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Bei TV-Kultsendung: Aiwanger bekommt Corona-Frust zu spüren - Gastronomen Angst vor Horror-Szenario im Herbst

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Von: Andreas Beschorner

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Illustre Runde bei „Jetzt red i“ in der Luitpoldhalle: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Moderator Tilmann Schöberl und der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Martin Hagen (v. l.) © Lehmann

Die erste Folge „Jetzt red i“ (Bayerischer Rundfunk) wurde in Freising aufgezeichnet. Vorherrschendes Thema der Kultsendung: Corona. Vor allem die Wirte haben Angst.

Freising - Gerade zu Beginn der Corona-Pandemie war der Landkreis Freising ein Hotspot in Bayern. Zuletzt rückte vor allem der Flughafen München in den Fokus, weil dort eine Teststelle für Urlaubsrückkehrer eingerichtet worden war. Zwei Gründe, warum das Bayerische Fernsehen am Mittwoch für eine „Jetzt red i”-Sendung zum Thema Corona nach Freising gekommen war. 

In die Luitpoldanlage war also das ganze Equipment transportiert und in der Luitpoldhalle die „Arena” aufgebaut worden. Thema der seit Langem ersten „Jetzt red i”-Sendung wieder vor Ort und mit Publikum: Corona und die Folgen. Eine Folge: Nur 25 Bürger durften in dem Rund sitzen und mussten Abstand halten, während sie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) und den Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion, Martin Hagen, mit Fragen, Kritik und Bitten konfrontieren durften.

Kultsendung des BR: „Jetzt red i" mit Aiwanger (FW) und Hagen (FDP) zum Thema Corona

20 Minuten vor Beginn der Übertragung wurde das Publikum von Moderator Tilmann Schöberl auf die 45 Minuten live vorbereitet: laut sprechen, seinen Namen sagen und was man so macht, nicht aufstehen, denn das zuvor desinfizierte Mikro „kommt zu Ihnen”, so Schöberl.

Corona im Landkreis Freising: Dritte Startbahn auch deshalb auf Eis gelegt

Los ging’s mit zwei Betriebsräten am Flughafen München, die von Umsatzeinbußen der Geschäfte von 75 Prozent berichteten und die Besteuerung von Kurzarbeitergeld auch bei den rund 10000 Beschäftigten im Niedriglohnsektor anprangerten. Wolfgang Heller, Inhaber eines zahntechnischen Labors in Freising, bemängelte, dass es kein einheitlichen Regeln beispielsweise für Urlaubsrückkehrer gebe, die dann auch noch ständig geändert würden.

Hubert Böck, Leiter des Rettungsdienstes beim BRK Freising, klagte, dass die Labore, an die man die Corona-Tests schicke, immer überlasteter seien. Die Folge: Inzwischen warten die Getesteten bis zu sechs Tage auf das Ergebnis. 

Aiwanger gab zu, man müsse die Laborkapazitäten ausweiten, setzte aber auch in naher Zukunft auf zuverlässige Schnelltest. Hagen fand wahllose Massentests von Haus aus unsinnig. Da würden nur sinnlos Ressourcen verschwendet.

Streit-Thema Nummer Eins: Corona-Regeln im Landkreis Freising sorgen für Diskussion

Uneinig waren sich Aiwanger und Hagen auch bei einem anderen Freisinger Thema, das seit Mittwoch die Schlagzeilen beherrscht: Markus SödersAussage, die dritte Startbahn bis mindestens 2028 weiter auf Eis zu legen: Während Aiwanger das für eine gute Entscheidung hielt, die die Freien Wähler schon immer gefordert hätten, weil man die Runway nicht brauche, sah das Hagen ganz anders: Gerade in Zeiten, in denen der Flughafen und die dort Beschäftigten den Rückhalt und Rückenwind aus der Politik bräuchten, eine solche Ankündigung zu machen, sei genau das Gegenteil dessen, was richtig und notwendig gewesen wäre.

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Die überlasteten Labore und die langen Wartezeiten der auf Corona-Getesteten sprach Hubert Böck (r.), der Leiter des BRK-Rettungsdienstes an (r.). Links: BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl. © Lehmann

Leiden unter Corona: Gastronomen mit dringendem Appell

Eine weitere von Corona gebeutelte Branche, nämlich die Gastronomie, kam live und per Einspieler auch zu Wort. Tenor: Wenn das Biergartengeschäft ab Herbst wegfalle, werde es wieder ganz schwierig. Birgit Bachmeier, Inhaberin der gleichnamigen Blumenbinderei in Zolling, wünschte sich, dass Hochzeiten mit bis zu 150, vielleicht sogar 200 Gästen möglich seien. Bei der Zahl 150 konnte Aiwanger mitgehen. Ansonsten, so Bachmeier, sei sie “relativ gut durch die Krise geschwommen”.

Danach gingen alle ihrer Wege: Aiwanger und Hagen mit ihren Limousinen gen Heimat, die Bürger wieder nach Hause. Nur das BR-Team musste noch bleiben und abbauen.

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