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Wegen Omikron-Variante: Klinikum Freising bereitet sich auf „schlimmstes Szenario“ vor

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Von: Helmut Hobmaier

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Notaufnahme-Schild.
Um die Notaufnahme zu entlasten, hat man für den Fall massiver Patientenzugänge Räume im C-Bau vorbereitet. © dpa/Julian Stratenschulte

Das Klinikum Freising plant für den schlimmsten Fall: ein Massenaufkommen von Corona-Patienten durch eine Omikron-Welle. Und das sind die Details.

Freising – Trotz sinkender Inzidenz: Am Klinikum Freising deutet nichts auf eine Entspannung der Corona-Lage hin. 26 infizierte Covid-Patienten müssen derzeit versorgt werden (Stand: 23.12), davon acht auf der Intensivstation (vier werden beatmet). Doch es könnte noch schlimmer kommen: Vor dem Hintergrund einer drohenden Omikron-Welle bereitet sich das Klinikum auf das Schlimmste vor – „auf den Fall, dass wir mit Infizierten überschwemmt werden“, wie Klinikum-Sprecher Sascha Alexander sagt.

Klinikum Freising hat einen Notfallplan: Isolierstation kann noch erweitert werden

Schon jetzt ist die Lage angespannt – und das seit Wochen. Die fünfte Ebene beherbergt die Corona-Isolierstation mit aktuell 18 Covid-Patienten. Dort gibt es noch Möglichkeiten zur Erweiterung, notfalls könnte man auch noch auf andere Ebenen ausweichen. Vor einem Jahr musste man das schon einmal durchexerzieren – als bis zu 67 Covid-Patienten zu versorgen waren.

„Das wäre im Grunde nichts Neues“, sagt Alexander. Die Intensivstation hat man inzwischen auch erweitert – um zwei Überwachungsbetten, situiert bei der Schlaganfallstation. Das Klinikum ist also gut gerüstet – auch über Weihnachten: „Die Dienstpläne stehen“, berichtet der Sprecher. Die Personalsituation sei weiterhin angespannt, doch der Betrieb und die Patientenversorgung abgesichert.

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Es könnte eine Art zweite Notaufnahme entstehen

Trotzdem: Das Klinikum bereitet sich auch auf den Katastrophenfall vor, der eintreten könnte, wenn etwa durch die hoch ansteckende Omikron-Variante eine sehr hohe Anzahl Infizierter eintreffen würde. Für diesen „Fall der Fälle“ hat man im Altbau (C-Bau) Räumlichkeiten vorbereitet. Dort könnte im Ernstfall eine Art zweite Notaufnahme entstehen, die dann nur den eintreffenden Covid-Patienten vorbehalten wäre. Das Klinikum würde das Personal stellen, betreiben aber würde diese Corona-Notaufnahme das Bayerische Rote Kreuz oder die Johanniter.

Maximal 22 Covid-Patienten könnten dort aufgenommen und auch versorgt werden, wie Alexander erklärt. So konnte man einer Überlastung der eigentlichen Notaufnahme vorbeugen. Das wäre dann so etwas wie die „letzte Bastion“, sagt er. „Noch sind wir aber weit davon entfernt, da ja auch die Isolierstation noch erweitert werden kann“. Aber für das „schlimmste Szenario“ sei man auf diese Weise gerüstet.

Die zweite Notaufnahme könnte sehr schnell aktiviert werden. Alle Kliniken müssten für einen Massenaufkommen an Patienten einen Notfallplan in der Schublade haben, berichtet Alexander. So wurde etwa vor einem Jahr im Fliegerhorst Erding eine Zeltstadt für Corona-Patienten aufgebaut.

Flut von Geschenken für Klinik-Personal

Noch ist am Klinikum kein Omikron-Fall aufgetaucht. Man blickt aber „gespannt und mit Sorge“ auf die Zeit nach den Weihnachtsferien, sagt Alexander. Die Sorge ist groß, dass mit einer steigenden Zahl von Kontakten über die Feiertage auch die Inzidenz wieder steigen könnte – und dann Omikron das Ruder übernimmt. Die Leistung aller 900 Klinikum-Mitarbeiter wird in diesen Tagen übrigens mit einer Flut von Geschenken honoriert: Es treffen kleine und große Geldspenden ein, mit denen sich Privatleute wie Firmen für den andauernden Einsatz in der Pandemie bedanken.

Gerade sind zum Beispiel 40 Kartons Lebkuchen eingetroffen. „Das freut natürlich alle sehr“, sagt Alexander. Sehr gut angekommen sei auch ein ausgiebiger Besuch von Landrat Helmut Petz, der sich bei allen Abteilungen persönlich bedankt habe. Im Einsatz ist auch der Pressesprecher des Klinikums: Er fungiert in diesen Tagen als Christkind, der mit 900 Damen und Herren eine ziemlich große Familie beschenken darf.

Klinikum lockert an den Weihnachts-Feiertagen Besuchsregelung

Am Klinikum wird die Besuchsregelung über die Weihnachtsfeiertage gelockert: Am 24./25. und 26. Dezember können Patienten in der Zeit von 13 bis 18 Uhr für maximal eine Stunde auf den Normalstationen besucht werden. Allerdings: Nur ein Besucher pro Tag und Patient. Beachtet werden muss die 2G plus-Regel: Wer Patienten besuchen will, muss geimpft oder genesen sein und benötigt zusätzlich einen aktuellen, zertifizierten Antigen-Schnelltest. Nicht besucht werden können Patienten auf der Isolierstation (Ausnahme: Sterbefälle). Besuche auf der Intensiv- oder Palliativstation sowie Geburtshilfe und Stroke Unit nur nach Rücksprache mit der Station.

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