Bürger im Rohbau
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Erklärten den Interessierten die Ideen: Johann Hölzl (Referent für Stadtplanung), Stadtbaumeisterin Barbara Schelle und Katharina Winter vom Planungsbüro.

Eine einmalige Chance

Genossenschaftliches Wohnen im Freisinger Steinpark: 60 Interessierte informieren sich über erste Ideen

Es ist eine einmalige Chance: Bauen in Freising als Teil einer Genossenschaft. Das stößt auf enormes Interesse. Jetzt gab es ein erstes Treffen.

Freising - Bauen und Wohnen im Freisinger Steinpark soll mit einem Genossenschaftsprojekt, das bis zu 85 Wohnungen umfasst, künftig einmal Leuchtturm-Charakter haben. Am Samstagvormittag fand nun ein erstes Vernetzungstreffen vor Ort statt. Das Interesse für genossenschaftliches Bauen ist in der Domstadt ziemlich groß: Um die 60 Bürger fanden sich ein, um sich die ersten Ideen, wie so etwas am besten auf die Beine gestellt werden könnte, anzuhören.

Bürger können das Ruder selbst in die Hand nehmen

Dieser erste Termin diene dazu, sich kennenzulernen und die erste Vernetzung zwischen den Interessierten jetzt schon zu aktivieren, erklärte Stadtbaumeisterin Barbara Schelle. Diese Genossenschaftsidee zeige zwei Möglichkeiten auf: entweder eine eigene Genossenschaft zu gründen oder sich einer bestehenden Genossenschaft anzuschließen. „Hier kommen Sie ins Spiel: Nutzen Sie die Chance, sich zu organisieren!“, betonte auch Katharina Winter vom Planungsbüro stattbau München GmbH, das den Prozess begleitet. Der Vorteil, wenn eine Gruppe eine eigene Genossenschaft gründet, ist ihrer Meinung nach: „Sie nehmen das Ruder selbst in die Hand.“ Der Aufwand allerdings sei hier nicht zu unterschätzen. Einfacher sei es auf jeden Fall, sich einer bestehenden, am besten regionalen Genossenschaft anzuschließen. Da müsste geschaut werden, welche Genossenschaft am besten zu den eigenen Vorstellungen passen würde.

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Auf der Suche nach Partnern für ein Genossenschaftsprojekt in Freising ist beispielsweise die Gruppe FreiSam, die sich im Sommer 2021 gegründet hat. Ihr Sprecher Stefan Hotop formulierte es so: „Im Gegensatz zu zufälligen Nachbarschaften wollen wir ein soziales Netzwerk.“ Geplant für solche Wohnanlagen seien unter anderem eine gemeinsame Nutzung, Pflege und Eigentum von Gegenständen und Räumen – unter anderem schweben der Gruppe Co-Working-Spaces, Gästezimmer, Werkstätten oder gemeinschaftliche Gärten vor.

Motto: Einfach Bauen ohne übertrieben Technik

Die Gebäude sollen in einer nachhaltigen und langlebigen Bauweise entstehen, das Motto dafür laute: „Einfach Bauen ohne übertriebene Technik, dafür aber mit hoher Aufenthaltsqualität“. Aktuell habe die Gruppe FreiSam 25 aktive Mitglieder, die laut Hotop im regen Austausch miteinander stehen.

„Auch wir würden gern Teil dieser Sache sein“, betonte auch Robert Hauner von der Freisinger Wohnungsgenossenschaft Goldberg eG. Diese sei bereits über 100 Jahre erfolgreich in der Domstadt tätig und hätten einen Mitgliederbestand von über 600 Bürgern, berichtete Hauner. Als Kooperationspartner möchte Goldberg auf jeden Fall die Stadt Freising weiterbringen in der Causa kostengünstiges Wohnen.

Stadtbaumeisterin Barbara Schelle: Vernetzen Sie sich!

„Nutzen Sie die Möglichkeit und vernetzen Sie sich!“, adressierte Stadtbaumeisterin Schelle abschließend an die Bürger. Denn unter Umständen würde die Stadt später weitere Grundstücke „in den Ring werfen“, sofern das Projekt Genossenschaftliches Wohnen hohen Zuspruch finde. Anfang nächsten Jahres sollen die Grundstücke im Steinpark dann ausgeschrieben werden, den Zuschlag bekomme 2022 das beste der vorgestellten Konzepte – unabhängig ob nun eigene Genossenschaftsgründung oder im Anschluss an eine bestehende.

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