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Diakon Klaus Klonowski ist neuer Zweiter Vorsitzender des Caritas-Kuratoriums.

Caritas-Kuratorium Freising zieht Bilanz

Caritas-Kuratorium Freising: Immer mehr Senioren brauchen Hilfe

Freising: Das Herzstück der Caritas war und bleibt die Pflege am Menschen. Bei Bilanz blickt das Kuratorium auch zuversichtlich in die Zukunft 

Freising – Langsam neigt sich für das örtliche Caritas-Zentrum dieses Jahr zu Ende. Zeit Bilanz zu ziehen. Mit einigen neuen Ansätzen und ganz viel Engagement blickte das Kuratorium am vergangenen Dienstag aber auch zuversichtlich in die Zukunft.

In der Rückschau berichtete die erste Kuratoriums-Vorsitzende Annemarie Fleischmann von einer äußerst positiven Resonanz bezüglich der Sozialstation. Eine zusätzliche Versorgungs-Tour war sogar nötig gewesen, um den hohen Bedarf zu decken. Zunehmend wurde auch eine gesteigerte Hilfsbedürftigkeit von Senioren in der Haushaltshilfe festgestellt. Für die Integrations-Beratung gab es ebenso deutlich mehr Bedarf als noch im Vorjahr.

Straßenprojekt

Neu gewinnen konnte der Caritas-Verband Freising die Ganztagsbetreuung für Schüler des Hofmiller-Gymnasiums mit vier Gruppen. Für volle Begeisterung sorgte 2019 „My Way“ – ein ambulantes Straßenprojekt in Zusammenarbeit mit Streetworkern. Mit Hilfe eines auffälligen Rollermobils bietet die Caritas und das Jobcenter eine warme Suppe für perspektivlose Jugendliche ohne Schulabschluss oder Ausbildung an. An die 20 junge Erwachsene konnten damit erreicht werden. Ziel: Den Jugendlichen eine Möglichkeit für ein Gespräch und neue Zukunftsvisionen bieten, ohne stigmatisierend zu werden.

Nachbarschaftshilfe

Eine höhere Ruf-Frequenz war außerdem im Bereich „Krisen-Management“ des sozialpsychiatrischen Dienstes zu verzeichnen. Hier, so Fleischmann, sollten dringend zusätzliche Stellen aufgebaut werden. Lob gab es für diese schwierige Aufgabe unter anderem von der Polizei, die dadurch bei komplexen Einsätzen deutlich entlastet worden sei. Sorgen bereitet Fleischmann vor allem die so wichtige Nachbarschaftshilfe in den ländlichen Gebieten, wo es eben keine Caritas-Anlaufstelle gebe. Der Kreis von helfenden Händen veralte nämlich zunehmend, von einem ausreichenden Nachwuchs sei noch nichts zu spüren.

Demenzhilfen

Über das große Zukunfts-Thema „Leben im Alter“ referierte anschließend die diplomierte Sozialpädagogin Edith Wesel. Ein fundamentales Anliegen zeigte sich hier im Bereich der Pflege von Demenz-Erkrankten, die durch eine bessere medizinische Grundversorgung immer älter werden. Aktuell gibt es eine kleine Gruppe und spezielle Seminare für Angehörige. Als Leiterin dieser Fachstelle lobte Wesel die Zusammenarbeit mit der AWO Moosburg – ein duales System, das seit der Entkopplung vom gerontopsychiatrischen Dienst für Bewegung sorgt. Denn auch ohne die Grunderkrankung Demenz wird der Bedarf von Pflege zu Hause und die Entlastung von Angehörigen immer mehr ein zentrales Thema der Gesellschaft.

Aber auch die Bedürftigen selbst brauchen effiziente Ansprechpartner – letztendlich gäbe es eine hohe Dunkelziffer von Senioren, die aus Scham oder Unwissenheit der Hilfsangebote einfach durch das Raster fallen. Eine weitere Tagespflegestätte sei, so Wesel, in Freising sehr wünschenswert. Allerdings gibt es diesbezüglich neben finanziellen Stolpersteinen auch Probleme eines fehlenden Standorts.

Positiv-Angebote

Äußerst positiv sieht Wesel Angebote wie „Frieda und Ben“ oder das „Nostalgie Café“ – Begegnungsstätten, die in Zeiten der Isolierung von Hilfsbedürftigen immer wichtiger werden. Ein leidiges Thema ist natürlich immer der finanzielle Spielraum bei derart ambitionierten Projekten. Aktuell wird auch versucht, über Stiftungen die Arbeit am Leben zu erhalten. „Denn Herzstück der Caritas war und bleibt die Pflege am Menschen“, sagt Wesel.

Bei dieser Mitglieder-Versammlung wurde der Freisinger Diakon Klaus Klonowski als neuer Zweiter Kuratoriums-Vorsitzender gewählt. Bernhard Huber und Therese Stadlbauer vertreten das Kuratorium als Delegierte.

Richard Lorenz

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