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Über die abgelaufenen Tarifrunden im öffentlichen Dienst sprach Sepp Winderl bei der DGB-Kundgebung im Lindenkeller. Den musikalischen Rahmen schufen die Frei-Sänger.

DGB-Maikundgebung in Freising

Solidarität immer mehr stärken

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Eine Änderung gab’s heuer bei der traditionellen Maikundgebung des DGB-Ortsverbands Freising im Lindenkeller-Oberhaus. Eigentlich hätte Irmgard Fischer von der katholischen Betriebsseelsorge des Flughafens zum Motto „1. Mai: Solidarität, Vielfalt, gerechtigkeit“ sprechen sollen. Aber die musste krankheitsbedingt absagen. So stand also gestern Sepp Winderl, Betriebsrat bei der Flughafen-Sicherheitsgesellschaft SGM am Flughafen am Mikrofon.

Freising – Winderl analysierte die vergangene Streikrunde: „Ich habe nicht geglaubt, dass es im Tarifstreit im öffentlichen Dienst in der dritten Verhandlungsrunde noch eine Einigung gibt.“ Denn, so meinte der Betriebsrat  weiter, „gegen die Angewohnheit der Arbeitgeber, die in der zweiten Verhandlungsrunde immer ein unverschämtes Angebot auf den Tisch gelegt haben, wurde in dieser Tarifrunde gar kein Angebot gemacht, über das man diskutieren hätte können.“

Die Forderungen von verdi seien klar gewesen: Sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die Arbeitgeber „aber hatten ganz andere Pläne“. Sie wollten in den oberen Entgeltgruppen mehr Lohnerhöhung als in den unteren, „weil sie argumentierten, dass händeringend Facharbeiter gebraucht würden“. „Die Positionen waren also klar und sehr weit auseinander“, sagte Winderl. Umso wichtiger sei es gewesen , „dass sich viele Angestellte im öffentlichen Dienst an den Streiks und Kundgebungen beteiligen“. Der Betriebsrat: „Und das haben sie. Ich glaube, dass die Streiks am Flughafen und in München ein Erfolg waren.“

In dieser Tarifrunde sei allerdings auch deutlich geworden, „dass es immer schwieriger wird, Mitarbeiter dazu zu bewegen, für ihre Rechte und ihr Geld einzustehen“. Winderls Kollegin Franziska Schmid habe bei der Kundgebung am Flughafen betont, sie„wünscht sich wieder so viel Solidarität wie früher, wo die Arbeitnehmer mehr zusammenhielten.“ Jetzt aber ließen sich viele „von den Arbeitgebern mit Drohungen einschüchtern“. Sepp Winderl: „Deshalb wollen wir nicht in unseren Bemühungen nachlassen, die Kollegen für unsere Rechte zu vereinen.“

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