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7-Tage-Inzidenz im Kreis Freising steigt weiter – Neue Corona-Fälle in Auer Seniorenheim

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Von: Andrea Hermann

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Das Klinikum Freising muss derzeit Vorbereitungen für eine mögliche zweite Welle treffen. © Symbolbild dpa / Jens Büttner

Das Auer Seniorenheim kommt in der Corona-Pandemie nicht zur Ruhe, auch im Pullinger Boardinghaus gibt es Infizierte. Hinzu kommt: Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Freising steigt weiter an.

Freising – Auch wenn sich die Corona-Situation im Landkreis Freising weiter entspannt, hat sich die 7-Tage-Inzidenz, sprich die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, erhöht. Um sechs Personen ist die Zahl der Corona-Infizierten im Landkreis Freising am Mittwoch seit dem Vortag gestiegen – auf nun 964. Die Sieben-Tage-Inzidenz (Infizierte pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche) liegt laut LGL bei 16,8 (Erding: 10,9; Fürstenfeldbruck: 11,8; Dachau: 15,6). Über die Gründe berichtete Landrat Helmut Petz in der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag im Landratsamt.

Zum einen seien sechs Personen, die in einem Boardinghaus in Pulling untergebracht sind, positiv getestet worden. Fünf von ihnen gehören einer Firma an, die ihre infizierten Mitarbeiter sofort in einem Corona-Hotel außerhalb des Landkreises untergebracht habe. „Hier handelt es sich um einen abgegrenzten Herd, wo man die Kontakte sehr gut nachvollziehen kann“, erklärte der Landrat.

Neue Fälle im Seniorenheim Au

Zum anderen gebe es wieder neue Fälle im Seniorenheim in Au. Nachdem am Freitag ein Bewohner und eine Pflegekraft positiv getestet worden sind, seien am Montag weitere Abstriche veranlasst worden. Das Ergebnis: Es gibt drei neue Corona-Fälle. Insgesamt haben sich im Seniorenheim Au seit Beginn der Pandemie 65 Personen mit dem Coronavirus infiziert – 16 Bewohner sind verstorben. „Derzeit gibt es noch sechs positive Fälle – eine Pflegekraft und fünf Bewohner“, berichtete Tobias Diepold vom Amt für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. „Alle anderen gelten als genesen.“ Aufgrund der Entwicklungen habe das Seniorenheim selbst beschlossen, derzeit noch keine Besuche von Angehörigen zuzulassen.

Niedergelassene Ärzte in Habachtstellung

Von einer „ruhigen Situation“ bei den niedergelassenen Ärzten berichtete Georg Miedl. Die Versorgung mit Mund-Nasen-Schutz sei „stabil“, und man gehe langsam wieder zum normalen Alltag über. Allerdings „sind wir in Habachtstellung“, betonte er. Immerhin hätten die Corona-Anfänge im Landkreis gezeigt, dass eine Person viele Leute infizieren könne. Sein Appell an die Bevölkerung: „Hygienemaßnahmen beachten“.

Ähnlich stellt sich auch die Situation im Klinikum dar, wie der Ärztliche Direktor Dr. Markus Neumaier berichtete: „Die Lage entspannt sich weiterhin.“ In Zahlen bedeutet dies: Derzeit würden 22 Corona-Patienten im Klinikum behandelt, neun davon auf der Intensivstation. Drei Patienten müssten beatmet werden, so Dr. Neumaier. Aktuell sei man dabei, „stufenweise zum normalen Tagesgeschäft“ überzugehen. Das bedeutet: Planbare Operationen werden wieder durchgeführt, wobei die Patienten auf Corona gescreent und gegebenenfalls isoliert würden, berichtete der Arzt. Auch das Besuchsverbot sei am Samstag gelockert worden: Ein Besucher dürfe pro Patient und Tag für eine Stunde ins Klinikum kommen. Am Samstag hätten das Angebot rund 70 Angehörige genutzt, am Sonntag etwa 100.

Klinikum hält 70 Betten für Covid-Patienten frei

Für eine mögliche zweite Welle müsse man im Klinikum Vorhaltungen treffen: 70 von insgesamt 350 Betten müssten für Covid-Patienten freigehalten werden – vier davon auf der Intensivstation. Jedoch: „Wir sehen keinen Anstieg der Patientenzahlen“, sagte Dr. Neumaier. Sollte aber eine zweite Welle kommen, „sind wir vorbereitet“.

Das Pflegeteam am Klinikum Freising ging in den vergangenen Wochen an die Grenzen der Belastbarkeit. Nun blicken die Pfleger zurück.

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