Die Kirche müsse auf das Bevölkerungswachstum in der Region reagieren, betonte Dekan Jochen Hauer. Foto: Fkn

Dekanatsbezirk Freising: „Spannende Veränderungsprozesse“ stehen an

Freising - „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ - mit diesem Impuls will Dekan Jochen Hauer in die Zukunft des Dekanatsbezirks gehen. In den Berichten der Einrichtungen bei der Dekanatssynode war vor allem von Projekten und Neuerungen zu hören.

"Es liegen viele größere Aufgaben vor uns“, fasste die Pfarrerin Anne Lüters von der Hochschulgemeinde und dem Evangelischen Bildungswerk ihre Arbeit zusammen. Das ließ sich auch aus den Berichten der anderen Dekanatseinrichtungen heraushören. So gibt es personelle Veränderungen im Dekanat, erfreulicherweise durch Stellenzuwachs beispielsweise beim Evangelischen Jugendwerk und dem Diakonischen Werk, oder auch durch Neubesetzungen, etwa der neuen pädagogischen Leiterin in der Erwachsenenbildung, Mareike Niemann.

Besonders „stolz“ sei man auf die Jugendarbeit im Dekanat, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Dekanatsausschusses, Philipp Pfeiffer, nach dem Bericht von Dekanatsjugendreferentin Angela Senft und Dekanatsjugendpfarrerin Stefanie Endruweit. Beide blickten auf besonders gut besuchte und nachgefragte Freizeiten und Partys zurück, freuten sich über großen Zuspruch bei den Ausbildungsangeboten zum Gruppenleiter und erzählten vom Projekt „Church Bus“. Dieser umgebaute Stadtbus soll als rollendes Jugendcafé durch das Dekanat fahren und auf Veranstaltungen in den Kirchengemeinden Halt machen. Möglich werde das, so Endruweit, durch eine Finanzspritze von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler.

Besonders gut komme bei den Jugendlichen der „geistliche Rundumschlag“ an - ein kurzer Impuls, der wöchentlich auf Facebook veröffentlicht werde und so Spiritualität für die Jugendlichen transparenter mache. Von einem „unaufhaltsamen Trend“ berichtete die Schulbeauftragte Barbara Hofmann: „Die Zahl der ungetauften Kinder, deren Eltern einen Antrag stellen, dass ihr Kind am evangelischen Religionsunterricht teilnehmen darf, steigt kontinuierlich.“ Gleichzeitig sinke die Akzeptanz, dass konfessionell Gebundene nicht beliebig den Religionsunterricht wechseln können.

Für Dekan Hauer gehört das zu den „spannenden Veränderungsprozessen“ in der Zukunft. Die Kirchengemeinden müssten auf die Bevölkerungsprognosen - 4,8 Prozent Wachstum bis 2015 im Landkreis Freising, 5,1 Prozent im Kreis Ebersberg, 4,6 Prozent im Kreis Erding - reagieren. Die „Basis“, sprich die Kerngemeinde, dürfe nicht vernachlässigt werden, „Neuzugezogene“ und „Austrittswillige“ jedoch auch nicht aus den Augen verloren werden. Für den Dekan ist das „eine anspruchsvolle Aufgabe“.

Das Wachstum der Kirchengemeinden hat auch dazu beigetragen, dass die Immobilien im Dekanatsbezirk erhalten bleiben. Im Immobiliensicherungskonzept der Landeskirche war das eine Zeit lang nicht sicher. Nun wird gar gebaut: das Pfarrhaus in Moosburg und die Gemeindezentren in Hallbergmoos und Altenerding.

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