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Nicht nur die Verantwortlichen am Klinikum Freising ziehen ein positives Fazit. Trotzdem müsse man abwarten.

Mehr Genesene als Neu-Infizierte

„Positive Tendenz sichtbar“: Landrat und Ärzte sprechen von „stabiler Lage“ in Freising

  • Andrea Hermann
    vonAndrea Hermann
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Dass die Lage „stabil“ sei, war die zentrale Botschaft der jüngsten Corona-Pressekonferenz im Freisinger Landratsamt. Man müsse jedoch abwarten, wie sich die Zahlen entwickeln, wenn die Lockerungen kommen.

Landkreis – „Die Lage ist stabil.“ Das war die zentrale Botschaft in der Corona-Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag im Landratsamt. Dr. Barbara Engelhardt vom Gesundheitsamt und Landrat Josef Hauner zeigten sich in ihrer Bilanz ebenso zufrieden wie Dr. Markus Neumaier vom Klinikum und Versorgungsarzt Dr. Mark Bardenheuer.

Aktuell gebe es im Landkreis laut der Statistik der Kreisbehörde 843 Bürger, die positiv auf das Virus getestet worden seien, berichtete Dr. Barbara Engelhardt – 508 von ihnen seien wieder genesen. 29 Bürger seien verstorben – „alle im höheren Alter und die meisten mit Vorerkrankungen“. Positiv sei laut Engelhardt: „Es gibt mehr Genesene als Neu-Infizierte.“ Jetzt müsse man abwarten, „wie sich die Zahlen entwickeln, wenn die Öffnungen kommen“. Aber: „Eine positive Tendenz ist sichtbar.“

Dr. Mark BardenheuerVersorgungsarzt in Freising

Eine ähnlich positive Bilanz zog auch Dr. Markus Neumaier, Ärztlicher Direktor am Klinikum Freising. 50 bis 60 Corona-Patienten habe man täglich zu verzeichnen. Aktuell befänden sich elf Patienten auf der Intensivstation, sieben von ihnen würden beatmet. 17 der 29 Todesfälle im Landkreis gebe es im Klinikum zu verzeichnen – „alle über 75 und mit Vorerkrankungen“, so Dr. Neumaier. Doch er berichtete auch, dass man junge, schwer erkrankte Patienten ebenfalls auf der Intensivstation habe. Die gute Nachricht: Vier dieser jüngeren Patienten im kritischen Zustand habe man kürzlich von den Beatmungsgeräten wegbekommen.

Drei weitere Fälle in zwei Asylunterkünften

In mittlerweile vier Asylunterkünften im Landkreis sind Bewohner positiv getestet worden. Nach Attenkirchen (5) und Fahrenzhausen (2) sind in der vergangenen Woche auch Freising (2) und Eching (1) dazugekommen, teilte das Landratsamt mit. Im Hinblick auf rund 1600 Asylbewerber, die im Landkreis untergebracht sind, sei das keine schlechte Quote, sagte der Landrat.

In den Seniorenheimen sei die Lage indes stabil, betonte Versorgungsarzt Dr. Mark Bardenheuer. „Es gibt kein neues Ausbruchsgeschehen“ – auch in Au nicht, wo es viele Infizierte unter den Bewohnern und des Personals gegeben hat (wir haben berichtet). Auch im Hotel Olymp in Eching, das vom Landkreis angemietet worden ist und in dem gesunde Seniorenheim-Bewohner ausquartiert werden können, gibt es keine neuen Zugänge.

Im Hinblick auf die Öffnungen von Schulen, Geschäften und Co. und damit auf den Wegfall von rund 40 Leuten, die das Gesundheitsamt derzeit unterstützen, bald aber wieder in ihren Beruf zurückkehren werden, berichtete der Landrat, dass man Hilfe von Studierenden der Beamtenfachhochschule bekommen werde. Die Regierung werde die Personen entsprechend der Einwohnerzahl zuweisen – in Freising sollen es rund 40 sein.

Bürgertelefon ab heute drei Stunden besetzt

Da die Zahl der Anrufer „deutlich zurückgegangen“ sei, so Landrat Hauner, werde das Bürgertelefon ab Freitag, 17. April, nur noch von 10 bis 13 Uhr besetzt sein – an sieben Tagen pro Woche. 

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Dass Schulen in der Corona-Krise schrittweise wieder öffnen, ist für Daniela Nager, die die Grundschule Haag leitet, „Wahnsinn“. In einem Schreiben kritisiert sie das Kultusministerium.

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