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Sehen sich bestätigt: Die Mitglieder des Bürgervereins zur Vermeidung von Lä rm- und Schadstoffbelastung (BV) haben in Sachen Ultrafeinstaub bei der Bundesregierung angefragt. Die Antworten stärken ihnen den Rücken.

Freisinger Bürgerverein wendet sich an Bundesregierung

Ultrafeinstaub-Messung an Flughafen-Kita: So erschreckend ist das Ergebnis

Der Bürgerverein Freising zur Vermeidung von Lärm- und Schadstoffbelastung (BV) hat eine wichtige Hürde genommen: Das Thema Ultrafeinstaub hat die Bundesregierung erreicht.

Freising – Der Bürgerverein Freising zur Vermeidung von Lärm- und Schadstoffbelastung (BV) hat eine wichtige Hürde genommen. Wie Vorsitzender Reinhard Kendlbacher bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend im Lindenkeller verlauten ließ, habe das Thema Ultrafeinstaub im Umfeld von Flughäfen nun auch die Bundesregierung erreicht.

37 Fragen haben die Grünen im Bundestag im vergangen Jahr an die Bundesregierung gestellt. Unter anderem wollte die Fraktion wissen, wie viel Prozent der Partikel aus den Flugzeugtriebwerken zum Ultrafeinstaub gehören. Die Antwort habe dem BV den Rücken gestärkt: Bei den von den Triebwerken emittierten Partikeln handle es sich ausschließlich um Ultrafeinstaubpartikel. „All das, was wir bisher mit unseren Messgeräten ermittelt haben, ist bestätigt“, betonte Kendlbacher. Doch die FMG behaupte immer noch, dass die Luftgüte in Ordnung monierte, der Vorsitzende.

Mehr als 500.000 Liter Kerosin würden täglich am Flughafen im Erdinger Moos verbrannt. So entstünden ungeheure Mengen an Ultrafeinstaub: aus einem Gramm Kerosin rund 100.000 Milliarden Gramm.

Man habe am Areal der Kindertagesstätte „Airport-Hopsers“ am Flughafen gemessen. Die Partikel, die mit dem Wind ins Umland verfrachtet werden, hätten am 13. Februar eine Anzahlkonzentration von 11.000 pro Kubikzentimeter erreicht, bei ungünstigem Wind gehe die Konzentration sogar über 100.000 Partikel pro Kubikzentimeter – eine fünffach höhere Belastung, wie man sie am St. Georgs-Kindergarten an der Freisinger Gartenstraße ausgemacht habe. „Eigentlich dürften die Kinder dort tagsüber gar nicht ins Freie“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Herrmann.

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Den Fokus speziell auf die Luftqualität an der Kindertagesstätte will Grünen-MdL Johannes Becher lenken. Die Staatsregierung habe zwar ein Flughafenkonzept angekündigt, Konkretes sei bisher noch nicht bekannt. Er will eine Anfrage stellen, wie viel Geld im Doppelhaushalt für ein bayernweites UFP-Monitorin zur Verfügung gestellt wird. Außerdem will Becher wissen, wie sich das Feinstaubgemisch auswirkt, das die Barriere zwischen Lunge und Blut überwinden und alle Organe erreichen könne und speziell auf den kindlichen Organismus im Wachstum.

Kendlbacher berichtete weiter, dass die Flugbewegungen am Airport eine erhebliche Differenz zum zweiten Bedarfsgutachten aus dem Jahr 2010 aufwiesen, nämlich 97.000. Die Kapazität der zwei Bahnen sei mit aktuell 413.000 Flugbewegungen noch gar nicht ausgeschöpft. Wenn man die „zugekauften“ , sprich subventionierten Flüge abziehe, seien aktuell nur 398.000 Bewegungen zu verzeichnen. BV-Vorsitzender Kerndlbacher betonte: „Wir sind auch ohne dritte Startbahn das Tor zur Welt.“ Maria Martin

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