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Der Landkreis Freising ist auf dem Weg in die „CO2-Freiheit“

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Von: Andreas Beschorner

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Stolz auf das Ergebnis: (v. l.) Vorstand Andreas Henze und die Aufsichtsräte Anita Meinelt, Florian Pflügler, Stefan Pellmeyer und Michael Stanglmaier.
Stolz auf das Ergebnis: (v. l.) Vorstand Andreas Henze und die Aufsichtsräte Anita Meinelt, Florian Pflügler, Stefan Pellmeyer und Michael Stanglmaier. © Beschorner

2021 war ein gutes Jahr für die BEG: Das wurde bei der Generalversammlung klar. Und dann gab es noch eine Verabschiedung: Solar-Legende Prof. Ernst Schrimpff trat nicht mehr an.

Freising – Die BürgerEnergieGenossenschaft Freisinger Land (BEG) hat 2021 ein Ergebnis erzielt, „auf das wir stolz sein können“, wie Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Kerscher in einer Videobotschaft sagte. Die Generalversammlung der BEG leitete am Freitag seine Aufsichtsratskollegin Anita Meinelt. Rund 100 Mitglieder im Oberhaus des Lindenkellers verfolgten die Berichte des Vorstands-Duos und verabschiedeten einen Mann, der als Solar-Legende unschätzbar viel für die erneuerbaren Energie getan hat. Den wichtigen Weg „in die CO2-Freiheit“ habe die BEG schon vor Jahren beschritten, lobte Kerscher, sein Aufsichtsratskollege und MdB Leon Eckert hatte ebenfalls in einer Videobotschaft aus Berlin die BEG als „zentralen Motor für die Energiewende im Landkreis“ gewürdigt.

Und auch Meinelt sparte in ihrer Einleitung der Versammlung nicht mit Lob: Vorreiter und Beispielgeber sei die BEG – und müsse es auch sein, denn „jeder muss was tun“.

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Viel getan hat vor allem auch die BEG im Jahr 2021, wie die Vorstände Werner Hillebrand-Hansen und Andreas Henze darlegten. 3464 Geschäftsanteile habe die Genossenschaft inzwischen und jetzt auch die 1000er-Marke bei den Mitgliedern geknackt. Im Bereich des Bürger-Stroms sei ein stetiger Kundenzuwachs zu verzeichnen, das Bürger-Ladenetz bestehe derzeit aus 18 Ladepunkten im Landkreis und werde immer besser angenommen: Im zweiten Halbjahr 2021 habe man 660 Ladungen zu verzeichnen gehabt, in 2022 liege man jetzt schon bei rund 1000, so Hillebrand-Hansen.

Was die PV-Anlagen betrifft, listete Henze das Bürger-Solardach in Hörgersdorf, das Mieterstrom-Projekt an der Katharina.Mair-Straße in Freising, die Tennishalle in Eching und auch das Mehrgenerationenhaus in Kranzberg auf. Das Problem, weshalb alle Anlagen zwar installiert, aber noch nicht angeschlossen seien: „Das Netz ist unsere Achillesferse“, so Henze. Neben der Erweiterung des Bürger-Solarparks bei Johanneck stünden in 2022 auch noch andere Projekte auf der Agenda.

Und die Windkraft? Das Bürger-Windrad in Kammerberg habe 2021 knapp 6,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Das sei zwar seit Inbetriebnahme 2015 das schlechteste Jahr gewesen, liege aber immer noch über der ursprünglich prognostizierten Leistung von 6,2 Millionen kWh. Bisher hat das Windrad in der Gemeinde Fahrenzhausen 46,5 Millionen kWh erzeugt. Die dann den Mitgliedern vorgelegte Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2021 weist bei Umsatzerlösen in Höhe von 1,32 Millionen Euro am Ende einen Bilanzgewinn von etwas über 213 000 Euro aus.

Und so stand am Freitag der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat nichts im Wege. Zudem wurden mit Thomas Kerscher, Monika Arzberger, Anita Meinelt, Stefan Pellmeyer, Florian Pflügler, Michael Stanglmaier und Leon Eckert sieben amtierende Aufsichtsräte in ihrem Amt bestätigt. Nur einer hatte sich aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl gestellt: Professor Ernst Schrimpff, einer der großen Pioniere auf dem Gebiet der Sonnenkraft, Träger des Deutschen Solarpreises für sein Lebenswerk.

Meinelt würdigte Schrimpff in dessen Abwesenheit als „Motor“ der BEG, der stets wertvolle Ideen eingebracht und manches kritisch hinterfragt habe. Martin Hillebrand sprach in seiner Laudatio davon, dass es „Wahnsinn“ sei, was Schrimpff in Sachen Solarenergie „für uns, für Bayern, für Deutschland und eigentlich weltweit geleistet“ habe.

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