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Professor Wilfried Stroh (r.) referierte in der Aula der Korbiniansschule über das lateinische Schultheater in Bayern. Dabei spielte der Komponist Placidus von Camerloher in Freising eine wesentliche Rolle.

Camerloher-Vortrag beim Historischen Verein

Eine Freisinger Oper und ihr Komponist

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Wichtige Wurzeln des lateinischen Schultheaters in Bayern liegen in Freising. Und damit unmittelbar verbunden ist der Freisinger Hofkapellmeister Placidus Camerloher (1718-1782), dessen 300. Geburtstag heuer gefeiert wird.

Freising – Zum Auftakt des Camerloher-Jahres referierte Professor Wilfried Stroh in der Aula der Korbiniansschule vor den Mitgliedern des Historischen Vereins und weiteren interessierten Gästen über die Entwicklung des lateinischen Schultheaters in Bayern und das Opernschaffen des Freisinger Hofkapellmeisters Camerloher, des Namensgebers des Gymnasiums an der Wippenhauser Straße.

Im Zentrum des Vortrags stand die Comedia Frisingana, das einzige Bühnenwerk des Komponisten, bei dem nicht nur das Textbuch, sondern auch die Musikpartitur erhalten geblieben sind. Zum ersten Mal aufgeführt wurde die Oper um 1760 in der Lyzeums-Aula der ehemaligen Benediktinerhochschule am Marienplatz, dem heutigen Asamsaal. Diese Aufführungen nannte man auch „Final- oder Ends-Komödien“, da sie am Ende des Schuljahres als Höhepunkt aufgeführt wurden. Für die Schüler des Gymnasiums bedeutete es, vor einem interessierten Publikum zu glänzen. Studenten wie Professoren und die Musiker der fürstbischöflichen Hofkapelle waren mit großem Einsatz daran beteiligt.

Auch kamen alle Tricks der damaligen Bühnentechnik dabei zum Einsatz wie Kulissen, Maschinen, Licht, Feuer, und Donnerknall, wie der Vorsitzende des Historischen Vereins, Günther Lehrmann in seiner Eröffnung anmerkte.

Der Vortrag war die „Initialzündung“ für zahlreiche Aufführungen der Camerloherschen Musik, die in den nächsten Monaten in Gottesdiensten und Konzerten in Freising zu hören sein wird.

Eine Gelegenheit, nach 350 Jahren die Comedia Frisingana mit dem Titel „Abraham“ wieder zu hören, gibt es am 6. und 7. Oktober (jeweils 19.30 Uhr) in der Aula des Camerloher Gymnasiums.  ft

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