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Steuert Bayern auf einen neuen Feiertag zu?Nicht alle Politiker im Landkreis Freising finden das gut:  (v.l. im Uhrzeigersinn) Peter Warlimont (SPD), Florian Herrmann (CSU) und Christian Magerl (Grüne).

Zum Jubiläum

100 Jahre Freistaat - extra Feiertag? Das sagen die Landkreis-Politiker

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100 Jahre Freistaat Bayern – Grund für einen zusätzlichen Feiertag 2018? Der Fraktionschef der Landtags-SPD, Markus Rinderspacher, hat diesen Vorschlag den Parteien im Maximilianeum unterbreitet. Freisinger Politiker zeigen sich von der Idee ebensowenig angetan wie das Kultusministerium.

Freising – Der 8. November 1918: Der Freistaat Bayern wird ausgerufen. 99 Jahre später unterbreitet SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher den Parteien im Landtag den Vorschlag, zum 100. Jahrestag einen einmaligen gesetzlichen Feiertag zu beschließen. „Bayern verfügt im Vergleich mit den anderen Ländern bereits über die meisten Feiertage“, heißt es in einer Reaktion des Kultusministers Ludwig Spaenle an den SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher. Man lehne das Ansinnen ab. Nichtsdestotrotz müsse darüber noch im Plenum abgestimmt werden. Einen Termin dazu gebe es noch nicht.

Auch bei den Freisinger Landtagsmitgliedern rennt Rinderspacher mit seinem Vorschlag keine offenen Türen ein. Florian Herrmann (CSU) hält das „nicht für zielführend“. Es sei nämlich die höchste Bewertung eines Tages, „ihn als Feiertag zu erklären“. Den 8. November hält Herrmann aufgrund des historischen Kontexts dafür aber nicht für geeignet: „Nach der Ausrufung des Freistaats hat sich keine Phase der Stabilität oder Demokratie angeschlossen.“ Die Bedeutung des 8. November 1918 möchte er aber nicht kleinreden: „Es war sicherlich ein wichtiger Tag, über den man reden muss.“ Für ihn sei der 2. Dezember 1946 wichtiger – der Tag, an dem die Verfassung ausgefertigt wurde.

Für Christian Magerl (Grüne) ist klar, dass man den 8. November „würdig begehen muss“. Allerdings glaubt auch er, dass ein Feiertag übertrieben sei. In Bayern „haben wir sowieso schon die meisten Feiertage“ – man müsste auch überlegen, welche Folgen es für die Wirtschaft hätte. Anscheinend komme es momentan in Mode, Feiertage für alles zu fordern: erst Innenminister Thomas de Maiziére, der einen Tag für die Muslime wollte, jetzt Rinderspacher. Magerl: „Wir haben andere Probleme zu lösen.“

So sieht das auch Benno Zierer (Freie Wähler). Er hält die Forderung Rinderspachers sogar für „Populismus“. Ein Feiertag sorge zwar dafür, dass die Leute nicht in die Arbeit gehen, aber dass sie dann tatsächlich den 100. Geburtstag des Freistaats feiern, glaubt Zierer nicht. „Man kann die Heimat auch anders wertschätzen.“ Seine Fraktion lehne den Vorschlag ab.

SPD-Kreisvorsitzender Peter Warlimont begrüßt allerdings die Gedankenspiele seines Parteikollegen: „Das hätte einen gewissen Charme.“ Wenn man den Feiertag einmalig beschließen würde, sei das gerechtfertigt – einfach, weil „es ein besonderer Anlass ist“. Man könnte damit zeigen, dass man die demokratischen Werte hochhält. Allerdings: „Wenn’s nicht so kommt, bin ich jetzt auch nicht traurig“, sagt Warlimont und lacht.

Zustimmung bekommt der Vorschlag allerdings von den FT-Lesern auf Facebook. An einer Umfrage nahmen in 24 Stunden über 300 Personen teil – und 87 Prozent sprachen sich für einen zusätzlichen Feiertag am 8. November 2018 aus. Lediglich 13 Prozent waren hingegen der Ansicht, ein zusätzlicher Feiertag müsse nicht unbedingt sein.

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