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Witzig, pointiert, aber nie verletzend: Das Camerett des Camerloher-Gymnasiums zeigte auch dieses Jahr wieder, wofür es steht – für feinfühliges Kabarett.

Camerett

Camerloher-Gymnasiasten sorgen mit Kabarett für unterschiedliche Tränen

Freising - Es ist das älteste Schülerkabarett in Deutschland: das Camerett des Camerloher-Gymnasiums, das es seit 51 Jahren gibt. Am Dienstag hatte das neue Programm Premiere. Es zeigt: Das Ensemble bleibt sich treu – frisch, frech und ungebändigt.

Die Akteure schreiben alle Gags selbst. „Dieser Prozess beginnt bereits im September, wenn wir uns das erste Mal treffen“, verrieten Marianne Pandler und Selma Steinmetzer. „So richtig entstehen allerdings die meisten Nummern erst unmittelbar vor der Premiere. An einigen Stellen haben wir noch am Tag der Premiere gefeilt.“

Treu geblieben ist sich das Camerett auch, was den Titel des Programms betrifft: „Zeitferunst und totgevotet“. „So ein Titel soll kreativ sein und zu Assoziationen provozieren“, erläuterte Spielleiterin Barbara Wohletz. „Zeitferunst“ spielt auf die „Zeit-für-uns-Stunden“ an, in denen die Schüler die Chance haben, beispielsweise über Probleme innerhalb der Klasse zu sprechen. „Totgevotet“ bezieht sich auf die vielen Abstimmungen in den Zfu-Stunden.

In dem zweistündigen Programm jagte bei der Premiere am Dienstagabend ein Höhepunkt den anderen. Die Akteure bewiesen dabei viel Fingerspitzengefühl. Auch wenn sie in der einen oder anderen Nummer Kritik übten, war diese zwar pointiert, aber nie verletzend. So sahen sich die Architekten des Aula-Neubaus mit der Kritik konfrontiert, dass der Sichtbeton alles andere als ästhetisch sei, und dass die Schüler nicht verstünden, warum sie ihn nicht mit ein wenig Farbe bunter gestalten dürfen. In der Nummer „Wer geht denn da?“ imitierten die Mitwirkenden Gang und Gestik von Lehrkräften.

Die Camerett-Mitglieder hatten vorab auch Filme gedreht, die sie zeigten. Ein Highlight: der Streifen „Lehrerparkplatz“. Die Schüler hatten auf dem Lehrerparkplatz in aller Früh Schilder angebracht wie „Schönste Lehrkraft“, „Pädagoge aus Verzweiflung“, „Nobelpreisverdächtig“, „Sportskanone“ oder „Zählt die Tage bis zur Pensionierung“. Köstlich mitanzusehen, wie die Lehrkräfte darauf reagierten und manchen markierten Parkplatz wieder verließen. Sie wurden dann beim Aussteigen befragt. Die Pädagogen bewiesen dabei viel Spontaneität und Witz. Eine Nummer, die den Zuschauern vor Lachen die Tränen in die Augen trieb.

Tränen der Wehmut in den Augen hatten Marianne Pandler und Selma Steinmetzer bei der letzten Nummer des Abends, „Abilied“. Die beiden Abiturientinnen im Camerett-Team verabschiedeten sich von ihrer Schule.

Peter Spanrad

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