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Die umjubelten Komponisten des Camerloher-Gymnasiums: Elisabeth Fußeder (Q 11), Lucinda Schönfeld (Q 12), Emanuel Brennich (6 a) und Johannes Wiedenhofer (6 a) bewiesen beim großen Konzertabend, dass sie beeindruckende Werke schaffen können.

Camerloher-Kompositionsklasse vorgestellt

Junge Komponisten lassen aufhorchen

Es funktioniert: Rodolphe Haimann, Musikpädagoge am Camerloher-Gymnasium hat jetzt die das kreative Potenzial seiner neuen Kompositionsklasse in einem Konzert vorgestellt. Das Publikum war begeistert.

Freising – In seiner Begrüßung vor dem Musikabend blickte Rodolphe Haimann zurück, wie er vor fast drei Jahren die Idee hatte, am Camerloher-Gymnasium seine Erfahrungen als Komponist mit interessierten Schülern in einem Wahlunterricht „Komposition“ zu teilen und weiterzugeben. Die Fragen waren dabei: Geht das überhaupt? Kann man Komposition lehren? Tonsatz, Kontrapunkt, Harmonielehre, Instrumentationslehre, Werkanalyse und Stilkunde: Alle diese Fächer, die eigentlich zu einem vollwertigen Kompositionsstudium dazu gehören, könne man in einer Doppelstunde nicht unterrichten. Aber das Hören kann man lernen. Daher gehört ein wilder Stilmix unterschiedlichster Hörbeispiele von der Ars antiqua des 14 Jahrhunderts bis zum kanadischen Punk der Neuzeit zur musikalischen Meinungsbildung zu Beginn einer jeden Stunde auf dem Kursplan. Weil der Kurs auch noch klassenübergreifend ist, das heißt Schüler der 5. Klasse bis zur Q 12 gleichzeitig versorgt werden, könnten die Voraussetzungen nicht unterschiedlicher sein. So muss der „Kunstgriff“ darin bestehen, die jungen Komponisten dort abzuholen, wo sie nun mal stehen und in ihrem Machen zu unterstützen, Impulse zu geben und zu ermuntern, und trotzdem dabei mit Kritik nicht zu sparen.

Die erstaunlichen Ergebnisse dieser Ermunterung konnten sich in der Tat hören lassen. Gleich zu Beginn des Konzerts intonierte die Gruppe „Chiave“ mit Felicitas Höfler, Cordula Kraetzl (10c), Franka Weidlich und Elisabeth Fußeder (Q11) das vierstimmige „Agnus Dei“ aus einer Messe, die Elisabeth Fußeder gerade komponiert. Ruhig und harmonisch durchaus mutig gesetzt, hüllte dieses „Agnus Dei“ das Publikum in eine von gefesselter Aufmerksamkeit gespannte Atmosphäre.

Mit drei Stücken, komponiert von Emanuel Brennich (6 a), ging es weiter: zwei waren für Klavier solo, eines für Violine und Klavier. Der Komponist spielte selbst die Geige und wurde jeweils von Thomas Noichl begleitet, der an diesem Abend mit der Uraufführung einiger Klavierstücke durchaus gefordert war. Schon die Titel „Comedy Music“ und „Das Ding mit der Geige“ lassen Emanuels Witz durchblitzen. Das dritte Stück, die „Mazurka“, hätte auch als spät entdecktes experimentelles Frühwerk Chopins die Fachwelt begeistern können.

Als äußerst fleißiger Komponist stellte sich Johannes Wiedenhofer (6 a) mit seinen „Sechs Klavierstücken Op.1“ vor. Faszinierend, mit welch tiefem Verständnis dieser junge Tonsetzer die musikalische Stilsprache der Klassik und beginnenden Romantik verinnerlicht und was er daraus gemacht hat.

Musikalisch in eine völlig andere Welt entführte Lucinda Schönfeld (Q 12) das Publikum. Als Interpretin ihrer eigenen fünf Klavierstücke ging es auch akustisch in eine andere Dimension. Extreme Gegensätze, sowohl in der Dynamik, als auch in den Tempi bestimmen ihr kompositorisches Schaffen. Sehr bildgewaltig ihre jeweiligen Assoziationen. Zwischen die Stücke von Lucinda Schönfeld war noch ein besonderer Leckerbissen einbettet: „Occultis“ für zwei Violinen (Theresa Mandlik, Kathrin Wildgans, Q 11), Cello (Clara Eglhuber 10 a) und Singende Säge, gespielt von der Komponistin dieses Werks, Elisabeth Fußeder. Der Klang der Streichergruppe verschmolz wunderbar mit den sphärischen Tönen.

Sichtlich bewegt von der Qualität des Dargebotenen bedankte sich Direktorin Andrea Bliese bei allen Komponisten und ihrem engagierten Lehrer. Lang anhaltenden Applaus für diesen besonderen Abend spendete auch das begeisterte Publikum.                                                                                     sp

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