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Die Italiener im Landkreis trauern um die Squadra Azzura. Im Uhrzeigersinn (von links oben): Francesco Cataldo, Giuseppe Lopez, Giuseppe Mammolito und Luciano Arturo. 

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„Desaster“: Italiener im Landkreis Freising trauern nach WM-Aus

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Fiasko, Schande, Katastrophe! Dass Italiens Mannschaft zum ersten mal seit 60 Jahren nicht zur WM fährt, trifft auch die Tifosi im Landkreis ins Fußball-Herz. Wir haben mit einigen von ihnen am Tag nach der historischen Klatsche über ihre Gefühlslage gesprochen. Manch einer hat bereits einen Plan, wie der Weltmeister von 2006 wieder in Form kommt.

Landkreis Freising – „Das ist furchtbar, das ist ein Desaster!“ Luciano Arturo, Verkaufsberater bei BMW Spaett, sucht nach Worten für „diese Katastrophe“, wie er das geschichtsträchtige Spiel vom Montagabend nennt. Der 45-Jährige hat sich nur die zweite Halbzeit angeschaut: „Auch wenn es sich schon abgezeichnet hat, war ich doch optimistisch, dass wir das Ding sicher nach Hause bringen. Dem war leider nicht so.“ Seit 1958 sei Italien immer dabeigewesen, die italienische Mannschaft gehöre einfach zur Weltmeisterschaft. Nach der Pleite am Montag sei er frustriert ins Bett gegangen. Am nächsten Morgen konnte er dem Ganzen aber schon etwas Gutes abgewinnen: „Wir können uns bei der WM 2018 ganz entspannt im Sessel zurücklehnen und mit den Deutschen mitfiebern.“

Francesco Cataldo, Wirt des Moosburger Lokals La Forchetta, geht nicht nur mit dem Nationalteam hart ins Gericht: „Jetzt muss sich einfach alles ändern, auch die italienische Fußballorganisation. Es braucht ein neues Konzept, vor allem für den Nachwuchsbereich.“ Nach dem WM-Aus, das der 46-Jährige auf der heimischen Couch vor dem Fernseher erlebte, habe er tiefe Traurigkeit verspürt. Dass Torhüter Gianluigi Buffon noch am Abend der Niederlage seinen Rücktritt erklärt hat, findet Cataldo richtig. „Respekt für diese Entscheidung.“ Unverständnis herrscht bei dem Moosburger allerdings dafür, dass Trainer Gian Piero Ventura nicht die gleichen Konsequenzen gezogen hat. „Der Trainer ist die Schande Nummer eins!“ Der Gastronom wünscht sich nun Carlo Ancelotti für die Squadra Azzurra. „Ich hab’ ihn zwar bei Bayern nie gemocht. Aber in der Nationalmannschaft hätte er eine gute Rolle.“

Am Boden zerstört zeigt sich auch Cataldos Moosburger Kollege Giuseppe Mammolito, der das Restaurant Zio Peppe betreibt. „Gut, dass wir heute Ruhetag haben“, sagt er am Dienstag. „Sonst würden mich dauernd Leute zum Thema Fußball ansprechen.“ Am Morgen sei das bereits im Fitnessstudio der Fall gewesen. Am Abend zuvor stand der 33-Jährige mit Kollegen im Lokal und musste am Fernseher über den Kochtöpfen zusehen, wie seine Nationalmannschaft am Toreschießen scheiterte. „Am Ende standen vier traurige Italiener in der Küche.“ Für Mammolito steht fest: „Die Spieler im Team sind einfach aus zu vielen unterschiedlichen Mannschaften.“ Die WM will er aber trotzdem anschauen: „Jetzt bin ich natürlich für die Deutschen. Für die ist es jetzt gut, dass sie ein schwieriges Spiel weniger bestreiten müssen.“

„Das ist einfach katastrophal“: Auch Giuseppe Lopez, Wirt der Pizzeria Giuseppe in Attenkirchen ärgert sich schwarz. Man brauche sich aber eigentlich nicht zu wundern: „Der italienische Fußball ist schon seit Jahren schlecht.“ Er sei jetzt 53 Jahre alt, aber dass die italienische Auswahl nicht zu einer WM antritt, kann er einfach nicht zu glauben: „Öfter mal was Neues“, seufzt der Fußball-Fan mit Galgenhumor.

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