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Gelbe Krawatte, grünes Gedankengut: Ulrich Vogl stellte bei der  Nominierungsversammlung der ÖDP seine Klimaschutz-Agenda vor.

Klimakämpfer

Bürgermeisterwahl 2020: ÖDP nominiert Vogl als OB-Kandidat für Freising

Ulrich Vogl will das Freisinger Rathaus als Klimakämpfer erobern. Der frisch gekürte OB-Kandidat hat seine Ziele vorgestellt. Die haben es in sich.

Freising– Hohe Ziele steckte sich die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) am Mittwoch im Hofbrauhauskeller. Nach der Aufstellung von Stadt- und Kreisräten im vergangenen November schickt die ÖDP nun mit Ulrich Vogl (50) einen politikerfahrenen Mann ins Rennen für das Amt des Freisinger Oberbürgermeisters. Er wurde mit elf von zwölf Stimmen (eine Enthaltung) gewählt.

In seiner ausführlichen Vorstellungsrede umriss Vogel, der seit 1996 für die ÖDP im Freisinger Stadtrat sitzt, seine Agenda. Die Domstadt möchte er endlich in eine Fahrradstadt umwandeln. Als passionierter Radfahrer musste er feststellen: „Selbst in München funktioniert das besser.“ Die Autofahrspuren seien in Freising oftmals zu breit, die Gehwege und Fahrradwege hingegen viel zu schmal angelegt. 

Vogl kritisiert: Ampeln bevorzugen Autos

Das Fahrrad soll zukünftig das schnellste und sicherste Fahrzeug werden, dafür müsse man auch die umliegenden Ortsteile vernünftig einbinden, um es Fahrrad-Pendlern zu erleichtern. Ebenso stört Vogl, dass die städtischen Ampel-Anlagen nur den Kfz-Bereich mit einer höheren Schaltfrequenz bevorzugen und damit gleichzeitig die Fahrradfahrer benachteiligen würden.

Gute Alternativen zum PKW sollte auf jeden Fall der Öffentliche Personennahverkehr bieten. Zwar funktioniere dieser in Freising ganz „passabel“, bräuchte aber eine weitere Entwicklung. Ein sternförmiges Netz und Ring-Linien seien für Busse dringend notwendig, ebenso eine deutlich höhere Abfahr-Taktung von Bussen, S-Bahnen und Zügen. Außerdem fehlen noch viele Express-Bus-Linien wie die Verbindung Freising-Mainburg, was einer modernen Mobilität entgegenstehe. 

ÖDP will mit Erbpacht soziales Wohnen ermöglichen

Keine weiteren „neoliberalen Trends“ will der Öko-Demokrat im Bereich Wohnungsbau verfolgen. Seit der Finanzblase würde es nicht mehr funktionieren, alles dem freien Markt zu überlassen. Die Stadt Freising dürfe keine eigenen Grundstücke mehr verkaufen, sondern vielmehr auf Erbpachtbasis setzen, um einen sozialen Wohnungsbau möglich zu machen.

Mit dem ÖDP-Wahlprogramm von 1994 versuchte Vogl aufzuzeigen, wie aktuell die Klima-Probleme von damals auch noch heute seien. Allerdings kritisierte er, dass neuerdings jede Partei dieses Thema für sich besetzen möchte. Das Original im Klimakampf, betonte Vogl, bleibe die ÖDP. Sein dringlichstes Vorhaben: Freising müsse schnellstmöglichst klimaneutral werden. Jede Entscheidung des Rathauses müsse deshalb auch klimatechnisch betrachtet werden, um böse Überraschungen zu vermeiden. Diesbezüglich kritisierte Vogel den Bau der Westtangente, die seiner Meinung nach für eine noch höhere Nutzung von Kraftfahrzeugen sorgen werde.

Dritte Startbahn: OB-Kandidat mahnt zur Wachsamkeit

Ein weiterer Punkt auf seiner Agenda: der Flughafen im Moos. Das Bangen um die dritte Start- und Landebahn sei noch nicht zu Ende. Die Verantwortlichen, so Vogl, würden nur auf den richtigen Zeitpunkt warten. Er mahnte zur Wachsamkeit und betonte gleichzeitig die Notwendigkeit, ein absolutes Nachtflugverbot durchzusetzen. Zudem sollten Dienstreisen der Stadt Freising nicht mehr mit dem Flugzeug getätigt werden. Auch der OB, so Vogl, muss mit dem Zug fahren. 

Wer in den 22 Gemeinden und zwei Städten im Landkreis Freising als Bürgermeister kandidiert, lesen Sie im großen Überblicksartikel des Freisinger Tagblatts. Lesen Sie auch:„Der Schuss geht nach hinten los“: Lehrerverband schlägt Alarm. Lebensgefahr auf dünnem Eis: Diese Regeln gelten im Ernstfall.

RICHARD LORENZ

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