Dr. Dario Vincenti, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe des Klinikum Freisings, freut sich darüber, die neue schonende Methode einsetzen zu können. Klinikum
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Dr. Dario Vincenti, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe des Klinikum Freisings, freut sich darüber, die neue schonende Methode einsetzen zu können.

Deutschland-Premiere

Revolution bei Krebs-Behandlung: Verfahren ganz ohne Bestrahlung - Heilungschancen bei 90 Prozent

Mit einer neuem Verfahren beim Kampf gegen Brustkrebs geht das Klinikum Freising neue Wege. Die teils aggressive Bestrahlung der Patientin fällt weg.

Freising - Als eine der ersten Krankenhäuser in Deutschland setzt das Klinikums Freising eine neue Methode bei der Brustkrebs-OP ein. Ganz ohne Strahlenbelastung. Bei einer Brustkrebsoperation wird neben dem Tumor-Gewebe auch der sogenannte Wächter-Lymphknoten untersucht. Dieser ist der erste Lymphknoten, der im Abflussgebiet der Lymphflüssigkeit eines bösartigen Tumors liegt. erklärt Dr. Dario Vincenti, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe des Klinikum Freisings. Sollten sich Krebszellen vom ursprünglichen Herd gelöst haben, so wäre dieser Knoten wahrscheinlich als erstes betroffen. „Ihn zu finden und zu analysieren, ist daher äußerst wichtig, um abzuklären, in welchem Stadium der Krebserkrankung sich die Patientin befindet, und ob der Tumor gestreut hat.“

Für die Suche nach dem Wächter-Lymphknoten injizieren Nuklearmediziner vor der OP standardmäßig eine leicht radioaktive Lösung (Tracer) in die Brust und Achselhöhle, berichtet Vincenti. Von dort wandert dann der Tracer zum Wächter-Lymphknoten und markiert ihn so für die Entnahme.

Revolution bei Brustkrebsbehandlung: Neues Verfahren ganz ohne Bestrahlung

Eine schonende Alternative ist nun die Injektion magnetischer Nanopartikel, wie sie jetzt das Klinikum Freising als eine der ersten Kliniken in Deutschland vornimmt. Mit Hilfe einer speziellen Sonde lassen sich die Nanopartikel, und damit der Wächter-Lymphknoten schnell und exakt finden. „Da sich der Wächter-Lymphknoten nach der Eingabe bräunlich verfärbt, ist er auch optisch gut zu entdecken“, erklärt Vincenti, der auch als Leiter des Brustzentrums am Klinikum fungiert.

Das Verfahren sei mindestens so zuverlässig wie die traditionelle Methode, aber die Patientinnen seien keiner radioaktiven Strahlenbelastung ausgesetzt. Auch gebe es nachweislich kein Risiko einer allergischen Reaktion.

Brustkrebs-Bekämpfung am Klinikum Freising: Heilungs-Chancen können bei über 90 Prozent liegen

„Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen“, sagt der Chefarzt, macht aber zugleich Hoffnung: „Wird der Tumor rechtzeitig entdeckt und werden das befallene Gewebe und der befallene Lymphknoten gezielt und schnell entfernt, liegen heute die Heilungschancen bei über 90 Prozent.“

Das Klinikum Freising setzt daher auf effiziente und zugleich schonende Methoden, um die Risiken und die Belastung für betroffene Frauen so gering wie möglich zu halten. „Ich bin sehr glücklich, dass wir nun unseren Patientinnen dieses neue Verfahren anbieten können, und damit diese, aber auch unser Personal vor unnötiger Strahlung bewahren zu können“.
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