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Mit den liebevoll bemalten Steinen wollen Sarah Felsmann und Niklas (l.) sowie Tatjana Hoppe und Louis anderen eine Freude machen.

Das „Color Stones“-Projekt 

Zwei Freisingerinnen schenken Freude

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Tatjana Hoppe und Sarah Felsmann schenken Freude. Einfach so, völlig unverbindlich. In ihrer Freizeit bemalen sie Isar-Steine, legen die in Freising – oder wo sonst sie gerade sind – aus und hoffen, dass der Finder sich kurz auf ihrer Facebook-Seite zu erkennen gibt. Sarah und Tatjana sind die Gründerinnen der „Color Stones“.

Freising – Tatjana Hoppe war mit ihrem fünfjährigen Sohn Louis und der ganzen großen Familie in Dänemark im Sommerurlaub. Auf dem Weg zum Strand haben die Kinder bunt bemalte Steine gefunden. Auf der Rückseite der Name einer FacebookGruppe: „Schleisteine – finden, posten, verstecken“. Die Freisingerin informiert sich, findet die Idee einfach schön – und nimmt sie mit nach Hause. Dort wird auch Sarah Felsmann darauf aufmerksam. Die beiden Mütter kennen sich von der Krabbelgruppe, und als Tatjana die Schleisteine in ihrem Whats-App-Status postet, ist Sarah sofort hin und weg von dieser Art, Freude in Umlauf zu bringen. Gemeinsam beschließen sie, ein auf Freising umgemünztes Steine-Projekt ins Leben zu rufen.

Auswildern, auslegen, auf die Reise schicken

Viele bunte Steine wurden in den vergangenen fünf Wochen schon auf die Reise geschickt.

Das Prinzip ist einfach: Es werden Steine bunt bemalt und dann auf die Reise geschickt, sprich ausgelegt. „Im hohen Norden, wo dieses Prinzip schon geläufiger ist als bei uns, nennt man es auswildern“, erzählen sie. Ihre ganz persönliche Intention: Freude schenken, Freude teilen. „Teilen deshalb, weil es ja schon eine Riesenfreude macht, die Steine bunt zu bemalen“, sagt Sarah Felsmann. Der Finder ist zu nichts verpflichtet. Das einzige, was er machen kann – wenn er denn möchte: Seinen Stein fotografieren und in die Facebookgruppe stellen. Das Ganze ist völlig unverbindlich, hat keinerlei politischen Hintergrund, ist unabhängig von Alter und Geschlecht, und es steckt auch nichts Religiöses dahinter.

Die Idee war also geboren, dann ging es an die Namensfindung. „Das hat eine Woche gedauert, weil wir uns einfach nicht entscheiden konnten“, berichten die zwei Freisingerinnen und lachen. Isar-Steine? Beso-Stones, abgeleitet von „besondere Steine“? Hopestones, weil man auch Hoffnung schenken möchte? Herzsteine, weil sie mit ganz viel Herz bemalt und ausgelegt werden? „Am Ende waren wir uns einig, dass wir eigentlich gar nicht so viel reininterpretieren wollten“, sagt Tatjana – und so sollte der Name am Ende einfach das beschreiben, was es ist, „Color stones“, bunte Steine.

Die gleichnamige Facebook-Gruppe existiert seit nunmehr fünf Wochen. Mittlerweile sind hier bereits mehr als 60 begeisterte Mitglieder vertreten. Mehr als 100 Steine haben die zwei Frauen schon ausgelegt. Große Unterstützung erfahren sie beim Bemalen durch die Söhne Niklas (5) und Louis. Der erste Stein, der über die Gruppe den Weg zurück zu ihnen fand, war ein Fliegenpilz. Und hinter dem zweiten, auf den ein Leuchtturm gemalt war, steckte eine ganz besondere Geschichte. „Gefunden hat ihn ein Mann, der den Stein dann an seine Schwiegermutter weitergegeben hat, weil sie am nächsten Tag eine OP hatte“, erinnert sich Sarah Felsmann. Der Stein sollte ihr Glück bringen. „Sobald es ihr wieder gut geht, will sie den Stein wieder auslegen“ – damit er dem nächsten Glück bringen kann.

Die bunten Steine sind zum Mitnehmen da

Was den beiden Initiatorinnen ganz besonders am Herzen liegt: „Die Steine dürfen, nein, sie sollen mitgenommen werden.“ Denn einmal haben sie schon erlebt, wie sich ein Kind nach dem kleinen bunten Kunstwerk gebückt hat, und die Eltern ihm das Mitnehmen verboten haben. Ob man den Stein behält oder wieder auslegt – das bleibt jedem selbst überlassen. Wer das Color-Stones-Team gerne als Steinekünstler verstärken möchte, soll den beiden Frauen auf ihrer Facebookseite eine Nachricht zukommen lassen. „Jeder ist willkommen.“

Auch woanders kennt man diese Art Freude zu schenken bereits.

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