Auftakt der Grünen mit prominenter Unterstützung

Claudia Roth schwört Freisinger auf den Wahlkampf ein: „Grün wächst von unten“

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Die Grünen haben ambitionierte Ziele: Die Zahl der Mandate will man bei den Kommunalwahlen erhöhen, den OB-Posten in Freising und den Chefsessel im Landratsamt erobern. Für den Wahlkampfauftakt hatte man sich dafür prominente Unterstützung geholt.

Freising –  Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth war ins Viva Vita ins „schöne Freising“ gekommen, um den Freisinger Grünen zu einem „bärenstarken Ergebnis“ zu verhelfen.

Den Auftakt beim Auftakt machte Landratskandidat Robert Wäger: Für den Zusammenhalt der Gesellschaft müsse man arbeiten, forderte Wäger, der speziell auf das Thema Soziales einging. Sein Credo und das der Grünen: „Wir stehen für den Zusammenhalt der Gesellschaft, gegen Hass und Hetze.“

Susanne Günthers Vision von einer sozial gerechten Stadt

Susanne Günther, die Oberbürgermeisterin von Freising werden will, formulierte die „Vision“ einer sozial gerechten Stadt, die Chancen für jeden biete und ihren Beitrag dazu leiste, die Klimaerhitzung zu stoppen. Das auf der Homepage der Grünen nachzulesende Wahlprogramm sehe da beispielsweise vor, „eine Fahrrad- und Fußgängeroffensive zu starten“, wie es Günther formulierte. Eine andere Devise: „Ran an eine neue Grundstückspolitik.“ Will heißen: Genossenschaften gründen, Mehrgenerationenhäuser bauen statt Grund an Investoren zu verkaufen, die auf maximalen Gewinn aus seien. Um die Kulturstadt Freising zu stärken schwebt Günther ein Kunst- und Kulturpark vor – mit Ateliers, Bühnen, Ausstellungs- und Proberäumen. Um die „brutalen“ Engpässe beim Rathauspersonal zu beheben, sollten Arbeitszeiten familienfreundlicher und die Mitarbeiter bei der Wohnungssuche unterstützt werden. Und weil es „nicht mehr grüner geht“ als mit TUM, HSWT & Co. in der Stadt, müsse man sich von dort die Expertise zum Handeln holen. Und wieso nicht das machen, was schon 1775 einmal in Freising angeordnet war? Damals konnte nur der Bürger der Stadt werden, wenn er zwei Bäume pflanzte. Und selbstverständlich dürfe der Kampf gegen die dritte Startbahn erst dann aufhören, wenn sie „endgültig beerdigt“ sei.

Claudia Roth: An hervorragende Ergebnisse anknüpfen

An hervorragende Ergebnisse bei der Landtags- und der Europawahl könne man jetzt anknüpfen – jetzt wo „es ans Eingemachte geht“, so rüttelte Roth die Parteikollegen auf. Denn: „Grün wächst von unten.“ Begonnen aber hatte Roth ihre Grundsatzrede mit einem Blick in die Welt: Australien, ja die Erde brennt. Und dieses apokalyptische Inferno sei kein Hollywood-Film, sondern grausame Realität. In Indonesien gebe es massive Überschwemmungen, Donald Trump „zündelt“ im Mittleren Osten, betrachte Blutrache offenbar als Mittel der Politik. Und: „Auch unser Land ist leicht entflammbar“, sagte die prominente Grünen-Politikerin und verwies auf Morddrohungen für Bischöfe, Kardinäle und Bürgermeister, wenn sie sich für Flüchtlingshilfe einsetzten. Die Haltung der Grünen sei klar: „Wir stellen uns ohne Wenn und Aber vor und hinter die Menschen, die wieder Angst haben in diesem Land“ – Juden, Muslime, Sinti, Roma, Behinderte. Und: „Wir geben nicht klein bei aus Angst vor Verhetzung durch die AfD oder die Bild-Zeitung“, gab sich Roth entschlossen und kämpferisch: „Jetzt erst recht!“

In Zeiten, in denen Menschen angesichts der Klimakrise und der Lage in der Welt Halt und Orientierung suchten, schaue man immer mehr auf die Grünen, sagte Roth. Dieses Vertrauen bedeute freilich eine große Verantwortung. Deshalb brauche man „keine schlichten, sondern relevante Antworten“ auf die Probleme – auch und besonders auf kommunaler Ebene, schwor Roth die Freisinger Grünen auf den Wahlkampf ein.

Hier finden Sie einen Überblick über alle Bürgermeisterkandidaten im Landkreis Freising

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