Ein Medizinier mit Impfstoff
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Nach einem Tag Rückgang steigt die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis wieder leicht.

Probleme in Freising

Corona-Datenpanne: 7-Tage-Inzidenz nach oben korrigiert - Landrat äußert sich

Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Freising muss nach oben korrigiert werden: Laut Landratsamt bereitete das neue Meldesystem Probleme. Der Landrat bedauert die Daten-Panne.

Freising – Die Zahlen machten Mut: Stetig sank in den vergangenen Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Freising. Am Mittwochfrüh meldete das Robert-Koch-Institut sogar einen Wert von nur noch 73 Fällen pro 100.000 Einwohner. Am späten Mittwochnachmittag gab es aber ein böses Erwachen: Die Zahlen sind nicht korrekt, meldete das Landratsamt. Tatsächlich liegt der Wert bei 144.

Zahlen müssen nach oben korrigiert werden

Was lief da falsch? Eva Zimmerhof, Sprecherin des Landratsamts, berichtet: „Die Zahl der Coronafälle aus dem Zeitraum vom 6. bis zum 12. Januar 2021 und die entsprechende 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Freising müssen nach oben korrigiert werden. Die vergleichsweise niedrigen Zahlen der vergangenen Tage beruhen auf Problemen bei einer Systemumstellung im Meldeverfahren.“

Zum Hintergrund: Positive PCR-Tests im Landkreis werden von den Laboren an das Gesundheitsamt Freising gemeldet. Das Gesundheitsamt leitet die Daten jeweils an das Robert Koch-Institut und das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) weiter. Zimmerhof: „Ab dem 6. Januar haben Labore damit begonnen, die Ergebnisse von PCR-Tests in das neue elektronische Meldesystem DEMIS einzupflegen, das positive Testergebnisse an das Gesundheitsamt Freising übermittelt. Das Gesundheitsamt Freising hatte zunächst Probleme beim Zugang zu diesem neuen Meldesystem.“ Diese technischen Probleme habe man am 12. Januar beheben können. Zimmerhof weiter: „Da die Labore einen Teil der Daten – zusätzlich oder alternativ zur Übertragung über DEMIS – auf den bisherigen Wegen zuleiteten, lagen dem Gesundheitsamt zwar Zahlen vor, die aber nicht der tatsächlichen Zahl an Coronafällen entsprachen.“

Ab Montag gilt FFP2-Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Apotheker im Kreis Freising erlebten bereits einen enormen Ansturm. Doch nicht alle Angebote sind gut.

Gesundheitsamt und Contact-Tracing-Team arbeiten Rückstände auf

Die Folgen: Positiv auf Covid-19 getestete Bürger erhielten ihr Testergebnis zwar direkt vom Labor und wussten dementsprechend von der für sie geltenden Quarantäne. „In Folge der technischen Probleme beim Zugang zu DEMIS kam es jedoch zu Verzögerungen bei der Ermittlung der Kontaktpersonen der Kategorie KP1 durch das Contact Tracing Team“, erklärt die Pressesprecherin. Schnellstmöglich sollen nun die Probleme behoben werden: „Das Gesundheitsamt Freising und das CTT sind gerade dabei, diese Rückstände aufzuarbeiten.“

Landrat Helmut Petz bedauert das Malheur, gehe es doch um das Vertrauen der Bevölkerung in behördliche Informationen: „Als Gesundheitsamt und Landratsamt Freising wollen wir die Menschen im Landkreis verlässlich und umfassend informieren. Das ist in einer von großer Verunsicherung geprägten Krisensituation besonders wichtig. Deshalb bedauere ich es sehr, dass wir die Bevölkerung in den vergangenen Tagen mit unzutreffenden Informationen versorgt haben“, so Petz am Mittwoch. „Wir müssen alles daransetzen, so etwas in Zukunft zu vermeiden.“

Aktuelle Zahlen: Insgesamt 4761 Menschen positiv getestet worden

Die Zahlen schauen nun so aus: Aktuell (Stand 13. Januar, 15 Uhr) sind im Kreis Freising seit dem 29. Februar 2020 insgesamt 4761 Personen positiv auf das Covid-19 getestet worden. Seit Beginn der Pandemie sind 79 Menschen an oder mit dem Virus verstorben.

Weil sich nicht alle Pflegekräfte impfen lassen wollen, denkt der Ministerpräsident laut über eine Impfpflicht nach. Heimleiter im Kreis Freising halten das für kontraproduktiv.

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