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Nach Corona-Vorfall an Schule: Massentest durchgeführt - Zeugnisvergabe ungewiss

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Von: Manuel Eser

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Die Zusammenarbeit funktionierte bestens: Heinrich Märkl (l.) von den Johannitern und Konstantin Ambros vom BRK nahmen Rachenabstriche vor. © Eser

Wegen eines Coronafalls in der Hörgertshausener Kita ist auch die im selben Gebäude untergebrachte Schule geschlossen. Ein Massentest wurde durchgeführt.

Freising – Es war ein besonderer Test für Lehrer und Schüler, Kindergartenkinder und Betreuer: Rund 200 Personen sind am Mittwoch in Hörgertshausen einem Rachenabstrich unterzogen worden. Mit den Ergebnissen ist bis Freitag zu rechnen. An diesem Tag sollten die Schüler eigentlich ihre Zeugnisse erhalten. Daraus aber wird nun nichts.

Wie berichtet, war bei einem Reihentest für alle Mitarbeiter des Kinderhauses „Wuselwiese“ am vergangenen Donnerstag ein Positiv-Befund dabei. Am Sonntagabend traf das Gesundheitsamt die Entscheidung, nicht nur die komplette Kita einschließlich Krippe zu schließen, sondern auch die Grundschule, die im selben Gebäudekomplex untergebracht ist. Unter der Regie von Bürgermeister Michael Hobmaier stemmten die Verantwortlichen innerhalb von zwei Tagen die gesamte Organisation für den Test.

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Als am Mittwoch um 9 Uhr der Startschuss fiel, warteten die ersten schon vor der Schule. Der Bürgermeister erschien in Tracht. In festlicher Stimmung war er allerdings nicht. „In den letzten Tagen habe ich schon viel Galgenhumor gebraucht“, sagte er, verzichtete aber dann auf eine Kostprobe. Johanniter und Rotes Kreuz nahmen die Rachenabstriche gemeinsam vor. BRK-Chef Albert Söhl schnürte seine Sicherheitsstiefel und machte die Aktion zur Chefsache. „Schließlich ist das im Landkreis der erste Corona-Massentest an einer Schule.“

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Chefsache: Hörgertshausens Bürgermeister Michael Hobmaier (l.) und BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl kamen beide zum Massentest am Mittwoch. © Eser

Im Gebäude hatten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ihr Hauptquartier aufgeschlagen. Drei Klassenzimmer wurden zu Testräumen umfunktioniert. Am Eingang saß Schulleiterin Barbara Graßl und hakte auf einer Liste persönlich alle ab, die zum Test gekommen waren.

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Von den rund 200 einbestellten Personen erhielten zunächst die Angestellten inklusive Reinigungskräfte einen Abstrich. Danach waren die Familien am Zug. „Wir haben extra vier verschiedene Zeitfenster eingerichtet, damit wir nicht am Morgen gleich einen Massenauflauf haben“, erklärte Hobmaier.

Ganz ohne Warteschlange vor dem Gebäude ging es aber trotz bester Planung nicht ab. Sämtliche Testpersonen bewahrten indes Geduld. Wer den Rachenabstrich hinter sich gebracht hatte, beruhigte auf dem Rückweg diejenigen, die noch warten mussten. „War gar nicht schlimm“, berichtete ein Mädchen und hüpfte davon. Ein Bub legte auf seinem Tretroller eine Vollbremsung ein, als er einen Kumpel in der Warteschlange sah und sagte: „Dieses Rachendings ist ein Klacks.“

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Warten auf den Abstrich: Rund 200 Hörgertshausener, darunter auch etliche Kinder, wurden nach einem positiven Corona-Befund im Kinderhaus „Wuselwiese“einem Test unterzogen. Das BRK Freising unterstützte die Aktion. © Eser

Am Mittag hatten es dann alle geschafft. Punkt 12 Uhr war die Aktion beendet. Der Bürgermeister rechnet damit, dass ihm spätestens Freitagabend alle Ergebnisse vorliegen. Er hofft, dass es ähnlich gut läuft wie beim Massentest am Klinikum eine Woche zuvor. Dort gab es unter 613 Mitarbeitern, die sich dem Prozedere freiwillig unterzogen hatten, nur einen Corona-Fall. Dass es in Hörgertshausen mehr sein könnten, mag sich der Bürgermeister gar nicht vorstellen. „Dann werd des a rechte Hetz!“

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Die Testpersonen können sich via Handy selbst über ihr Ergebnis informieren, berichtet Hobmaier. Alle haben einen QR-Code erhalten, der zu den Resultaten im Internet führt. Dort leuchtet dann eine Farbe auf, erklärt der Bürgermeister: „Blau bedeutet, dass der Test noch in Bearbeitung ist, Grün steht für ein negatives Testergebnis, rot ist positiv.“

Grünes Licht für die Zeugnisse wird es am Freitag hingegen nicht geben. „Das ist eine üble Angelegenheit“, sagte Bernhard Kindler, stellvertretender Leiter des Schulamts, auf FT-Nachfrage. Die Zeugnisse gleich im Rahmen des Tests auszugeben, wie es etwa der Bürgermeister angedacht hatte, sei rechtlich nicht möglich gewesen. Und da es sich hier um Urkunden handelt, können sie auch nicht postalisch verschickt werden – nicht einmal per Einschreiben, wie Kindler betonte.

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Geplant ist nun, in Absprache mit der Regierung von Oberbayern die Zeugnisse am Montag zu verteilen. „Wir werden die Eltern mit ihren Kindern zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Schule bestellen. Jeder erhält sein Zeugnis einzeln ausgehändigt“, erklärt Kindler. „Voraussetzung dafür ist aber, dass zumindest eine Lehrerin, im besten Fall, die Schulleiterin, ein negatives Testergebnis hat.“ Für Familien, die sich am Montag bereits auf einer Urlaubsreise befinden sollte, müssten Einzelfalllösungen gefunden werden, sagte Kindler. Betroffene sollen sich im Schulamt oder bei der Schule melden.

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