Spritze wird mit Astrazeneca-Impfstoff aufgezogen.
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Nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission STIKO sollen nur noch Menschen über 60 Jahre mit Astrazeneca geimpft werden.

Nach neuer Empfehlung der STIKO

Astrazeneca: Arzt nennt drei Szenarien für Erstgeimpfte unter 60 Jahren - „Müssen jetzt wieder umplanen“

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Die STIKO empfiehlt, nur noch Menschen über 60 Jahre mit Astrazeneca zu impfen. Was sollen jüngere Erstgeimpfte jetzt tun? Ein Arzt nennt drei Szenarien.

  • Die Ständige Impfkommission hat empfohlen, Astrazeneca nur noch an Menschen über 60 Jahre zu verimpfen.
  • Allerdings wurden im Landkreis schon etliche Menschen mit dem Vakzin geimpft, die jünger sind.
  • Für sie nennt Ärztesprecher Georg Miedl drei denkbare Szenarien.
  • Das Impfzentrum ist vorerst nicht von den neuen Entwicklungen bei Astrazeneca betroffen.

Freising – Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat am Dienstag die Empfehlung herausgegeben, den Corona-Vakzin Astrazeneca künftig nur noch an Menschen zu verimpfen, die über 60 Jahre alt sind. Was bedeutet das für all diejenigen im Landkreis Freising, die bereits eine von zwei Astrazeneca-Impfungen erhalten haben – und jünger sind? Betroffen sind davon unter anderem mehr als 2000 Kita- und Grundschulangestellte aus dem Landkreis Freising. Auf FT-Nachfrage nennt Ärztesprecher Georg Miedl drei Szenarien.

Corona-Impfung mit Astrazeneca: Wissenschaft prüft Zweitimpfung mit anderem Vakzin

„Die erste Möglichkeit ist, dass man es bei einem einmaligen Schutz belässt und später eine Auffrischung mit einem anderen Impfstoff macht“, sagte der Allgemeinarzt. „Das zweite Szenario ist, dass die Zweitimpfung mit einem anderen Vakzin stattfindet. Das prüft die Wissenschaft derzeit und arbeitet an entsprechenden Schemata.“

Drittens bestehe laut Miedl aber auch die Möglichkeit, dass es bis zum Zweitimpftermin deutlich mehr Erkenntnisse über den Zusammenhang der bisher aufgetretenen Sinunsvenentrombosen und Astrazeneca gibt und damit bessere Handlungsanleitungen. „Möglich, dass diejenigen, die den Impfstoff beim ersten Mal vertragen haben, auch eine Zweitimpfung erhalten könnten. Davon gehe ich aus, dafür gibt es aber bisher noch keine wissenschaftliche Grundlage.“

Kehrtwende bei Astrazeneca: Belastung für Arztpraxen - Impfzentrum kann „voll durcharbeiten“

Für die Arztpraxen ist die neuerliche Kehrtwende im Umgang mit Astrazeneca eine „Belastung“, wie es Miedl ausdrückte. „Denn wir müssen jetzt wieder umplanen.“ Als Kritik an der STIKO will er das aber nicht verstanden wissen. „Empfehlungen werden in der Regel mit höchster Bedacht getroffen.“ Zwar sei die Gefahr, an Covid 19 zu sterben, deutlich höher, als bei einer Impfung. „Aber während eine Krankheit schicksalhaft ist, handelt es sich bei einer Impfung um einen freiwilligen Akt. Deshalb ist das für uns Ärzte schon ein großer Unterschied.“ Deshalb halte er sich in der Regel auch an Empfehlungen der STIKO.

Für das Impfzentrum entsteht durch die neuen Entwicklungen bei Astrazeneca derzeit „keine Problemgeschichte“, wie es BRK-Chef Albert Söhl formuliert. Denn zum einen werden dort derzeit fast nur Über-60-Jährige geimpft, zum anderen werden momentan nur Biontech und Moderna verwendet. Söhl: „Deshalb können wir mit Ausnahme des Karfreitag über Ostern auch voll durcharbeiten.“

Das Impfzentrum in Freising bekommt Unterstützung: Jetzt impfen auch die Praxen gegen Corona. Der Ärztesprecher hat zwei Botschaften für alle Impfwilligen. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Freising-Newsletter.

(Von Manuel Eser)

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