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Bonfire-Festival am Freisinger Schafhof: Eine Musikalische Sehnsuchtsreise

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Selbst die jüngsten Gäste wurden von der Musik, die das Bonfire-Festival zu bieten hatte, in ihren Bann gezogen.
Selbst die jüngsten Gäste wurden von der Musik, die das Bonfire-Festival zu bieten hatte, in ihren Bann gezogen. © Michalek

Es war so schön, wie man es kennt: Das Bonfire-Festival am Schafhof in Freising. Ein Festival für handgemachte Musik eben.

Freising – Es sind diese magischen Momente des Freisinger Bonfire-Festivals, die sich in das Gedächtnis der Musikfreunde brennen – magische Momente, von denen es auch dieses Jahr genügend gab. Ein Hauch Woodstock, eine Portion New-Port-Folk-Festival und natürlich auch ein wenig von „Songs an einem Sommerabend“ – ein Festival für handgemachte Musik, die sich stets vor dem Menschsein verneigt und vielleicht gerade deshalb wichtiger als jemals zuvor ist. Rund 700 Musikfans sind am Samstag zum Schafhof gepilgert, um sich über neun Stunden lang auf eine musikalische Sehnsuchtsreise zu begeben.

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Alleine die Künstler-Liste war beim heurigen Bonfire-Festival gigantisch: Flowoflife mit Gästen, Simone Saitenfeder, Big S, Former Child, Friedrich & Wiesenhütter, Raffael Luto mit Tobias Hölzl und natürlich Apollon’s Smile, die Gründer und Väter des Bonfire-Festivals. Auch mit an Bord wäre dieses Jahr eigentlich auch die Folk-Neuentdeckung Lisa Fitzek gewesen, die allerdings leider aufgrund einer Erkrankung kurzfristig hatte absagen müssen. Was beweist, dass sich das Umsonst-und-Draußen-Festival längst zu einer festen Kulturgröße in Freising etabliert hat: Bereits um 14 Uhr war das Schafhof-Areal gut gefüllt und die ersten Decken auf der Wiese ausgebreitet.

Bonfire-Festival: Das Wetter spielte mit

Zwar hatte es anfänglich noch nach Regen ausgeschaut, aber ein Umzug ins Tonnengewölbe war nicht nötig gewesen – erfreulicherweise, denn ein Bonfire ohne Sternenhimmel ist im Grunde zwar machbar und gleichzeitig doch undenkbar. Die Abfolge der Künstler, und das muss Marc Hanow und Julian Hobmeier attestiert werden, war wieder ein Genie-Streich und zeugt von ihrem Feingefühl, wann welcher Sound die Menschen am besten erreicht.

Als Opener hätte deshalb nichts Besseres gewählt werden können als Flowoflifes Reggea-Folk um die Signatur des Bonfire gleich anfangs zu verdeutlichen: Songs aus dem Leben, die Hoffnung schenken sollen und gleichermaßen Zuversicht.

Ob nun Saitenfeders poetische Hommage an den „Vogel namens Fantasie“, der fein nuancierte New-Folk von Big S mit Schattenwürfen in Springsteens „Tom Joad“, einer Reise zu Loops und perfekt temperieren Sounds von Former Child oder den tiefen Seelenerkundungen von Raffael Luto und Tobias Hölzl – hier waren Singer/Songwriter zugange, denen es ernst ist mit ihrer Kunst und deshalb das Publikum jederzeit berühren konnten. Was dann Friedrich & Wiesenhütter auf die Bühne brachten, war zwar durchbrochen von humorvollen Zwischentexten, allerdings beschäftigen sie sich in ihren Songs mit den großen Themen der Achtsamkeit, dem Erwachsenenwerden und den Verlusten, die jeder von uns einstecken muss. Was hier besonders eindrucksvoll war: Während die beiden Musiker von den Widrigkeiten des Älterwerdens sangen, tollten zahlreiche Kinder um die Bühne herum, kletterten auf den Baum im Backstage und wurden so zu einem realen Musikvideo des Songs der beiden Musiker aus Berlin.

Auch herzberührend: Zu einem Lied von Friedrich & Wiesenhütter, in dem es um gegenseitigen Respekt und der Gleichheit aller Menschen ging, tanzte in der untergehenden Sonne eine Mutter mit ihrem gehandicapten Sohn vor der Bühne. Kurz vor 22 Uhr war es dann aber soweit und Apollon’s Smile läuteten den Endspurt von diesjährigen Bonfire-Festival ein – mit Songs über das Leben, das voller Träume stecken kann. „Wir müssen um 23 Uhr aufhören, es tut uns leid“, so Hanow. Denn eines war klar: Vermutlich hätten die Gäste es nämlich sogar noch bis zum Morgen unter dem Sternenhimmel ausgehalten. Was Hanow auch noch wichtig war: Ohne die zahlreichen Sponsoren und helfenden Hände seiner Crew könnte so ein Ausnahme-Festival gar nicht gewuchtet werden – und auch nicht ohne das Sound-Mastermind Otto Lipp, der wieder mal für den perfekten Ton gesorgt hat.

Richard Lorenz

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