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Nach Corona-Verschärfungen: Virus-Frust bei den Frisinga Fratzen

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Von: Helmut Hobmaier

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Freisinger Perchten
Lang, lang ist’s her: Die schaurig-schönen Frisinga Fratzen im Januar 2020 bei ihrem letzten Auftritt vor Corona beim Perchtenlauf im Haslinger Hof. © Verein

Monatelange Proben waren umsonst: Bei den Freisinger Perchten hagelt es Absagen. Virus-Frust bei den Frisinga Fratzen.

Freising - Frust bei den Frisinga Fratzen: Fast zwei Jahre ist der letzte Auftritt der schaurig-schönen Freisinger Perchten schon her. Nun haben sie monatelang geprobt, alles auf Vordermann gebracht – und stehen wieder in den Startlöchern. Aber jetzt hagelt es Absagen, wie uns Tony Maier, „Mädchen für alles“ im Verein, aktuell mitteilt. „Vor allem deshalb, weil die Kommunen reihenweise absagen.“ Vereinsvorsitzende Hildegund Maier: „Es schaut so aus, als ob wieder alles für die Katz’ war“.

Weihnachtsmärkte wurden abgesagt, die Buchungen storniert

Gestrichen sind seit kurzem sämtliche Weihnachtsmärkte, und damit natürlich auch alle, die die Freisinger Perchten schon gebucht hatten, wie etwa Landshut, Freising oder Neufahrn. Hildegund Maier: „Jetzt sind natürlich wieder viele Termine für Auftritte frei, und wir würden uns sehr freuen, wenn wir im heimatlichen Umfeld zu dem einen oder anderen Auftritt eingeladen würden.“ Denkbar wäre das aber wohl nur noch im privaten Bereich, etwa bei Geburtstagsfeiern. Mögliches Szenario: Die Gäste sitzen drin, und die Fratzen treten draußen auf. Die Perchten halten sich übrigens streng an den 2G-Grundsatz: „Ungeimpft läuft bei uns keiner mit“, erklärt Tony Maier. Und sie wollen sich vor den Auftritten auch testen. Falls allerdings ein PCR-Test nötig wäre, „würde das haarig “, wie Hildegund Maier ergänzt. „Wir Frisinga Fratzen scharren jedenfalls mit unseren Perchtenhufen.“

Alles wurde auf Vordermann gebracht

Nach den vor einigen Wochen erfolgten Corona-Lockerungen wurden die Masken aufpoliert, die Felle und Gewänder aus dem Keller an die frische Luft gebracht, ausgebessert, ergänzt oder erneuert, die Trommeln neu bespannt. Saisonbeginn wäre jetzt. Einen Auftritt in Deggendorf gab es schon, um den Geist des Winters zu erschrecken und zu verjagen. „Unterstützt wird das in unserem Fall durch kräftiges Schlagen von Trommeln in mystischen und rhythmischen Stücken“, berichtet Hildegund Maier. „Ein spezielles Unterscheidungsmerkmal der Frisinga Fratzen.“

Seit Oktober wird unter den kritischen Augen und Ohren von Hexe Maria Bauer fleißig geübt. In diesem Zusammenhang bedanken sich die Fratzen bei der Feuerwehr Tüntenhausen, die dafür den Saal im Feuerwehrhaus zur Verfügung gestellt hat. Hier wurde auch gerade der Hexentanz für die neue Saison einstudiert.

Die Fratzen sind Perchten zum Anfassen, keine Monster

Seit fast 20 Jahren ziehen die Frisinga Fratzen in der Vorweihnachtszeit und bis zum 6. Januar über die Christkindl- und Weihnachtsmärkte, verzaubern (oder erschrecken) Geburtstagskinder oder Firmenmitarbeiter und lassen ihren Nikolaus ernste oder lustige Reden halten. Jeder Auftritt soll etwas Besonderes sein. „Kinder dürfen hinter unsere Masken schauen oder durch unsere zotteligen Krampusfelle streichen“, verspricht die Frisinga-Chefin. Auch durften Kinder schon beim An- oder Ablegen der Perchtengewänder zusehen und dabei entdecken, „dass wir keine Monster sind“, wie Maier sagt.

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In der Coronazeit hat sich bei den Fratzen einiges geändert. Seit 2020 sind die Frisinga Fratzen ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Der Einnahmenüberschuss wird stets an gemeinnützige Freisinger Organisationen gespendet.

In der Vergangenheit waren das zum Beispiel die Palliativstation des Klinikums, die Klinikclowns oder der Verein Phönix. Für das 20-jährige Jubiläum 2022 hätte man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Maier: „Wir hoffen jedenfalls, dass sich das Virus bald verjagen lässt und wir das Brauchtum des Winteraustreibens lebendig halten können.“

Gut zu wissen

An alle Neugierigen: Wer ausprobieren möchte, wie es sich anfühlt als Kramperl, Percht oder Hexe unterwegs zu sein ist eingeladen – egal ob jung oder alt, Mann, Frau oder divers. Weitere Informationen unter www.frisinga-fratzen.de. Zu sehen sind die Freisinger Perchten voraussichtlich am Freitag, 26. November, am Schloß Schleißheim (Winterlust, ab 18 Uhr).

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