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Der letzte Ansturm: Ab Samstag machen Gastro, Friseure, Baumärkte und Co. dicht

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Von: Magdalena Höcherl, Manuel Eser

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Von beiden Eingangsseiten her bildeten sich beim Hagebaumarkt am Freitag Warteschlagen. © Lehmann

Für Bayern wurden Ausgangsbeschränkungen erlassen. Jetzt machen auch Friseure, Baumärkte und Gastronomen zu. Am Freitag gab es im Kreis Freising den letzten Ansturm.

Freising – Sperrstunde für alle gastronomischen Betriebe: Ab diesem Samstag müssen Kneipen, Wirtshäuser und Restaurants im Kreis Freising auf Anordnung von Ministerpräsident Markus Söder geschlossen bleiben. Das Bräustüberl Weihenstephan hat die Reißleine aber bereits Tage zuvor gezogen.

Die Gastronomin: „Es war einfach nicht mehr wirtschaftlich für uns“

„Wir haben schon seit Dienstag geschlossen“, berichtet Chefin Karin Willems. Der Grund: die zuvor erlassenen Auflagen für die Gastro. „Denen hätten wir nicht gerecht werden können. Diese Verantwortung konnten wir nicht schultern.“

Zur Erinnerung: Vor der kompletten Schließung der Gastrobetriebe hatte Söder zunächst Folgendes angeordnet: Öffnungszeiten nur noch von 6 bis 15 Uhr, höchstens 30 Besucher pro Lokal, nur zwei Besucher pro Tisch und ein Abstand von mindestens eineinhalb Meter pro Gast. „Aber in unserem großen Betrieb hätten wir nicht gewährleisten können, dass nicht doch mal 32 Gäste im Haus sind.“ Die hätte es ohnehin nicht verstanden, wenn man sie, mit noch halb vollem Bierglas, um 15 Uhr zum Verlassen des Lokals hätte auffordern müssen, wie Willems betont. Oder dass man Eltern und Kinder an verschiedenen Tischen hätte platzieren müssen. Oder dass sich plötzlich ein Dritter an den Tisch setzt.

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Nichts mehr los ist im Salon von Alexandra Döbl, Inhaberin von Döbl Frisuren. © Lehmann

Auch finanzielle Gründe führten laut Karin Willems zum Entschluss, den Laden fürs Erste dichtzumachen. „Es war einfach nicht mehr wirtschaftlich für uns, den Betrieb aufrechtzuhalten.“ Denn die Geschäftsgrundlage war dem Bräustüberl bereits vor Söders Anordnungen weggebrochen, wie die Gastronomin berichtet. „Erst haben alle Unternehmen abgesagt. Dann wurden die Hochschulen geschlossen und damit ein großer Teil unserer Stammgäste. Und schließlich hat die Kirche auch noch Taufen und Hochzeiten abgesagt – ebenfalls ein wichtiges Standbein für unseren Betrieb.“

Die Friseurin: „Die Gesundheit geht vor“

Auch die Friseursalons machen dicht. Alexandra Döbl, Inhaberin von Döbl Frisuren an der Unteren Hauptstraße in Freising, versteht den Schritt der Staatsregierung. Weil sie selbst zwar keine Mitarbeiter und einen großen Laden habe, sei es nicht schwer gewesen, die bisherigen Regeln einzuhalten. „Aber wir haben einfach einen Kundendurchlauf, und leider sind nicht alle vernünftig.“

Für ihren Berufsstand tue ihr die aktuelle Situation trotzdem leid. „Wir machen unsere Kunden einfach gern schön“, sagt die 47-Jährige. „Doch die Gesundheit geht vor.“ Zudem würden die Ausgangsbeschränkungen nicht schaden: „Die ganze Welt muss einfach mal wieder runterfahren.“ Döbl will optimistisch bleiben: „Es gibt auch eine Zeit nach Corona. Und ich freue mich jetzt schon darauf, meine Kunden dann wieder gesund und munter begrüßen zu können.“

Beim Hagebaumarkt in Freising kam es nach Söders Ankündigung, dass Baumärkte ab Samstag ebenfalls geschlossen bleiben müssen, zu einem wahren Ansturm. Schon am Eingang bildeten sich riesige Schlangen. Zwischen 60 und 80 Personen warteten auf Einlass, um sich noch mit Materialien für Gartenarbeit oder Heimwerker-Tätigkeiten einzudecken.

Polizei greift durch: In Bayern gelten nun Ausgangsbeschränkungen. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit einer Anzeige rechnen, betont Freisings Vize-Polizeichef. 

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