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Als am stärksten betroffener Landkreis im Freistaat habe man sich „schon sehr früh mit dem Aufbau von Kapazitäten für die Betreuung von Infizierten und der Beschaffung von medizinischen Material befassen müssen“, sagt Andreas Holzner,  Geschäftsführer des Klinikums Freising.

„Entspricht nicht den Tatsachen“

Kein Platz für Corona-Patienten? Klinikum weist Aussagen des Erdinger Landrats massiv zurück

Erdings Landrat sagte, dass aufgrund fehlender Kapazitäten Corona-Patienten aus Freising nach Erding verlegt worden seien. Das Klinikum Freising dementiert massiv: „Das entspricht nicht den Tatsachen.“

Freising – In keinem bayerischen Landkreis hat sich das Coronavirus so schnell verbreitet wie in Freising. Vor allem das Klinikum arbeitet nach Kräften, um die Infizierten zu versorgen. Dass nun Erdings Landrat Martin Bayerstorfer gegenüber der Lokalpresse sagte, dass Freising an seine Grenzen komme und Erding daher einspringen müsse, sorgt am Klinikum Freising für Unverständnis und Verärgerung.

Äußerungen aus Erding „entsprechen nicht den Tatsachen“

In einer Pressekonferenz am Dienstag gab Bayerstorfer bekannt, dass man aus der Domstadt „Patienten übernommen“ habe, da die Kapazitäten dort nicht mehr ausreichten. Das Klinikum Freising widerspricht diesen Äußerungen massiv: Als am stärksten betroffener Landkreis im Freistaat habe man sich „schon sehr früh mit dem Aufbau von Kapazitäten für die Betreuung von Infizierten und der Beschaffung von medizinischen Material befassen müssen. Dies in Frage zu stellen und von ,erschöpften Kapazitäten‘ zu sprechen, verunsichert die Bevölkerung und entspricht nicht den Tatsachen“, betonte Andreas Holzner, Geschäftsführer des Klinikums Freising, am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Bayerstorfer hatte ebenfalls gesagt, Erding müsse die Landkreise Freising und Ebersberg unterstützen. „Wir arbeiten eng mit allen Kliniken in der Region zusammen“, berichtete Holzner. Komme es zwischen diesen in Einzelfällen zu Patientenverlegungen, handle es sich stets „um individuelle Entscheidungen zur optimalen Weiterbehandlung von Schwersterkrankten, ein gegenseitiges Aushelfen vor allem bei Intensivplätzen ist schon immer gelebte Praxis“. Holzners Appell: „Die reibungslose und höchst professionelle sowie kollegiale, übergreifende Zusammenarbeit innerhalb der drei gleichberechtigten Landkreise des Rettungszweckverbands sollte nicht durch derartige Wahlkampf-getriebene Äußerungen beeinträchtigt werden.“ Gerade jetzt sei Geschlossenheit gefragt.

Unterbringungen auch in Hotels geplant

Wie sich die Lage in der Region in den kommenden Wochen entwickelt, ist ungewiss. Klinikum, Landkreis und Katastrophenschutz würden eng zusammenarbeiten, um die bestmögliche Versorgung von Erkrankten sicherzustellen – und diese sei nicht gefährdet, sagt Freisings Landrat Josef Hauner. Im Klinikum Freising seien aktuell in Isolierstationen auf zwei Ebenen bis zu 108 Betten in Betrieb. Hinzu komme eine separate Isolier-Intensivstation mit bis zu 16 Intensivplätzen mit Beatmungsmöglichkeit. Weitere Bereiche aus dem Normalbetrieb könnten l a ut Geschäftsführer Holzner „jederzeit für die Versorgung Infizierter umgestellt werden“. Darüber hinaus habe man noch Platz für weitere 90 Patienten.

Laut Hauner plane man derzeit für den Fall einer massiven Ausbreitung der Pandemie auch die Unterbringung von Infizierten in Hotels. „Dies ist aus medizinischer Sicht die bessere Lösung, da sich Patienten so isolieren lassen. Feldbetten in Turnhallen zu stellen, bietet keinen ausreichenden Schutz für Patienten und Pflegekräfte.“ ft 

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Mittlerweile gibt es im Landkreis Erding einen leisen Hoffnungsschimmer - Die Coronavirus-Fallzahlen stiegen langsamer an. 

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