Astrazeneca sollen im Freistaat bald nur noch Hausärzte verimpfen – an Personen über 60 Jahre.
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Astrazeneca sollen im Freistaat bald nur noch Hausärzte verimpfen – an Personen über 60 Jahre. Symbolbild

BRK-Chef zufrieden mit Impf-Kampagne

Astrazeneca bald nur noch beim Hausarzt: Arbeit im Impfzentrum geht dennoch voran - „Zähe Phase überwunden“

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Dass Astrazeneca bald nur noch in Hausarztpraxen verimpft werden soll, beeinträchtigt den Betrieb im Freisinger Impfzentrum nicht. Im Gegenteil - die Arbeitsteilung hilft.

Freising – In den Impfzentren im Freistaat wird es bald keine Erstimpfungen mit Astrazeneca mehr geben. Ab 19. April soll das Vakzin nur noch in Arztpraxen gespritzt werden. Im Freisinger Impfzentrum in der ehemaligen Stein-Kaserne wird sich dann nicht viel ändern, sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl auf Nachfrage. Was die Corona-Impfkampagne angeht, ist er ohnehin guter Dinge: „Es ist genügend Impfstoff im Anlauf – und wir sind fleißig.“

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Über die Osterfeiertage habe es lediglich am Karsamstag eine kleine Pause gegeben, da der Impfstoff-Nachschub erst spätabends in der Domstadt eingetroffen sei. „Dafür ging es dann am Ostersonntag gleich weiter“, sagt Söhl. Bereits jetzt stamme der Großteil der Dosen von Biontech, aber auch Moderna werde phasenweise in Freising verimpft. „Von Astrazeneca haben wir nur noch ein bisschen was bekommen. Das werden wir für Zweitimpfungen für über 60-Jährige verwenden“, erklärt der BRK-Chef. Weggeworfen werde keine einzige Dosis der wertvollen Substanz. Erst kürzlich wurde – wie berichtet – in Zolling ein temporäres Impfzentrum aus dem Boden gestampft. Weil 168 Impfdosen aus einem anderen Landkreis zu verfallen drohten, nahm sie der Kreis Freising kurzerhand an und impfte damit Kräfte von Feuerwehr, THW und Wasserwacht.

Mit dem Verlauf der Impfungen zeigt sich Albert Söhl zufrieden. „Wir sind an der Kapazitätsgrenze, arbeiten am Anschlag. Da sind wir wirklich gut.“ Solange Freising weiterhin kontinuierlich mit Impfdosen versorgt werde, sei man auf einem guten Weg. Mit der ersten Gruppe – den über 80-Jährigen – sei man so gut wie durch. „Bettlägerige Menschen muss der Hausarzt impfen. Daher sind wir auch so erpicht darauf, dass diese jetzt loslegen“, erklärt der BKR-Chef.

Im Impfzentrum widme man sich bereits den Menschen zwischen 70 und 80 Jahren. Momentan gebe es vor Ort noch haufenweise Ordner mit Anmeldungen; die Leute müssten nach und nach angerufen und eingeladen werden. Dieses Verfahren werde aber langsam eingestellt. Söhl appelliert daher an alle, die es noch nicht getan haben, sich online unter der Adresse impfzentren.bayern zu registrieren – und in ihrem eigenen Sinne wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Wer bei der Registrierung zum Beispiel eine Vorerkrankung angibt, muss bei der Impfung einen Nachweis dafür vorlegen. „Man kann sich in der Impfreihenfolge nicht künstlich hochpriorisieren. Wenn die Vorerkrankung nicht bewiesen werden kann, wird der Betreffende weggeschickt“, erklärt Söhl. „Das ist keine Schikane und kein böser Wille. Das müssen wir machen, das wird sehr genau beobachtet.“

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Wie lange das Team im Impfzentrum benötigt, um die 70- bis 80-Jährigen zu impfen, lasse sich aktuell schwer abschätzen. „In dieser Altersgruppe gibt es zwar mehr Menschen als in Gruppe eins. Aber dadurch, dass jetzt auch die Hausärzte mitmachen, könnte es zügiger gehen“, mutmaßt Söhl. „In dem Rahmen, den wir uns erhofft haben, kommen wir bisher gut weiter.“ Er sieht das Prozedere jedoch auch realistisch. „Jetzt haben wir gut 25 000 Geimpfte – im Landkreis leben etwa 180 000 Bürgerinnen und Bürger.“ Davon müsse man freilich noch einen Teil abziehen; zum Beispiel Kinder, Schwangere und Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen. „Aber auch dann sind wir noch ein gutes Stück weg von der Anzahl der Geimpften, die wir brauchen, um die Pandemie in den Griff zu bekommen“, sagt der BRK-Kreisgeschäftsführer. Trotz allem: „Die zähe Phase haben wir überwunden.“

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