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Die Ersten auf der Liste: (v. l.) Andreas Raith, Benno Zierer, Johanna Hiergeist, Robert Weller, Richard Grimm. 

Kommunalwahl 2020

Freie Wähler stellen keinen OB-Anwärter:  „Showkandidat“ ist nicht gewünscht

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Nun haben auch die Freien Wähler Freising für den Stadtrat nominiert. Für die Kommunalwahl 2020 stellen sie keinen Oberbürgermeisterkandidaten. 

Freising – Die Freien Wähler Freising werden keinen Oberbürgermeisterkandidaten küren. Das gab am Rande der Nominierungsversammlung der FW für die Stadtratsliste der Vorsitzende der FW-Kreisvereinigung, Benno Zierer, auf Nachfrage bekannt. Man habe keinen „Showkandidaten“ aufstellen wollen, zumal der Amtsinhaber Tobias Eschenbacher (FSM) wieder antrete und im Großen und Ganzen die wichtigen Beschlüsse umgesetzt habe.

FW „schauen genau hin“

In der „Grundsatzrede“ des FW-Ortsvorsitzenden und Listenführers Robert Weller am Montag im Gasthof Lerner hörte sich das Urteil über den amtierenden OB allerdings etwas anders an: „Freising braucht die Freien Wähler“, sagte Weller. Schließlich seien es die FW, die bei vielen Themen „genau hinschauen“ und „nachbohren“. Das gelte für Bauanträge genauso wie für Ortsteilkonzepte, das sei bei der Situierung des Isarstegs Süd ebenso der Fall wie bei den Waschbecken in den Klassenzimmern der Steinpark-Schulen. Das sei bei der Baumschutzverordnung ebenso gewesen wie beim Sportentwicklungsplan, gelte gleichermaßen für den Radschnellweg Richtung München wie für den Südostring. Überall beruhten die Planungen und Verbesserungen auf Anträgen der FW und kaum eine Fraktion habe sich so für den Verkehr eingesetzt.

Alles Dinge, die der OB, der derzeit mit seinen Bürgerversammlungen durch das Stadtgebiet „tingelt“, laut Weller jetzt als Erfolge verkaufe. Das gelte auch für die dritte Startbahn: Manfred Pointner habe es geschafft, dass der gesamte Landesverband der FW hinter den Startbahngegnern stehe, was wiederum dazu geführt habe, dass im Koalitionsvertrag „ein klares Nein zur dritten Startbahn“ festgeschrieben sei, wie Weller das Moratorium bezeichnete. Denn wenn 2023 die FW wieder auf Landesebene an der Regierung beteiligt seien, werde die Startbahn weiterhin bis 2028 nicht gebaut.

„Freising braucht eine starke Mitte – und die ist nicht blau“

Und dann sei da selbstverständlich noch die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung – ein Erfolg der FW. Kurz: „Freising braucht keine Satiriker, Freising braucht keine Protest- und keine Verbotsparteien“, betonte Weller. Die FW würden eben allen auf die Finger schauen, auch dem OB, und Druck machen. Wellers Botschaft, die besonders auf die FSM gemünzt war, lautet: „Freising braucht eine starke Mitte – und die ist nicht blau.“

Die 40-köpfige Liste, auf der die fünf amtierenden FW-Stadträte allesamt wieder kandidierten, sei eine gute Mischung aus Stadträten, ehemaligen Stadträten, jungen Menschen und Neumitgliedern. Der Frauenanteil liege bei rund einem Drittel, so Weller, der den 32 anwesenden Stimmberechtigten empfahl, die Liste in der vorgelegten Reihenfolge und en bloc anzunehmen. Die Mitglieder folgten der Bitte und votierten einstimmig dafür nachdem auch Landratskandidat Helmut Petz die Werbetrommel für die Liste gerührt hatte.

Dritte Startbahn ist „klinisch tot“

Freising, so Petz, sei auch „die Heimat meines Herzens“. Auch in seinen Augen sei die dritte Startbahn durch das Moratorium „klinisch tot“. Sollte es bis 2028 gelten, müsse die Verlängerung der Gültigkeit des Planfeststellungsbeschlusses nämlich begründet und der Bedarf nachgewiesen werden. Angesichts der Tatsache, dass man am MUC rund 120 000 Flugbewegungen pro Jahr den Prognosen hinterher hinke, sei der aber auf keinen Fall gegeben.

Die Kandidaten

1. Robert Weller, 2. Johanna Hiergeist, 3. Benno Zierer, 4. Andreas Raith, 5. Richard Grimm, 5. Daniel Beck, 7. Karlheinz Freitag, 8. Robert Mordstein, 9. Dieter Hillenbrand, 10. Ernst Berg, 11. Max Meyer, 12. Alfred Lösch, 13. Elvira Wiesheu, 14. Georg Hiergeist, 15. Franziska Buckl, 16. Robert Panzer, 17. Theresa Hillenbrand, 18. Heino Pause, 19. Eva Merkel, 20. Stefan Neumaier, 21. Sofian Achour, 22. Adrian Zierer, 23. Kerstin Weller, 24. Sebastian Lechler, 25. Alex Strobl, 26. Annette Freitag, 27. Stefan Steinberger, 28. Silvia Kammerloher, 29. Norbert Feldmaier, 30. Brigitte Hillenbrand, 31. Franz Kammerloher, 32. Ulrike Grabenweger, 33. Andreas Wittmann, 34. Sabrina Willer, 35. Ludwig Ertl, 36. Amanda Berg, 37. Michael Mayer, 38. Elisabeth Mayerhofer, 39. Rolf Kaindl, 40. Hubert Westermeier.

Alle Infos über die Kommunalwahl 2020 in allen Gemeinden finden Sie in unserem großen Überblicks-Artikel.

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