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Mdl Florian Herrmann: Kritiker und Kritisierter.

Freisinger Abgeordneter

CSU-Gerangel: Für Herrmann ist Söder der Stärkste

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Freising - Mit seiner Kritik an Ilse Aigner hat sich der Freisinger Landtagsabgeordnete Florian Herrmann aus dem Fenster gelehnt. Die Vize-Ministerpräsidentin hatte eine Urwahl für den Spitzenkandidaten der Landtagswahl 2018 ins Spiel gebracht. Dem FT erklärt Herrmann seine Angriffe auf Aigner und seine Gedanken nach dem Aus der Jamaika-Koalition.

-Herr Herrmann, haben Sie damit gerechnet, dass Jamaika scheitert?

Aufgrund der vier Wochen langen, intensiven Verhandlungen bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass es am Ende zu einer Einigung kommt. Der emotionale Teil von mir kann den Ausstieg der FDP aus den Sondierungen nachvollziehen. Die zahlreichen offenen Punkte haben gezeigt, dass eine gemeinsame Idee für unser Land mit den Grünen wohl nicht zustande kommt.

-Und der andere Teil von Ihnen?

Der Vernunftsteil in mir sagt, dass wir auf der Basis des Wahlergebnisses, das wir nun mal haben, in der Verantwortung stehen, eine Regierung zu bilden. Mein Appell geht an die SPD, sich aus staatspolitischer Verantwortung heraus zumindest Gesprächen nicht zu verweigern.

-Wie sieht es mit der staatspolitischen Verantwortung der FDP aus?

Die Aussage von Christian Lindner, keine Regierung sei besser als eine schlechte, halte ich für problematisch, weil wir am Ende eine Regierung brauchen. Es ist keine Antwort auf das Wahlergebnis.

-Würden Neuwahlen für eine CSU, die sich mitten im Führungsmachtkampf befindet, nicht zur Unzeit kommen?

Wenn wir jetzt neben der Frage, wie wir uns erfolgreich für eine Landtagswahl aufstellen können, auch noch eine Bundestagsneuwahl stemmen müssen, wird die Gesamtlage jedenfalls nicht einfacher.

-Sie haben sich in das Führungsgerangel mit eingeschaltet, indem Sie Ilse Aigners Vorschlag einer Neuwahl als „parteischädigendes“ Verhalten von „Möchtegern-Ministerpräsidenten“ gegeißelt haben. Warum?

Weil ich der festen Überzeugung bin, dass eine Urwahl in den Urwald führt. Personaldebatten in aller Öffentlichkeit über Wochen hinweg spalten nachhaltig, statt zu einem starken Team zu führen.

-Ihre Alternative?

Dass sich alle Führungskräfte um den Stärksten gruppieren, und das ist in meinen Augen Markus Söder.

-Sie sind inzwischen für Ihre Aussagen kritisiert worden. Alois Glück etwa hat vom „Tiefstand der politischen Debattenkultur in der CSU“ gesprochen.

Ich habe auch viel positive Rückmeldung bekommen. Es stimmt schon, dass meine Wortwahl vielleicht etwas zu scharf war. Aber auf einen groben Klotz gehört manchmal auch ein grober Keil.

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