei ihm wurden ebenfalls Betäubungsmittel in größeren Mengen gefunden.“

Landratsamt und Regierung reagieren auf den Vorfall schmallippig

Dass es sich in der Unterkunft um ein unabhängiges „Kleinunternehmen“ gehandelt hat, ist unwahrscheinlich. Vielmehr dürfte das Quartett Teil eines Drogenrings sein. „Die Razzia kam im Rahmen eines größeren Verfahrens der Kripo zustande“, bestätigte Grob. Die Frage, woher die mutmaßlichen Dealer das Cannabis bezogen haben, ob es im Inland produziert wurde oder aus Übersee kommt, beantwortete die Sprecherin hingegen aus ermittlungstechnischen Gründen nicht. „Über die Wege der Drogen geben wir grundsätzlich keine Auskunft.“

Schmallippig war man am Donnerstag im Landratsamt. Die Behörde organisiert zwar die Flüchtlingsunterbringung im Landkreis. Auf FT-Nachfrage betonte Sprecherin Eva Zimmerhof jedoch, dass die Zuständigkeit für die Gebäude bei der Regierung von Oberbayern liege. „Aber natürlich sind wir über die Vorkommnisse nicht erfreut.“ Landrat Josef Hauner, der sich auf Dienstreise befindet, stand am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung. Die Regierung von Oberbayern wollte den Vorfall ebenfalls nicht kommentieren – mit Verweis auf das laufende Verfahren.

Senegalesen erhalten gerade mal 180 Euro im Monat

Wenig begeistert über die Vorgänge in dem Asylbewerberheim sind auch die ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer. „Für uns ist dieser Vorfall natürlich schlecht, weil die Unterkunft in der Nachbarschaft ohnehin nicht allzu willkommen ist“, sagte Katharina Capric dem FT. Nun müssten viele unschuldige Flüchtlinge darunter leiden, dass sich „ein kleiner Bruchteil“ etwas zu schulden habe kommen lassen.

Capric glaubt, dass auch das Arbeitsverbot eine Rolle dabei spielt, dass Flüchtlinge damit beginnen, Drogen zu veräußern. Als Beleg dafür sieht die Flüchtlingsbetreuerin, dass sich unter den Festgenommenen auch zwei Senegalesen befinden. Weil die aus einem laut Politik „sicherem Herkunftsland“ stammen, würden sie nur noch gekürzte Leistungen erhalten. „Die bekommen rund 180 Euro im Monat. Wie soll man damit klarkommen?“

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