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Seit der Schließung der Schulen arbeiten viele Lehrer von zu Hause aus. 

Schule in Zeiten von Corona

Digitaler Unterricht als Herausforderung für Lehrer: Persönliches Gespräch fehlt

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Corona verlangt Familien einiges ab – nicht zuletzt  deshalb, weil die Schüler angehalten sind, zu Hause zu lernen. Doch auch die Lehrer stellt der digitale Unterricht vor ein große Herausforderung.

Landkreis – Seit 16. März sind die Lehrer in Bayern aufgefordert, die Schüler zu Hause zu unterrichten. Deshalb wurden viele Unterrichtsmaterialien auf digitalem Weg bereitgestellt, „was letztlich zu einem Zusammenbruch der digitalen Infrastruktur wie zum Beispiel der Lernplattform mebis oder dem Untis Messenger geführt hat“, berichtet Roswitha Stichlmeyr, Schulleiterin der FOS/BOS Freising. Mittlerweile sind die Lernplattformen wieder besser nutzbar, „auch wenn zu sehr stark frequentierten Zeiten eine Überlastung angezeigt wird“, so Stichlmeyr.

„Viele Familien sind mit dem System überfordert“

Die Lehrer sind in den vergangenen Wochen sehr kreativ geworden, um ihre Schüler zu erreichen: Die Lernplattformen werden ebenso genutzt wie E-Mail, eigene Clouds oder auch verschlüsselte Messengerdienste. Letztere Methode hat Dagmar Kirmayer, Lehrerin an der Mittelschule Zolling, für sich und ihre zehnte Klasse entdeckt. Sie steht mit ihren (Abschluss-)Schülern in ständigem Kontakt, beantwortet Fragen, verteilt Arbeitsanweisungen und kontrolliert die Hausaufgaben. Zudem stellt sie den Schülern via Cloud Aufgaben, Rechenwege und Lösungen zur Verfügung.

Der digitale Unterricht verlangt allen Beteiligten viel ab: „Viele Familien sind mit dem System überfordert“, sagt Kirmayer. Und von den Schülern erfordere die Art des Unterrichts Disziplin, „die natürlich nicht jeder hat“, weiß die Pädagogin. Umso wichtiger sei es, die Schüler zu motivieren. Für Dagmar Kirmayer und ihre Kollegin Carola Eggensberger gilt es etwa, die Zehntklässler auf ihre Abschlussprüfung vorzubereiten. Deshalb konzentriere sich gerade alles auf die Prüfungsfächer – „Sachfächer gibt es gerade nicht“.

„Zeit zu Hause tatsächlich für Unterrichtszwecke nutzen“

Auch wenn die Lehrer alles geben, den Schülern möglichst viel Material und Hilfestellung zur Verfügung zu stellen, bleiben viele Fragen ungeklärt. Zudem bräuchten viele Kinder den persönlichen Kontakt beziehungsweise den persönlichen Unterricht. Auch der engagierten Lehrerin geht es so: „Was mir total abgeht, ist das persönliche Gespräch mit meinen Schülern“, sagt Kirmayer. Und natürlich das Feedback, wie es den Schülern mit den Aufgaben geht.

Auch Roswitha Stichlmeyr vermisst die Rückmeldung der Schüler, „ob sie mit den aufbereiteten Unterrichtsmaterial gut arbeiten können, wo sie sich Verbesserungsvorschläge wünschen oder in welchen Fächern zu welchen Kapiteln sie noch Unterrichtsmaterial benötigen“. Deshalb richtet sie eine große Bitte an die Schüler: „Geben Sie Ihren Lehrern Feedback.“ Und sie appelliert an alle, „die Zeit zu Hause auch tatsächlich für Unterrichtszwecke zu nutzen“. Es liege an den Schüler, „sich pflichtbewusst und eigenverantwortlich mit den Lerninhalten auseinanderzusetzen und sich auf die Abschlussprüfungen oder die nächste Jahrgangsstufe vorzubereiten“, so Stichlmeyr. Denn eines sei sicher: „Wenn der Unterrichtsbetrieb wieder anläuft, werden wir diese Zeit nicht mehr aufholen können.“

Vieles ist noch unklar

Noch ist unklar, wann der normale Unterricht wieder aufgenommen wird, ob und wann Leistungsnachweise geschrieben werden, und ob die Abschlussprüfungen wie geplant stattfinde können. Doch Dagmar Kirmayer gibt alles, um ihre Schüler so gut wie möglich darauf vorzubereiten. In Mathematik gibt sie sich zuversichtlich. In Deutsch und Englisch weiß sie, „dass die Übung fehlt“ und der fehlende Unterricht „den Schwachen schadet“. Doch man werde einen Weg finden, damit alle gut durch diese Zeit kommen. Stichlmeyr wünscht den Schülern „eine gute Motivation, Durchhaltevermögen und gutes Gelingen“ – und vor allem Gesundheit.

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