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Schweres Gerät: Bei einer Maschinenvorführung wurde den Zuschauern gezeigt, wie Gülle umweltfreundlich und effizient ausgebracht werden kann.

Tag der offenen Tür

Da wird die Landwirtschaft zum Erlebnis

Freising - Eine Kuh, deren Durst schier unstillbar ist, eine Hundedame, vor der sich der Bockkäfer nicht verstecken kann, und Fragen, die im wahrsten Sinne des Wortes saftig waren: Der Tag der offenen Tür bei der Landesanstalt für Landwirtschaft bot alles – nur keine Langeweile.

Es war ein erlebnisreicher Tag für die Gäste der Landesanstalt für Landwirtschaft am Sonntag auf dem Gelände der Langen Point und dem Gereuth. Alle zwei Jahre öffnet die Forschungseinrichtung ihre Pforten für Verbraucher, Landwirte und all jene, die Antworten zu ihren Fragen aus erster Hand bekommen wollen. Auch die Kinder hatten ihren Spaß: Unter dem Überbegriff „Erlebnis Landwirtschaft“ durften sie Ferkel, Kuh und Kalb kennenlernen oder Spürhunddame „Franzi“ bei der Käfersuche beobachten.

Das Thema Wasser stand heuer im Fokus des vielseitigen Programms. So staunten Nicht-Landwirte, welch enormen Durst Milchkühe im Sommer haben. Zehn volle 15-Liter-Eimer, als 150 Liter pro Tag, brauche es, um eine Kuh ausreichend zu tränken. Ein Regensimulator wiederum demonstrierte den Abfluss an der Oberfläche und den Sickerwasseranfall bei verschiedenen Varianten der Bodenbearbeitung. Wie die optimale Nutzung von Ressourcen in einer Kreislaufanlage in der Fischzucht funktioniert, wurde erklärt und selbstverständlich gab es auch Tipps zur richtigen Verarbeitung und Zubereitung von Fluss- und Seefischen.

Walter Strohmeier, Fischwirtschaftsmeister am Institut für Fischerei der LfL in Starnberg, zeigte, wie einfach sich Gräten im Karpfenfilet mittels Essigsud entfernen lassen. Außerdem erklärte er, welcher Tricks es bedarf, um kalt- und heiß geräuchertes Forellenfilet fachgerecht zu zerteilen. Dass man von den köstlichen Seespezialitäten auch probieren durfte, kam den Besuchern natürlich gerade recht.

Feines Produkt: Kinder konnten miterleben, wie Getreide zu Mehl gemahlen wird.

Dr. Jörg Dodenhoff vom Institut für Landtechnik und Tierhaltung wollte wissen, welcher „Riechertyp“ man sei. Die beiden Substanzen Androstenon und Skatol, die im Eberfleisch enthalten sind, sollten im „Schnüffeltest“ erkannt werden. Frauen würden das eher riechen, sagte der Wissenschaftler. „Die sagen, das rieche wie ein ungewaschener Mann.“ Apropos „schnüffeln“: Ein feines Näschen benötigt auch Epagneul-Breton-Hundedame Franzi, um das Genom des asiatischen Laubholzbockkäfers aufzuspüren. Die Landesanstalt setze speziell ausgebildete Spürhunde ein, um den Schädling, der Büsche und Laubbäume befalle, in den Griff zu bekommen, erklärte Sebastian Heigl vom Institut für Pflanzenschutz. Klar, dass sich Franzi zwischen den Vorführungen auch eine kleine Schlafpause genehmigte.

Hellwach musste man für die vielen kniffligen Quizfragen sein, die im LfL-Quiz abgefragt wurden. „Wie viel Liter Saft können aus 100 Kilogramm Äpfeln gepresst werden?“, hieß es da zum Beispiel. Wer das besonders gut beantworten konnte, waren die Kinder, die Äpfel einer Streuobstwiese durch eine Presse zu süßem, schmackhaften Apfelsaft verarbeiteten. 70 Liter Apfelsaft lassen sich aus 100 Kilogramm frischen Äpfeln pressen. Viel Infos und jede Menge praktischer Tipps gab es für den Nachwuchs auch in der Backstube im Gebäude für zentrale Analytik für mehr Qualität und Chromatographie. Die selbst gebackenen Semmeln wurden noch im warmen Zustand verzehrt.

Maria Martin

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