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Ein bisserl abgehängt in Sachen Ortsentwicklungskonzept fühlen sich einige Pulllinger. Das wurde in der Bürgerversammlung am Dienstagabend deutlich.

Bürgerversammlung Pulling

Das Gefühl vom „stillen Kämmerlein“

Mit einer Postkartenaktion warb die Stadt Freising im Frühjahr bei den Pullinger Bürgern um Anregungen für das laufende Ortsentwicklungskonzept. Ziel war es, die Anlieger einzubinden und ihnen die Chance zu geben, sich an dem Projekt zu beteiligen. Trotzdem scheinen sich einige Ortsansässige hier von der Stadt „abgehängt“ zu fühlen, wie bei der Bürgerversammlung am Dienstag deutlich wurde.

Pulling – Wer denn eigentlich Ansprechpartner sei, wenn man sich über das laufende Konzept informieren möchte, wollte ein Bürger wissen. Es heiße immer, es sei alles „öffentlich“. Doch er habe das Gefühl, dass da wieder sehr viel im „stillen Kämmerlein“ erarbeitet und erst zu spät mit dem Bürger gesprochen werde. OB Tobias Eschenbacher und Ortssprecherin Heidi Kammler verwiesen auf die Möglichkeit, sich im Internet über die aktuelle Situation zu informieren. Die Arbeitskreise, die im Sommer ihre Arbeit aufgenommen haben und in denen jeder Bürger mitarbeiten kann, hätten sich großer Transparenz verschrieben. Außerdem werde zu gegebener Zeit eine Infoveranstaltung angeboten. „Es wird nichts über ihren Kopf entschieden“, formulierte es der Oberbürgermeister.

Es gebe halt immer noch Bürger, die das Internet nicht täglich nutzten, die lieber Menschen als Ansprechpartner hätten, machten einige Pullinger deutlich. Eschenbacher und Kammler versprachen, hier nachzubessern. Im Sportheim sollen Flyer mit den Kontaktadressen der am Prozess beteiligten Ortsbewohner ausgelegt werden.

„Tiefe Sorge“ trieb Martin Widhopf in Sachen Straßeninstandhaltungsarbeiten um. Vor 40 Jahren, als Pulling noch eine eigene Gemeinde gewesen sei, da hätte es noch funktioniert, mit intakten Straßenbelägen. „Wie schauen die Straßen in Pulling heute aus?“ fragte Widhopf den OB. Viele Schäden seien seiner Meinung nach durch unterlassene Reparaturen entstanden. Ob man denn nicht mehr Unterhaltsmaßnahmen machen könne, bevor eine Komplett-Erneuerung durchgeführt werden müsse, bei der die Hausbesitzer über die Straßenausbaubeitragssatzung zur Kasse gebeten würden?

Die Stadt müsse sich da „Recht und Gesetz beugen“, sagte Eschenbacher. Allerdings gebe es auch Gemeinden, die juristischen Widerspruch gegen die Straßenausbaubeitragssatzung eingelegt hätten. Das Haus verkaufen, wenn man die hohen Beitragszahlungen nicht aufbringen könne, müsse keiner, beruhigte der OB. Es gebe doch die Möglichkeit der Stundung.

Wie es einem Touristen ergehen könnte, bei dem sich Sonntags in der Freisinger Innenstadt ein dringendes Bedürfnis einstelle, das schilderte eine Pullingerin aus eigener Erfahrung. Am Kirchweihsonntag fahre sie alle Jahre zum Kirchweihmarkt am Freisinger Hofbräuhaus und besuche die Innenstadt. Die Dixi-Toiletten in der Fischergasse seien so verdreckt gewesen, dass ihr übel geworden sei. „Die Bratwurst, die ich mir kaufen wollte, habe ich erst eine Stunde später essen können.“ Der Freisinger OB gab Entwarnung: Auf einer Fläche in der Nähe des Standesamts werde in den nächsten Wochen eine neue WC-Anlage installiert, kündigte er an.                                                                             Maria Martin

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