Verfügt der Kanal in der Heiliggeistgasse über genügend Kapazitäten bei Starkregen? foto: eser

Nach Überschwemmungen

Brennpunkt Heiliggeistgasse: Mehr Hochwasserschutz geplant

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Nach dem Hochwasservorfall im August 2017 warten die Bewohner der Heiliggeistgasse immer noch auf weitere Schutzmaßnahmen. Jetzt tut sich offenbar was im Freisinger Rathaus.

Freising – Ein starker Regenfall sorgte am 17. August 2017 dafür, dass Wasser in zwei Geschäfte an der Heiliggeistgasse in Freising drang. Andere Anwohner hatten Glück, dass die Niederschläge stoppten, ehe das Wasser die Hauswände erreicht hatte. Einer, der gerade noch mal davonkam, war Michael Pohla. Der pocht seitdem vehement auf weitere Schutzmaßnahmen. Denn was besonders pikant ist: dass es zu dem Vorfall kam, obwohl die Stadt zugesagt hatte, im Rahmen der kurz zuvor ausgeführten Straßensanierung für ausreichend Hochwasserschutz zu sorgen. Die Stadt versprach, „mit Hochdruck“ Lösungen zu untersuchen (wir berichteten).

Auf Pohlas Betreiben hin kam es im Oktober zu einer Ortsbesichtigung mit Michael Schulze. Der städtische Koordinator für die Innenstadtsanierung sah sich alles genau an und kündigte für den November Ergebnisse an.

Der November ist längst vergangen, und noch immer wartet Pohla auf Lösungen. „Der Begriff, mit Hochdruck einer Sache nachzugehen, muss wohl neu definiert werden“, schrieb er mit Galgenhumor in einem Leserbrief (FT vom 3./4. Februar). Seine Fragen, die er Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher anlässlich des Schadensereignisses gestellt habe, seien noch immer nicht beantwortet: Warum konnte es nach der Sanierung zu diesem Hochwasser kommen? Und was ist geplant, um die Anwohner zu schützen?

Antworten gab auf FT-Nachfrage Rathaus-Sprecherin Christl Steinhart: „Die Oberflächenentwässerung – so ein erstes Teilergebnis – funktioniert“, schreibt sie in einer ausführlichen Pressemitteilung. „Die nach den Regeln der Technik erforderliche Leistungsfähigkeit des Kanals ist nachgewiesen.“ Das freilich ist für betroffene Hochwasseropfer ebenso unbefriedigend wie der nächste Satz: „Aus wirtschaftlichen Gründen können die öffentlichen Entwässerungssysteme jedoch nicht so ausgelegt werden, dass bei Starkregenereignissen ein absoluter Schutz vor Überflutungen und Vernässungen gewährleistet ist.“

Immerhin: Die Stadt ist ganz offenbar gewillt, Nachbesserungen vorzunehmen. So berichtet Steinhart, dass die Stadtentwässerung das Pumpwerk „Knabenschule“ im Bereich Heiliggeistgasse/Einmündung zur Unteren Hauptstraße „mit noch leistungsfähigeren Pumpen“ ausstattet, um zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten. Zudem werde geprüft, ob der Kanal mit einer Regenwasserleitung in die Moosach entlastet werden könnte. Das hatte Pohla vorgeschlagen. Darüber hinaus kündigte die Rathaussprecherin eine Modellberechnung für einen sogenannten 30-jährigen Regen an. Auf Basis der Ergebnisse will die Stadt mit betroffenen Anliegern mögliche weitere Maßnahmen erörtern, um Überflutungsschäden zu vermeiden.

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