Kaum Gottesdienste während Ramadan

Seelische Unterstützung für muslimische Mitbürger: In Freising erschallt jetzt täglich der Gebetsruf

Kaum Gottesdienste während der Corona-Pandemie: Um die muslimische Gemeinde Freising während des Ramadan dennoch zu erreichen, ertönt nun jeden Abend der Gebetsruf.

Freising– Die Corona-Pandemie hat auch die Islamische Gemeinde Freising schwer getroffen. „Zur Eindämmung des Virus und zum Schutz unserer Gemeindemitglieder finden derzeit in unserer Moschee keine Aktivitäten und keine Gebete statt“, berichtet Vorsitzender Ömer Korkmaz. „Dies ist bedauerlich, da viele Menschen gerade jetzt Trost und Beistand suchen. Glaube und Religion nehmen in solchen Zeiten eine besondere Rolle ein.“

Gerade zur Zeit des Ramadan. Zwar gelten die Gottesdienst-Lockerungen auch für die Muslime – aber es dürften maximal nur 50 Gläubige in die Moschee, so Korkmaz. „Wir erreichen also nur einen kleinen Teil“. Das soll sich nun lautstark ändern. Täglich wird um 20.30 Uhr der Adhan zu hören sein – der islamische Gebetsruf. Premiere war am Freitag.

Muslime in Freising: Motivation über Lautsprecher

Korkmaz vergleicht den Gebetsruf mit den Kirchenglocken, die seit dem Ausbruch der Pandemie in einigen Städten regelmäßig läuten, um Gläubigen ein Zeichen Ihrer Solidarität zu zeigen. „In ähnlicher Weise möchten wir gerne den islamischen Gebetsruf über unsere externen Lautsprecher ertönen lassen, um unsere Gemeindemitglieder in dieser schwierigen Zeit zu motivieren und ihnen ein Stück seelischen Beistand zu geben.“ Der Adhan wird nun mit Erlaubnis der Stadt, bei der sich Korkmaz sehr bedankt, abends um 20.30 Uhr herum zu hören sein. Er wird etwa vier Minuten dauern.

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Der erste islamische Gebetstruf über Lautsprecher war am 1. Mai um 20.30 Uhr vor der Moschee in der Wippenhauser Straße in Freising zu hören. Im Hintergrund Dekan Peter Lederer, die evangelische Pfarrerin Dorothee Löser und Ömer Korkmaz, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde Freising (v.l.). 

Ramadan und Gebetsruf: Anwohner zeigen Verständnis

Man verfolge wie alle anderen Kirchengemeinden in Freising dasselbe Ziel. „Gemeinsam für unsere Freisinger Bürger sowie die gesamte Menschheit zu beten, dass wir hoffentlich bald von dieser Krankheit und allen Schwierigkeiten, die dieser Virus mit sich gebracht hat, befreit werden und alles wieder seinen gesunden Weg findet.“

Ein „ganz großes Dankeschön“ richtet Korkmaz auch an die Nachbarn der islamischen Gemeinde in der Wippenhauser Straße, „die uns jederzeit Ihr Verständnis zeigen.“ Ganz besonders möchte sich die Islamische Gemeinde auch „beim Klinikum Freising, bei der Feuerwehr und THW Freising, der Polizei Freising und allen sonstigen Mithelfenden für Ihren tatkräftigen Einsatz in dieser Phase bedanken und allen weiterhin viel Kraft und Geduld wünschen.“  

Lesen Sie auch: Es ist nicht leicht stark zu bleiben, wenn es rundherum verführerisch duftet. Doch die Freisingerin Ayten Cakmak hält sich, wie viele andere Muslime, an den Ramadan und fastet vor Sonnenuntergang.

Rubriklistenbild: © Lehmann

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