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Corona-Krise: Im Landkreis Freising besteht keine Betten-Not

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Von: Andrea Hermann

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„Die Lage ist weiterhin stabil“, sagte Dr. Markus Neumaier in einer Pressekonferenz. © Lehmann

Auch wenn die Zahl der Corona-Patienten weiter ansteigt, ist die Lage im Landkreis Freising entspannt. Aktuell gebe es „keine Betten-Not“, erklärte der Ärztliche Direktor am Klinikum Freising, Dr. Markus Neumaier.

Freising – „Die Lage ist weiterhin stabil.“ Mit diesen Worten fasste Dr. Markus Neumaier, Ärztlicher Direktor am Klinikum Freising, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Landratsamt die aktuelle Situation im Krankenhaus zusammen. Auch Landrat Josef Hauner gab sich entspannt. Gleichzeitig wies er Äußerungen seines Erdinger Kollegen Martin Bayerstorfer „entschieden zurück“, wonach es keine Kapazitäten für Corona-Patienten mehr in Freising gebe und der Nachbarlandkreis einspringen müsse. „Das ist nicht der Fall.“

Aktuell zähle der Landkreis Freising 326 Corona-Patienten, berichtete die Leiterin des Gesundheitsamts, Christine Setzepfandt. Davon seien bereits 64 Fälle „mittlerweile nicht mehr infektiös“, sprich genesen. Sieben Patienten, so Dr. Neumaier, seien mittlerweile verstorben – drei von ihnen (im Alter von 79 bis 86 Jahren und mit schweren Vorerkrankungen) seien positiv getestet worden. Bei den anderen vier stehe das Ergebnis noch aus. Aktuell würden 46 Corona-Patienten im Klinikum Freising behandelt – 22 seien positiv getestet worden, bei den anderen 24 stehe das Testergebnis noch aus. Elf dieser Patienten würden auf der Intensivstation liegen, neun davon müssten beatmet werden. „Erfreulich“ ist für Dr. Neumaier, dass neun Patienten in häusliche Quarantäne entlassen und zwei von der Intensiv- auf die Isolierstation verlegt werden konnten.

Aktuell betreibe das Klinikum zwei Intensivstationen – eine davon ausschließlich für Corona-Patienten. Eine dritte Intensivstation mit zwölf Betten könnte jederzeit eröffnet werden. Man verfüge über 16 Beatmungsplätze, wobei derzeit neun belegt sind – acht davon von Corona-Patienten. „Wir hoffen, dass von der Landesregierung noch weitere Geräte beschafft werden.“ Alles in allem bestehe derzeit „keine Betten-Not“, betonte der Ärztliche Direktor. Ins selbe Horn stößt auch der Pressesprecher des Klinikums, Sascha Alexander, in einer Stellungnahme – siehe Seite 2.

Noch ist die Situation entspannt. Doch der Landkreis erarbeitet ein Konzept, um künftig noch mehr Betten zur Verfügung stellen zu können. Dabei werde eine Unterbringung von Patienten „nicht in Turnhallen, sondern in Hotels“ organisiert, betonte der Landrat mit Verweis auf bessere hygienische Bedingungen. „Wir stellen uns so auf, dass wir das Reserve-Krankenhaus in Betrieb nehmen können.“ Gleichzeitig hofft Hauner, „dass der Fall nie eintritt“.

Für die niedergelassenen Ärzte sprach Georg Miedl vom Ärztlichen Kreisverband, von veränderten Arbeitsbedingungen: „Es wird viel telefonisch und per Mail erledigt.“ Auch eine ausreichende Versorgung mit Schutzanzügen, Handschuhen, Mundschutz und Desinfektionsmittel sei „dank des Landratsamts sichergestellt“. Und weiter: „Die von der KV zugesagte Lieferung ist in keiner Weise bei uns angekommen.“

„Wahnsinnig zufrieden“ mit dem Verhalten der Bürger ist Freisings Polizeichef Ernst Neuner: 28 Verstöße gegen die Ausgangssperre hätten man im Landkreis bislang verzeichnet, elf davon wurden zur Anzeige gebracht. Eine „Bewährungsprobe“ würde das Wochenende darstellen. Neuners Ankündigung: „Wir werden intensiv draußen unterwegs sein.“

Weitere Informationen zur Corona-Entwicklung im Landkreis Freising lesen Sie in unserem Ticker

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