Dauerbrenner TTIP: Kreisvorstandschaft des BBV positioniert sich deutlich dagegen

Landkreis - Dauerbrenner TTIP – nicht nur bei Merkel und Obama. Beim Freihandelsabkommen die hohen deutschen Standards zu schützen – das war der Freisinger Kreisvorstandschaft bei der Bezirksversammlung des oberbayerischen Bauernverbandes ein besonderes Anliegen. Die dringende Botschaft lautet: „Keinen Schritt über die Rote Linie“.

„Die gesellschaftlichen und politischen Erwartungen von EU und USA an die Lebensmittelerzeugung sind doch sehr unterschiedlich“, hieß es von Seiten der BBV-Kreisvorstandschaft nach der Versammlung. „In der EU, besonders in Deutschland, räumen wir der der Qualität im gesamten Erzeugungsprozess einen gleich hohen Stellenwert wie der Produktqualität ein.“ Bauernfamilien in der EU müssten zahlreiche gesetzliche Vorgaben, wie zum Beispiel im Tier- und Umweltschutz, strikt einhalten. Diese spiegelten sich zwar nicht in der Produktqualität, wohl aber in den Kosten für die Bauernfamilien wider. Dazu gehören unter anderen auch das EU-weite Verbot von Wachstumshormonen in der gesamten Tierhaltung, die Chlorbehandlung von Schlachtkörpern und Umweltauflagen bei der Gülleausbringung beziehungsweise die Kontrolle des Ammoniakausstoßes. „Die Herangehensweise der USA zielt hingegen nur auf die Produktqualität ab“, betonte die BBV-Führungsriege in einer Mitteilung. „Zum Schutz der bayerischen Bauern und Verbraucher dürfen so erzeugte Lebensmittel keinesfalls auf den Lebensmittelmarkt in Europa gelangen“, betonten der stellvertretende Kreisobmann Ralf Huber und die stellvertretende Kreisbäuerin Elisabeth Mayerhofer.

In der Diskussion mit Bauernpräsident Walter Heidl wurde der Preissturz aller landwirtschaftlichen Produkte thematisiert, dessen Ursachen vielfältig seien: die Entwicklung der Milcherzeugung, die momentane Wirtschaftsschwäche Chinas, das Russland-Embargo, der Verdrängungskampf im Lebensmitteleinzelhandel und auch Rekord-Getreideernten in drei aufeinanderfolgenden Jahren. In der Diskussion wurden bürokratische Forderungen der EU scharf kritisiert. So müssen Bauern seitenweise Formulare ausfüllen, um als „aktive Landwirte“ zu gelten. Auf die Spitze würden diese Vorschriften durch die geplante Düngeverordnung getrieben, die sogar für Festmist eine Sperrfrist vorsieht.

Rubriklistenbild: © dpa

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