Bürgerverein gegen Schadstoffbelastung kritisiert Politik

„Erschreckende Lethargie“

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Die „Schlagzahl“ war hoch, erste Erfolge sind zu verbuchen, das Thema ist in der Bevölkerung präsent. Das ist im Wesentlichen die Bilanz, die Reinhard Kendlbacher bei der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Freising zur Vermeidung von Lärm- und Schadstoffbelastungen (BV) zog.

Freising – Nur bei der Politik sei das Thema Ultrafeinstaubbelastung durch den Flughafen mit dem sich der BV intensiv befasst, noch nicht angekommen. „Besonders robust“ zeige sich da CSU-MdB Erich Irlstorfer, kritisierte Kendlbacher am Montag im Lerner zu Vötting.

Nach einem Blick auf die Vorgeschichte bis zur Gründung der BV und der Anschaffung eines Messgeräts für Ultrafeinstaubpartikel (UFP) konnte Kendlbacher von zahlreichen Aktivitäten künden: Beispielsweise habe man neben all den Sitzungen und Versammlungen 21 Mal die Ergebnisse und Analysen der UFP-Messungen präsentiert und habe über 100 Messfahrten und Messreihen mit dem Gerät unternommen. Man habe Postkarten mit der Botschaft, wie gefährlich UFP seien, an die Landtagsabgeordneten geschickt, habe zudem diverse Briefe an Mandatsträger aus dem Landtag, an Umweltministerin Ulrike Scharf, an den Landrat und den OB sowie an Verkehrsminister Alexander Dobrindt und Bundestagsabgeordneten Erich Irlstorfer versendet. Die meisten Angeschriebenen hätten geantwortet, lediglich Dobrindt und Irlstorfer würden sich beharrlich in Schweigen hüllen, so Kendlbacher. Bei einer Demo in Fürholzen am 22. September habe Irlstorfer dem BV-Mitglied Oswald Rottmann „knallhart das Gespräch verweigert“.

Grundsätzlich sei „die Lethargie“ in der Politik diesem Problem gegenüber „erschreckend“, so der BV-Vorsitzende. Doch die BV lasse sich nicht entmutigen, zumal man auch Erfolge erzielt habe: Die Gemeinden Hallbergmoos und Neufahrn werden sich wohl ebenfalls so ein Messgerät kaufen, für ein zweites, besseres Messgerät habe man die Zusage, dass über die Ausschüttung der Sparkassen-Stiftung 10 000 Euro in die Kasse kommen werden. Und: Man ist als Experte für kommenden Donnerstag in den Umweltausschuss des Landtags eingeladen, wo es zu einer Anhörung zum Thema UFP-Belastung kommt.

Dass man nicht alleine kämpft, sondern es schon seit vielen Jahren Untersuchungen und Studien zur UFP-Belastung auch an Flughäfen gibt, stellte Wolfgang Herrmann dar. Er und die Zuhörer sprachen von der „unsichtbaren Gefahr“, die sich durch neue Verbrennungsmethoden ständig vergrößere. Ein nach Ansicht aller Anwesenden passenden Vergleich stellte Professor Michael Besch an: „Das ist wie Atom, Leute!“

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