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Langsames Herantasten: Den Biergarten des Parkcafés Freising können Inhaber Steffen Irion und sein Team nun wieder aufbauen – mit dem nötigen Abstand.

Ab 18. Mai schrittweise Öffnung

Zwischen Vorsicht und Vorfreude: So bereiten sich Gastro und Hotels auf Lockerungen vor

  • Magdalena Höcherl
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Ab 18. Mai sind für die bayerische Gastronomie schrittweise Corona-Lockerungen geplant. Die Inhaber von Gaststätten und Hotels im Landkreis Freising machen sich bereit – sind aber auch vorsichtig.

Landkreis – Anna Elisabeth Hofmeier hat gar nicht damit gerechnet – und freut sich daher umso mehr. Wie Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag bekannt gab, sind für die bayerische Gastronomie schrittweise Corona-Lockerungen geplant. Ab 18. Mai wird Außenbewirtung wieder erlaubt, am 25. Mai dürfen Lokale ihre Türen wieder öffnen. Am 30. Mai ziehen Hotels nach. „Ich dachte nicht, dass wir vor Pfingsten noch aufmachen dürfen“, sagt Hofmeier vom gleichnamigen Hotel und Landgasthof in Hetzenhausen. Jetzt gebe es bis zur Wiedereröffnung noch einiges zu tun, betont die Kreisvorsitzende der DEHOGA (Bayerischer Hotel- und Gaststättenverband).

„Auf Mithilfe der Gäste angewiesen“

Die schrittweise Öffnung ist mit strengen Regelungen verbunden. „Die brauchen wir erst einmal schwarz auf weiß, damit wir sie dann genau umsetzen können“, sagt Hofmeier. Das dürfte allerdings nicht allzu schwierig sein: „Locker zu bestuhlen, ist im Biergarten kein Problem.“ Im Lokal selbst sei das schon kniffliger, aber machbar. Ebenso müssten sich Inhaber und Personal auf aufwendige Desinfektionsmaßnahmen einstellen: „Gläser, Geschirr, Besteck, den Mundschutz nicht zu vergessen. Müssen die Plätze nach jedem Tischwechsel desinfiziert werden? Das muss alles geklärt sein.“ Hofmeier betont: „Ein Stück weit sind wir auch auf die Mithilfe der Gäste angewiesen, gerade was den Mundschutz angeht.“

Trotz der strengen Auflagen herrscht Freude: „An der ganzen Situation hängen viele Existenzen, wir hatten viele Einbußen. Umso schöner, dass wir jetzt zumindest mit halber Kraft wieder arbeiten können.“

„Hoffen auf gutes Wetter“

Voller Tatendrang ist auch Steffen Irion vom Parkcafé Freising. Aufgrund der Schließung sei der komplette Außenbereich abgestuhlt worden. „Den müssen wir jetzt mit dem nötigen Abstand wieder aufbauen.“ Auf einen wichtigen Faktor hat er jedoch keinen Einfluss: „Wir hoffen nun natürlich auf gutes Wetter ab 18. Mai.“

„Wir werden sehen, wie sich die Buchungssituation entwickelt“

Noch etwas länger gedulden muss sich das Personal des Mövenpick Hotels München Airport in Hallbergmoos: Hotels dürfen ab Pfingsten wieder Gäste beherbergen. „Wir begrüßen die Lockerungen sehr“, sagt General Manager Ulrich Zimmermann. Gerade für Mitarbeiter in Kurzarbeit sei dieser Schritt eine „positive Perspektive“. Zimmermann betont jedoch: Die Normalität, zu der man hoffentlich bald zurückkehre, werde trotz der bestehenden Einbußen eine andere sein. „Aber wir werden sehen, wie sich die Buchungssituation entwickelt.“

Bis Ende Mai rüstet sich das Hotel mit 143 Zimmern, das kürzlich erst renoviert wurde, für die Wiedereröffnung. Weil auf Hygiene und Desinfektion nun noch mehr Wert gelegt werde, sollen etwa die Gläser und der Inhalt der Minibar reduziert oder Wasserkocher aus den Zimmern entfernt werden. Gleiches gelte für die sogenannten „Amenities“ wie Duschhauben oder Nähsets. Sonst müsste man diese Kleinigkeiten jedes Mal wegwerfen, wenn ein Raum belegt war, erklärt Zimmermann. Im Restaurant sollen zudem keine Buffets mehr angeboten werden, außerdem müsste mehr abgepackt verwendet werden. Das gehe zwar ein Stück zulasten der Umwelt, sei aber zum Kontaminationsschutz unerlässlich.

„Entscheidend ist, wie streng die Regelungen sind“

Johannes Killermann, der zusammen mit seiner Schwester Martina den Gasthof Lerner samt Hotel und Restaurant in Vötting führt, ist vorsichtig, was die Lockerungen angeht. „Für die Gastronomie ist entscheidend, wie streng die Regelungen sind“, sagt er. „Wenn man zu wenig Gäste bewirten kann, könnte es sein, dass sich der Betrieb nicht mehr rentiert.“ Der Lerner habe ein starkes Mittagsgeschäft, vor allem viele Handwerker kämen normalerweise. „Aber wenn vier Leute dann an vier Tischen sitzen müssen, wird’s problematisch.“ Daher laute die Devise: abwarten.

In den vergangenen Tagen sei die Grundstimmung zwar schon wieder besser geworden. „Dieses Jahr ist aber einfach ein anderes.“ Mit der langfristigen Absage zahlreicher Veranstaltungen und nicht zuletzt der Wiesn habe vor allem die Hotelbranche noch länger zu kämpfen.

Aktuelles aus dem Landkreis Freising

Michael Ende kann seine Freundin Manuela Haberl zurzeit nicht sehen. Sie lebt in Österreich. An der Grenze bekam der Echinger Probleme, denn offenbar nicht jeder Beamte kennt die Regeln.

Auch für die Bewohner der Freisinger Lebenshilfe-Einrichtung heißt es derzeit daheim bleiben. Doch durch das unglaubliche Engagement der Mitarbeiter gelingt trotz mancher Träne ein kleines Kunststück.

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